06.05.1856 bis 23.09.1939

Dürfen wir vorstellen? Sigmund Freud

Sigmund Freud Museum

Eine kurze Einführung in das Leben Sigmund Freuds mit Bildern, Objekten und Ansichten aus dem Sigmund Freud Museum

Das Sigmund Freud Museum
Seit 1971 besteht in Sigmund Freuds früheren Lebens- und Arbeitsräumen das Sigmund Freud Museum. Handelte es sich am Beginn um einen Gedenkraum, so ist das Museum mittlerweile zu einer touristischen Attraktion mit knapp 90.000 Gästen jährlich und einem lebendigen Ort des Diskurses mit Forschungsprojekte, wissenschaftlichen Veranstaltungen und Europas größter Studienbibliothek zur Psychoanalyse geworden.

Willkommen im Haus Berggasse 19, wo Sigmund Freud 47 Jahre seines Lebens verbrachte. Das hier abgebildete Stiegenhaus mussten alle Patienten und Besucher auf dem Weg zu Sigmund Freud passieren.

Sigmund Freud wurde am 6. Mai 1856 in Pribor, heute in Tschechien und damals zu Österreich-Ungarn gehörig, geboren. Als Kind zog er mit seinen Eltern nach Wien, 1891 eröffnete er seine Praxis in der Berggasse 19, wo sich heute das Sigmund Freud Museum befindet.

Der Eingangsbereich der Praxis Sigmund Freuds. Hier nahm die Hausälterin die Patienten in Empfang und führte sie weiter in das Wartezimmer.

Türschild „Prof. Dr. Freud 3–4“, die Ordinationszeiten anzeigend. Es gab zwei Türen auf dem Absatz. Die rechte war die Ordinationstür des Professors, die linke die Freudsche Familientür. Sichtlich hatte man die beiden Wohnungen so eingeteilt, dass es möglichst wenig Durcheinander zwischen Familie und Patienten oder Schülern gab [...]. (Hilda Doolittle: Huldigung an Freud, 1975)

Das Wartezimmer in Freuds Praxis. Nachdem die Patienten hier hereingeführt wurden, warteten sie auf ihre Therapiestunde im anschließendem Behandlungszimmer.

Mikrotom aus dem Besitz Sigmund Freuds: Ein Präzisionsgerät für die Herstellung sehr feiner Gewebeschnitte zur Mikroskopie, ein Geschenk des Arztkollegen Carl Koller.
"Ich arbeite aber nicht zuhause und danke Dir daher herzlich für das zugedachte Mikrotom." (An Carl Koller, 13.10.1886)

Kindheit und Jugend
Sigmund Freud war der Sohn von Jakob Koloman Feud und seiner dritten Frau Amalie Nathanson Freud. 1860 zogen die Freuds nach Wien, wo Sigmund ein Gymnasium im 2. Bezirk (heute "Sigmund Freud Gymnasium") besuchte. Er war ein ausgezeichneter Schüler.

Gedenkblatt der Familienbibel von Ludwig Philippson, auf welchem Freuds Vater hebräisch und deutsch den Tod seines Vaters Salomon (Schlomo) und die Geburt und Beschneidung Sigmund Freuds vermerkte.
"Mein Sohn Schlomo Sigmund ist geboren Dienstag den 1. Tag des Monats Iar 616, 6 1/2 Uhr Nachmittag=6. Mai 1856. Ist in den jüdischen Bund eingetreten Dienstag den 8. Tag im Monat Iar=am 13. Mai 1856."

Freud (links) mit seinen fünf jüngeren Schwestern und seinem Bruder Alexander (vorne Mitte) um 1867, nach einem anonymen Ölbild.

Freud mit seinem Vater Jakob Koloman 1864.
"Den ersten Unterricht empfing ich im väterlichen Hause, besuchte sodann eine Privatvolksschule und trat im Herbst 1865 in das Leopoldstädter Real- und Obergymnasium ein." (Curriculum vitae, 1885)

Protokoll der am Leopoldstädter Communal-Real- u. Ober-Gymnasium zu Wien im Monate Juli 1873 abgehaltenen Maturitäts-Prüfung, Lit. 3: Freud Sigmund aus Freiberg in Mähren.
Die Noten Freuds lauten:
Sittliches Betragen: musterhaft
Religionslehre (mosaisch): vorzüglich
Lateinische Sprache: vorzüglich
Griechische Sprache: vorzüglich
Deutsche Sprache: ausgezeichnet
Geschichte und Geografie: vorzüglich
Physik: vorzüglich
Allgemeine Naturkunde: lobenswert
Mathematik: vorzüglich
Propädeutik: vorzüglich
Reife zur Universität: mit Auszeichnung.

Studentenzeit, Lehrer, Kollegen
Freud nimmt 1873 sein Studium an der Universität Wien auf, wo er 1881 zum Doktor der Medizin graduiert. Er arbeitet in mehreren Krankenhäusern und geht 1885 mit einem Stipendium an die Salpetriere nach Paris.

Prof. Dr. Carl Claus (1835 -1899), Leiter des Instituts für Zoologie und vergleichende Anatomie der Universität Wien (Lithografie von Rudolf Fenzl).

"In den ersten Jahren meiner Universitätszeit hörte ich vorwiegend physikalische und naturhistorische Kollegien, arbeitete auch ein Jahr lang im Laboratorium des Herrn Prof. C. Claus und wurde zweimal zur Ferienzeit in die Triester Zoologische Station geschickt." (Curriculum vitae, 1885)

Gesuch des Studenten med. Sigmund Freud um ein Reisestipendium für Triest.

"Hohes Ministerium. Der Gefertigte hat nachdem er mehrere Semester zoologische Collegien gehört hatte, im Wintersemester 1875/76 im zoolog.-zootomischen Institut gearbeitet und wird sich für sehr gefördert halten, wenn es ihm möglich wird, seine Studien während der Osterferien in Triest fortzusetzen. Da er aus eigenen Mitteln zu wenig für den Aufenthalt dort aufwenden könnte, ersucht er das hohe Ministerium um ein Reisestipendium. – Wien 22. Februar 1876. Sigmund Freud."

Prof. Ernst Wilhelm Ritter von Brücke (1819-1892), Vorstand des Physiologischen Instituts der Universität 1849-1890. Freud benannte seinen jüngsten Sohn (Architekt Ernst Freud) mit Brückes Vornamen.

"Im physiologischen Laboratorium von Ernst Brücke fand ich endlich Ruhe und volle Befriedigung, auch die Personen, die ich respektieren und zu Vorbildern nehmen konnte: Meister Brücke selbst und seine Assistenten Sigmund Exner und Ernst von Fleischl-Marxow, von denen der letztere, eine glänzende Persönlichkeit, mich sogar seiner Freundschaft würdigte." (Selbstdarstellung, 1925)

Prof. Ernst von Fleischl-Marxow (1846-1891), Assistent Brückes und enger Freund von Sigmund Freud; sein Bild hing in Freuds Behandlungszimmer neben der Couch, sein Denkmal steht neben den Büsten anderer medizinischer Lehrer Freuds im Arkadenhof der Universität Wien.

Flügel der Zweiten Psychiatrischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus.

"Am 1. Mai 1883 wurde ich zum Sekundararzt an der psychiatrischen Klinik des Herrn Prof. Th. Meynert ernannt, woselbst ich fünf Monate verblieb." (Curriculum Vitae, 1885)

Sigmund Freud: Über Coca, 1884 (Separatdruck). Wie viele andere Ärzte seiner Zeit führte Freud Untersuchungen mit der damals neuen Droge Kokain auf ihren medizinischen Nutzen hin durch.

"Coca ist gestern nacht erst fertig geworden, die erste Hälfte ist auch schon heute korrigiert, es wird eineinhalb Bogen stark, die paar Gulden, die ich dabei verdient habe, musste ich mir an meinem Schüler abziehen, den ich heute und gestern weggejagt habe." (an Martha Bernays, 19. 6.1884)

Carl Koller (1857-1944) um 1883, Augenchirurg, Kollege Freuds im Allgemeinen Krankenhaus, führte gemeinsam mit Freud Tierexperimente durch, entdeckte 1884 die Lokalanästhesie am Auge mit Kokain und erlangte für diese Entdeckung Weltruhm.

"Ich hatte diese Verwendung des Alkaloids in meiner Publikation selbst angedeutet, aber war nicht gründlich genug, die Sache weiter zu verfolgen." (Die Traumdeutung, 1900)

Im Behandlungszimmer, zwischen Fenster und Eingangstüre, hing schon zu Freuds Zeit das Bild: „Une leçon du Docteur Charcot à la Salpêtrière“, von P.-A. Brouillet, 1887. 1885/86 verbrachte Freud ein Forschungssemester mit Stipendium an der Salpetriere in Paris bei Jean-Martin Charcot, der als einer der einflussreichsten und innovativsten Psychiater seiner Zeit galt. "Um zehn Uhr kam M. Charcot herein, ein großer Mann von achtundfünfzig Jahren, Zylinder auf dem Kopfe, mit dunkeln, eigentümlich weichen Augen (das heißt einem, das [andere] ist ausdruckslos und schielt nach innen), langen, hinter die Ohren gesteckten Haarresten, im Gesicht rasiert, sehr ausdrucksvollen Zügen, vollen, abstehenden Lippen, kurz wie ein Weltgeistlicher, von dem man sich viel Witz und Verständnis für gutes Leben erwartet. Er nahm Platz und begann, die Kranken zu examinieren." (an Martha Bernays, 21.10.1885)

Familie
1886 heiratet Sigmund Freud Martha Bernays (geboren 1861). Sie haben sechs gemeinsame Kinder: Mathilde (1887-1978), Jean-Martin (1889-1967), Oliver (1891-1969), Ernst (1892 - 1970), Sophie (1893-1920) und Anna (1895-1982).

Martha Bernays mit 21 Jahren, zur Zeit der Verlobung mit Freud im Juni 1882. Die Familie Bernays stammte aus Wandsbek bei Hamburg und übersiedelte 1869 nach Wien. Nach dem Tod des Vaters, Michael Bernays, zog die Familie 1882 wieder nach Wandsbek. Zwischen 1882 und 1886, der Zeit der Trennung, schrieben sich die beiden Verlobten die „Brautbriefe“.

"Martha ist mein, das süße Mädchen, von dem alle mir mit Verehrung sprechen, das beim ersten Zusammensein trotz allen Sträubens meinen Sinn gefangennahm, um das ich zu werben mich fürchtete, und das im hochsinnigen Vertrauen mir entgegenkam, den Glauben an meinen eigenen Wert mir erhöht und neue Hoffnung und Arbeitskraft mir geschenkt hat, als ich ihrer am dringendsten bedurfte." (An Martha Bernays, 19. 6.1882)

Freud mit seiner Tochter Sophie, ca. 1912. Sie starb 1920 an der "spanischen Grippe" und hinterließ zwei Söhne.

Minna Bernays (1865-1941). Die Schwester Martha Freuds blieb nach dem Tod ihres Verlobten Ignaz Schönberg unverheiratet und lebte seit 1896 mit der Familie Freud in der Berggasse 19.

Anna Freud, die jüngste Tochter, wurde selbst Psychoanalytikerin und verwaltete, behütete und verbreitete das Vermächtnis ihres Vaters. So war sie 1971 an der Gründung des Sigmund Freud Museums beteiligt. Durch die Systematisierung und Weiterentwicklung der Kinderpsychoanalyse entwickelte sie eine eigenständige Therapieform und lieferte den Nachweis, dass psychoanalytische Erkenntnisse auch auf die Kinderanalyse übertragen werden können. Ihr 1936 erschienenes Buch "Das Ich und die Abwehrmechanismen" wurde bereits nach kurzer Zeit zu einem Klassiker der psychoanalytischen Literatur. "Das Ich und die Abwehrmechanismen" avancierte vor allem für die „Ich-Psychologie“, die in den USA nach 1945 große Verbreitung fand, zum Standardwerk.

Antiken
Als seine dritte Obsession (neben dem Reisen und dem Rauchen) bezeichnet Sigmund Freud seine Sammlung antiker Figuren, die seine Praxisräume in ein „archäologisches Kabinett“ verwandelte. Die vielen Statuetten, Gefäße und Bruchstücke, die längst vergangene Zeiten und untergegangene Kulturen bezeugten, beobachteten stumm in überfüllten Vitrinen neben der Couch die Analysen Freuds und leisteten ihm auf seinem Schreibtisch Gesellschaft beim Schreiben. Seine Sammlung, die aus nahezu 3.000 Antiken bestand, begleitete ihn 1938 fast vollständig ins Exil nach London. Das Sigmund Freud Museum zeigt jene Auswahl, die Anna Freud dem Museum zu seiner Gründung 1971 schenkte.

Ägyptischer Uschebti

Der Felsentempel von Abu Simbel, nach einem Aquarell von E. Koerner. Das ehemals über der Behandlungscouch hängende Bild ist ein weiteres Symbol für Freuds Interesse an und tiefe Verbundenheit mit der Antike.

Träume - Psychoanalyse
Die Traumdeutung, 1899 erschienen und auf 1900 vordatiert, wird als Ausgangspunkt für die weltweite Verbreitung von Feuds Ideen betrachtet. Freud gewann weltweit an Bedeutung und Beliebtheit, konnte Freunde und Schüler im In- und Ausland gewinnen und wurde in Europa und den USA zu Vorträgen eingeladen.

Schloß Bellevue 1892, wo Freud 1895 und 1900 als Gast der Familie Ritter von Schlag die Sommerfrische verbrachte. Am 24. Juli 1895 hatte Freud hier den Traum von "Irmas Injektion", den ersten Traum, den er vollständig entschlüsseln konnte. Dieses Datum markiert somit den Beginn der "Traumdeutung".

Nach dem Traum 1895 dauerte es weitere vier Jahre, bis Freud sein Buch "Die Traumdeutung" niedergeschrieben hatte, das bis heute als seine bekannteste und wichtigste Schrift gilt.

"Auf den folgenden Blättern werde ich den Nachweis erbringen, daß es eine psychologische Technik gibt, welche gestattet, Träume zu deuten, und daß bei Anwendung dieses Verfahren jeder Traum sich als ein sinnvolles psychisches Gebilde herausstellt, welches an angebbarer Stelle in das seelische Treiben des Wachens einzureihen ist." (Die Traumdeutung, 1900)

Sigmund Freud stand mit vielen führenden Intellektuellen seiner Zeit im Schriftverkehr. Dieser Brief erging an den Wiener Dramatiker und Autor Arthur Schnitzler, so wie Freud ein ausgebildeter Arzt.

8. Juni 1922

Verehrter Herr Doktor

Sie hatten mir in Ihrem liebenswürdigen Schreiben eine Zusammenkunft oder einen Besuch in Aussicht so dass wir einmal mit einander plaudern können, so lange es noch Zeit ist, wie Sie andeuten. Ich freue mich darauf ohne mir ein Programm für diese Stunden zu machen. Darf ich Ihnen nun vorschlagen, einfach an einem Abend der nächsten Wochen ein Abendessen mit uns zu teilen? Wir sind: meine Frau und die Ihnen bereits bekannte Tochter außer meiner Person. Es wird kein anderer mit dabei sein, da ich tagsüber bis 8 h in der Arbeit bin und einige Abende regelmäßig besetzt habe, muss ich mich bestimmter Vorschläge getrauen. Ich lege Ihnen den 12ten (Montag), 13ten (Dienstag), 16ten (Freitag) zur Auswahl vor wenn Ihnen diese Woche und Ort des Beisammenseins überhaupt Recht ist. Da ich zufällig gehört habe, dass sie in Wien geblieben sind, und ich selbst am 29ten des Monats die Stadt verlasse, schreibe ich Ihnen früher als mich Ihr Brief berechtigt hätte.

Ihr herzlich ergebener
Freud

Carl Gustav Jung (1875-1961)
Jung beschäftigte sich ab 1906 mit Psychoanalyse, er und Freud statteten einander mehrfach Besuche ab. Jung gründete die Schweizer Ortsgruppe der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, war ab 1910 gewählter Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, trat 1914 zurück, verließ die Internationale Psychoanalytische Vereinigung im selben Jahr und gründete eine eigene Schule. Die Jungsche Richtung definierte sich in der Folge als „Analytische Psychologie“. […]
"für Jung sprachen aber seine hervorragende Begabung, die Beiträge zur Analyse, die er bereits geleistet hatte, seine unabhängige Stellung und der Eindruck von sicherer Energie, den sein Wesen machte. Er schien überdies bereit, in freundschaftliche Beziehungen zu mir zu treten und mir zuliebe Rassenvorurteile aufzugeben, die er sich bis dahin gestattet hatte."
(Zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung, 1914)

Sándor Ferenczi (1873-1933), Budapest 1913.
"Seinem geehrten Lehrer Professor Freud sein dankbarer S. Ferenczi." (Widmung)
Ferenczi war der führende Vertreter der Psychoanalyse in Ungarn. Mit Freud, der seine Arbeiten besonders schätzte, verband ihn eine enge Freundschaft, wovon auch ein umfassender Briefwechsel zeugt. Er gehörte dem „Comité“ an.

Freud reiste gemeinsam mit Ferenczi und Jung 1909 auf Einladung von G. Stanley Hall in die USA, um zum 20. Jahrestag der Begründung dieser Universität Vorlesungen in deutscher Sprache zu halten. Gruppenfoto, aufgenommen vor der Clark University, 1909. Sitzend: Sigmund Freud, G. Stanley Hall (Präsident der Clark University), C. G. Jung; stehend: Abraham A. Brill, Ernest Jones, Sándor Ferenczi.

Flucht, Exil, Tod
1938 mussten die Freuds aus Österreich, damals schon Teil des Deutschen Reiches, flüchten. "Ich habe die Ankunft der Hitlerhorden in Wien gesehen. Ich habe die Gestapoagenten in dem alten Haus in der Berggasse gesehen. Ich habe gesehen, wie das Institut und der psychoanalytische Verlag geschlossen und die Bücher, die schönen Bücher, die ihn bevölkerten, zum Einstampfen weggeschleppt wurden. Ich habe sogar Freud gesehen, wie er im zweiundachtzigsten Lebensjahr mit seiner Familie nach dem freien England ins Exil ging, wo er, kaum ein Jahr später, starb, gefällt von der grausamen Krankheit, die er mit heroischer Resignation ertragen hatte." (Marie Bonaparte in „Freies Österreich“ [La libre Autriche], Heft 1, Paris 1940)

Marie Bonaparte (1882-1962) war Psychoanalytikerin und eine enge Freundin der Familie. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Vermittlung diplomatischer Kontakte und der Organisation einer sicheren Flucht für die Freuds.

Nach langen Verhandlungen und vielen Repressionen seitens des Regimes bestiegen Freud und seine Familie am 4. Juni 1938 den Orient Express am Wiener Westbahnhof in Richtung Paris, von wo sie nach London weiterreisten.

Freud mit Marie Bonaparte und Botschafter William C. Bullitt, den treuen Fluchthelfern der Familie, bei der Ankunft in Paris am Gare de l’Est am 5. Juni 1938.

Freud mit den Sekretären der Royal Society am 23. Juni 1938. Die Delegation überbrachte ihm das Ehrenregister der Gesellschaft, damit er sich – wie vor ihm Isaac Newton und Charles Darwin – darin eintragen könne. Freud war über die Auszeichnung hoch erfreut.

"Das Erfreulichste war der Besuch zweier Sekretäre der R. S., die das heilige Buch der Society zu mir brachten, damit ich meine Unterschrift hineinsetze, da ein neuerliches Leiden mich am Ausgehen verhindert. Ein Faksimile des Buches haben sie bei mir gelassen, und wenn Sie bei mir wären, könnte ich Ihnen die signatures von J. Newton to Charles Darwin zeigen. Gute Gesellschaft!" (an Arnold Zweig, 28.6.1938)

Sigmund und Martha Freud im Garten des Hauses Maresfield Gardens, London, September 1939.

"Aber ich bin über dreiundachtzig Jahre alt, so eigentlich überfällig, und habe wirklich nichts anderes zu tun, als was Ihre Verse raten: Warten, warten." (an Albrecht Schaeffer, 19.9.1939). Freud starb am 23. September 1939, wenige Tage nachdem dieses Foto aufgenommen wurde.

Sigmund Freud Museum
Mitwirkende: Geschichte

Sigmund Freud Museum, Florian Lierzer, Gerald Zugmann

Quelle: Alle Medien
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