30.08.1980

Solidarność und der Fall des Eisernen Vorhangs

Museum der Geschichte Polens

"Die polnische Revolution war die erste große Wehe bei der Geburt des neuen Europa. Wenn die europäische Ordnung, die wir kurz "Jalta" nannten, in Polen begonnen hat, so lässt sich durchaus sagen, dass das Ende von "Jalta" ebenfalls in Polen begann."
Vgl. Timothy Garton Ash, The Polish Revolution: Solidarity, 1999

Die neue europäische Ordnung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs errichtete die Sowjetunion kommunistische Diktaturen in Mittel- und Osteuropa. Die daraus resultierende Homogenität im sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben der Länder des Ostblocks basierte auf dem sowjetischen Vorbild. Der Prozess begann mit dem Aufbau eines politischen Monopols für die kommunistische Partei, der Einrichtung einer Geheimpolizei sowie der Einführung von Zensur und Medienkontrolle, die für Propagandazwecke von entscheidender Bedeutung waren.

Propagandaplakat mit der Parole "Sowjetarmee, Hüter des Friedens"
Edward Gierek, Erster Sekretär der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (die kommunistische PZPR) von 1970 bis 1980 und damit effektiv Führer der Partei und des Staates. Unter seiner Führung erlebte das Land einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung, der in der tiefsten Krise seit dem Krieg endete.
Parade zum Maifeiertag vor der bedrohlichen Silhouette des Kultur- und Wissenschaftspalasts

Die jährliche Parade am 1. Mai sollte eine Demonstration der Unterstützung der Massen für die herrschende kommunistische Partei sein. Delegationen verschiedener Unternehmen und Produktionsstätten, Schulen, Universitäten, sozialer Einrichtungen und des Militärs marschierten zusammen mit berühmten Schauspielern und Musikern und winkten den von der Tribüne aus auf sie herabschauenden Parteifunktionären zu. Die Märsche wurden im Fernsehen übertragen. Getrübt wurde die festliche Stimmung allerdings durch die Tatsache, dass alle, die nicht an der Parade teilnahmen, mit Schikanen am Arbeitsplatz rechnen mussten. 

Das sowjetische Liederfest in Zielona Góra wurde mit Begeisterung organisiert. Hauptziel der Veranstaltung war es, die angebliche polnisch-sowjetische Freundschaft zu stärken.
"Ręce do góry" ("Hände hoch!"). Der 1967 entstandene Spielfilm von Jerzy Skolimowski war bis 1981 von der Zensur verboten.
Krystyna Janda in "Przesłuchanie" ("Verhör einer Frau") unter der Regie von Ryszard Bugajski

Kultur und Zensur

Künstler, die gegen eines der zahlreichen politischen oder ideologischen Tabus verstoßen hatten, mussten damit rechnen, dass ihre Werke nur von den Zensoren gesehen wurden. Viele Schriftsteller und Filmemacher emigrierten: Jerzy Skolimowski zog in den Westen, als die Zensoren seinen Film "Hände hoch!" verboten, und Ryszard Bugajski ging, als die Behörden die Verbreitung von "Verhör einer Frau" unterbanden.

Czesław Miłosz erhält den Nobelpreis für Literatur.
Bezugsscheine

Die Wirtschaft

Die von der kommunistischen Regierung eingeführte zentrale Planwirtschaft duldete kein privates Eigentum in der Industrie oder im Dienstleistungssektor. Die Politik der Regierung führte zu Rentabilitäts- und Innovationsverlusten in der Industrie, der sinkenden Qualität von Dienstleistungen und zu Lebensmittelrationierungen.

Warteschlange vor dem Lebensmittelladen

Streiks und Unruhen

Jahrzehntelang weigerte sich die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei, jegliche Form des politischen Wettbewerbs oder echter politischer Betätigung der Arbeiter zu akzeptieren. Im Juni 1956 wurden Streiks und Unruhen in Poznań (Posen) brutal unterdrückt. Dabei wurden 73 Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Im März 1968 kam es nach dem Verbot der Aufführung des Stücks "Totenfeier" des Dichters Adam Mickiewicz aus dem 19. Jahrhundert wegen dessen "russenfeindlichen" Elementen zu Studentenprotesten. Etwa 1500 Personen wurden verhaftet. Gegen studentische Aktivisten und deren mutmaßliche Unterstützer wurde eine antisemitische Kampagne gestartet.

Ostseeküste, 1970. Die durch steigende Lebensmittelpreise ausgelöste Protestwelle erreichte die polnischen Hafenstädte Danzig, Gdynia und Stettin. Demonstranten wurden von Milizen und Armeeeinheiten zerstreut – insgesamt kamen 61.000 Milizionäre und Soldaten zum Einsatz. 45 Personen kamen uns Leben, 1165 wurden verletzt.

Juni 1956 in Poznań (Posen)
März 1968 in Warschau
Dezember 1970 in Gdynia
Juni 1976 in Radom

Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (KOR)

Als Folge der Proteste in Radom, Płock und Ursus wurden Tausende von Arbeitern entlassen. Um ihnen zu helfen, wurde das Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (KOR) geschaffen. Diese Organisation, die ohne Genehmigung seitens der Behörden agierte, wurde von Intellektuellen gegründet, die sich gegen das System auflehnten. Abgesandte des KOR erreichten schnell einen Großteil derer, die Hilfe benötigten, und boten diesen finanzielle wie juristische Unterstützung. KOR-Aktivisten wurden Opfer von Repressalien durch die Behörden: Ihre Wohnungen wurden durchsucht, sie selbst festgenommen und einige sogar von "unbekannten Tätern" verprügelt, bei denen es sich jedoch um Angehörige der Geheimdienste handelte. Bald entstanden weitere oppositionelle Organisationen wie die Bewegung für die Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte (ROPCiO) und Freie Gewerkschaften (Wolne Związki Zawodowe).

Johannes Paul II. in Krakau, 1979

Johannes Paul II.

Am 16. Oktober 1978 wurde der Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyła, zum Papst gewählt. Die Nachricht von seiner Wahl wurde in Polen mit großer Begeisterung aufgenommen und als symbolische Belohnung für die jahrzehntelange staatliche Demütigung und Verfolgung der Kirche gesehen. Im Juni 1979 besuchte der Papst Polen erstmals in seiner neuen Rolle. Sein Besuch zog Millionen seiner Landsleute an, die an den großen religiösen Feierlichkeiten teilnahmen. Diese stellten nicht nur eine Gelegenheit zur Manifestation ihres Glaubens dar, sondern auch zur Demonstration ihres Wunsches, in einem freien Land zu leben.

Johannes Paul II. in Częstochowa (Tschenstochau)
Lech Wałęsa spricht von seiner Generation.
14. August 1980: Der Streik an der Lenin-Werft in Danzig beginnt.

Solidarność

Die Solidarność wurde nach einem landesweiten Streik im August 1980 an der Lenin-Werft in Danzig gegründet. Die Werftarbeiter streikten aus Solidarität mit zwei ihrer Kollegen, die entlassen worden waren: Anna Walentynowicz und Lech Wałęsa.

Feier der Heiligen Messe in der bestreikten Werft
Anna Walentynowicz spricht zu den Familien der Streikenden. Walentynowicz setzte sich für die Rechte der Arbeiter ein und organisierte im Jahr 1978 die illegalen Freien Gewerkschaften (WZZ).

Die 21 Forderungen

Andere Produktionsstätten schlossen sich dem Streik an. Es wurde ein Komitee mit Delegierten aus Danzig und benachbarten Städten gebildet. Die Streikenden wollten mit der kommunistischen Regierung die Bedingungen für eine Beendigung des Protests verhandeln. Das Komitee erarbeitete 21 Forderungen, in denen diese Bedingungen formuliert wurden. Schließlich erklärte sich die Regierung bereit, mit den Streikenden zu verhandeln.

Die 21 Forderungen

Die 21 Forderungen des überbetrieblichen Streikkomitees der Lenin-Werft in Danzig (17. August 1980)

1. Die Anerkennung freier, von der Partei und den Arbeitgebern unabhängigen Gewerkschaften, die sich aus der Konvention Nr. 87 der Internationalen Arbeitsorganisation zur Gewerkschaftsfreiheit ergibt.

2. Eine Garantie des Rechts auf Streik sowie der Sicherheit der Streikenden und der sie unterstützenden Personen.

3. Die Einhaltung der verfassungsrechtlich garantierten Rede-, Presse- und Publikationsfreiheit, einschließlich der Garantie der Freiheit unabhängiger Verlage und der Medienverfügbarkeit für Angehörige aller Glaubensrichtungen.

4. Eine Wiederherstellung der früheren Rechte von:

a) Personen, die nach den Streiks 1970 und 1976 entlassen wurden, Studenten, die wegen ihrer Ansichten vom Studium ausgeschlossen wurden. (...)

5. Die Bereitstellung von Informationen über die Bildung eines überbetrieblichen Streikkomitees und die Veröffentlichung seiner Forderungen in den Medien. (...)

9. Garantierte automatische Lohnerhöhungen auf der Basis von Preiserhöhungen und Inflationsrate. (...)

12. Die Einstellung von Führungskräften nach dem Prinzip der Qualifikation und nicht der Parteizugehörigkeit. Die Abschaffung von Privilegien für Geheimpolizei, reguläre Polizei und Parteiapparat.

Delegierte der bestreikten Produktionsanlagen hören den Verhandlungsführern zu
Aufnahme der Verhandlungen
Unterzeichnung des Augustabkommens und damit Anerkennung der 21 Forderungen durch die Regierung
31. August 1980: Der Streik geht zu Ende.
Lech Wałęsa wird nach der Registrierung der Gewerkschaft Solidarność im Triumph von seinen Anhängern getragen.

Die Anerkennung des Rechts der Arbeiter auf Gründung einer freien und unabhängigen Gewerkschaft war eine der 21 Forderungen. Die unabhängige, selbstverwaltete Gewerkschaft "Solidarność" (Niezależny Samorządny Związek Zawodowy Solidarność) entstand auf dieser Grundlage. Doch die Organisation war mehr als nur eine Gewerkschaft. Eigentlich war es eine landesweite Bürgerrechtsbewegung, deren Mitglieder unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Richtungen angehörten. Ende 1981 zählte die Organisation etwa zehn Millionen Mitglieder.

Plakat der Solidarność für den 1. Mai 1981
1981, Demonstranten fordern die rechtliche Anerkennung der Solidarność der Bauern.
Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter, 1970 – das erste Denkmal für die Opfer des kommunistischen Regimes
"Tygodnik Solidarność" (Solidarność-Wochenzeitung), die erste unabhängige Tageszeitung in Polen seit 1947, vorgestellt von ihrem Chefredakteur Tadeusz Mazowiecki
1981, der erste Kongress der Solidarność in Danzig

Botschaft der Delegierten des ersten Kongresses der NSZZ "Solidarność" an die arbeitende Bevölkerung Osteuropas

Die in Danzig versammelten Delegierten des ersten Delegiertenkongresses der unabhängigen Gewerkschaft "Solidarność" richten Worte des Grußes und der Unterstützung an die Arbeiter in Albanien, Bulgarien, der Tschechoslowakei, der Deutschen Demokratischen Republik, Rumänien, Ungarn und allen Staaten der Sowjetunion. Als erste unabhängige Gewerkschaft der Nachkriegsgeschichte ist uns bewusst, wie sehr unsere Schicksale verknüpft sind. Wir versichern euch trotz anders lautender Lügen, die in euren Ländern kursieren, dass wir eine echte, zehn Millionen Mitglieder starke Arbeiterorganisation sind, die als Resultat der Arbeiterstreiks gegründet wurde. Unser Ziel ist es, für einen höheren Lebensstandard für alle arbeitenden Menschen zu kämpfen. Wir unterstützen jene von euch, die sich für den schwierigen Weg des Kampfes für eine freie Gewerkschaftsbewegung entscheiden. Wir sind überzeugt, dass eure und unsere Vertreter bald zusammentreffen können, um sich über ihre Erfahrungen im Gewerkschaftsbereich auszutauschen.

"Der Mann aus Eisen" von Andrzej Wajda war der erste Film über Solidarność. Er gewann die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes.
13. Dezember 1981: General Jaruzelski verkündet das Kriegsrecht in Polen.

Kriegsrecht

Die herrschende kommunistische Partei (Polnische Vereinigte Arbeiterpartei, PZPR) weigerte sich, den allmählichen Machtverlust hinzunehmen. Die politische Situation im Land wurde zunehmend angespannter. Im Frühjahr 1981 wurde der Verteidigungsminister, General Wojciech Jaruzelski, Erster Sekretär der PZPR. Am 13. Dezember 1981 verhängte Jaruzelski das Kriegsrecht über das Land. Der Staatsrat setzte die bürgerlichen Rechte und Freiheiten aus, darunter auch das Recht zur Fortsetzung der Aktivitäten von Solidarność. Über Nacht besetzten Polizei, Geheimdienste und Armee alle Büros von Solidarność und internierten etwa 10.000 Oppositionelle, darunter auch Lech Wałęsa. Es kam zu einer brutalen Niederschlagung der Streiks in den Fabriken. Im Bergwerk des schlesischen Wujek wurden neun Bergarbeiter durch Schüsse getötet. Das Kriegsrecht dauerte offiziell bis 1983, doch wurde Solidarność die Zulassung aberkannt und die Opposition weiter unterdrückt.

Gepanzerter Personentransporter des Militärs vor dem Bergwerk
Opfer eines Angriffs der Motorisierten Reserven der Bürgermiliz (ZOMO) auf eine Demonstration der Opposition in Lubin
Unter den Opfern der Diktatur in den 1980er-Jahren befand sich auch der Kaplan der Solidarność, Jerzy Popiełuszko, der im Herbst 1984 ermordet wurde.
Demonstration gegen das Kriegsrecht am 1. Mai 1982
Internierte Oppositionelle bei einem Spaziergang im Gefängnishof
Solidarität mit Polen
Die Familie des internierten Lech Wałęsa mit seinem Porträt an der Wand

Der Friedensnobelpreis für Lech Wałęsa

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Lech Wałęsa im Jahr 1983 wurde als ein deutliches Signal der Unterstützung für Solidarność durch die demokratische Welt verstanden. Die kommunistische Regierung weigerte sich, Lech Wałęsa einen Reisepass auszustellen, um ihn an der persönlichen Entgegennahme des Preises zu hindern. Er wurde in Oslo von seiner Frau und seinem ältesten Sohn vertreten.

"Drugi obieg"

Die Ursprünge des "Drugi obieg" (dem polnischen Äquivalent von Samisdat) stammen aus den späten 1970er-Jahren. Allerdings entwickelte sich die heimliche Verbreitung von gedruckten Werken erst in den Jahren des Kriegsrechts (1981–1983) zur treibenden Kraft der Opposition. Führer von Solidarność, die der Verhaftung entgangen waren, schufen ein geheimes Netzwerk aus Druckereien und Vertrieb. Gedruckt wurde eine breite Palette von Publikationen als Alternative zu den offiziellen und von der Partei kontrollierten Medien. Neben Büchern, Zeitschriften, Broschüren und Plakaten wurden sogar Briefmarken und Postkarten gedruckt und weit verbreitet.

1984
Sonnenfinsternis
Verführtes Denken
Solidarność lebt!
1988, Studentenstreik an der Warschauer Universität
Streikende Werftarbeiter fordern die Wiederzulassung von Solidarność
Michail Gorbatschow im Gespräch mit General Jaruzelski während des Zehnten Kongresses der kommunistischen Partei (PZPR)

Der Runde Tisch

1989 entschloss sich General Jaruzelski angesichts einer zunehmenden Wirtschaftskrise und unter dem Einfluss der damals in der Sowjetunion stattfindenden Perestroika, Gespräche mit der Opposition aufzunehmen. Die Gespräche am Runden Tisch begannen im Februar. Sie führten zu der Übereinkunft, Solidarność wieder zuzulassen und Mitglieder des Senats sowie 35 % der Mitglieder des Sejm (das polnische Parlament) in freien Wahlen zu wählen.

1989, Gespräche am Runden Tisch

Herbst der Völker

Kurz nach Beginn der Gespräche am Runden Tisch in Polen begann Ungarn seine ganz eigene Verwandlung. Im Juni wurde der Stacheldraht entlang der österreichisch-ungarischen Grenze entfernt. Im August breitete sich der "Herbst der Völker", eine Welle von Massendemonstrationen gegen die kommunistischen Diktaturen, in den verbliebenen Ländern des Ostblocks aus. Ostdeutsche, Tschechen, Slowaken, Bulgaren, Rumänen sowie die Bevölkerungen in den Staaten der baltischen Sowjetrepubliken forderten offen Freiheit. Die Berliner Mauer fiel. In Folge der "Samtenen Revolution" wurde Václav Havel in das Amt des Präsidenten der Republik der Tschechoslowakei gewählt. In Rumänien verbündete sich die Armee mit den Demonstranten gegen Nicolae Ceaușescu. Der demokratische Übergang im ehemaligen Ostblock fand dank Michail Gorbatschow, der eine militärische Intervention in den Ländern Mittel- und Osteuropas ausgeschlossen hatte, weitgehend friedlich statt.

Plakate mit den Kandidaten für das Bürgerkomitee (Komitet Obywatelski) mit Lech Wałęsa

Bei den Wahlen am 4. Juni gewann das von Lech Wałęsa und führenden Kräften der Solidarność gegründete Bürgerkomitee die gesamten 35 % der möglichen Sitze im Sejm und 99 der 100 Sitze im Senat.

Der Erdrutschsieg der Opposition führte am 12. September 1989 zur Ernennung der ersten nicht-kommunistischen Regierung in Osteuropa, unter der Führung von Tadeusz Mazowiecki, einem Oppositionsführer und Berater von Solidarność.

Das Wahlplakat der Solidarność 1989
Tadeusz Mazowieckis erster Besuch im Sejm nach seiner Ernennung zum Ministerpräsidenten

Freies Polen

Der Januar 1990 begann mit der Wiedereinführung des traditionellen Namens des Landes, Polnische Republik statt Volksrepublik Polen, und der Umsetzung der als Balcerowicz-Plan bekannten marktwirtschaftlichen Reformen. Im Mai hielt Polen seine ersten freien und offenen Kommunalwahlen ab. 1990 war das erste Jahr eines freien und unabhängigen Polen, aber es bedeutete auch das Ende der Solidarność-Bewegung in der Form, die sie in den 1980er-Jahren gehabt hatte. Das Bürgerkomitee spaltete sich auf und im Herbst trat Lech Wałęsa bei den Präsidentschaftswahl gegen Tadeusz Mazowiecki an.

Mazowiecki schied in der ersten Runde gegen einen dritten Kandidaten aus und Wałęsa gewann die zweite Runde mit 75 % der Stimmen.

22. Dezember 1990: Lech Wałęsa leistet den Amtseid als Präsident.

"Während der zehn Jahre zwischen Sommer 1980 und Herbst 1990 erlebte Polen eine politische Achterbahnfahrt, wie sie nur wenige Länder je durchmachen mussten. Zu Beginn des Jahrzehnts befand sich Polen noch im Griff der kommunistischen Diktatur und des Ostblocks. Am Ende war es eine freie Nation."

Norman Davies, "God's Playground", Oxford University Press, 2005
Mitwirkende: Geschichte

Curation — Michał Zarychta, Polish History Museum
Translation —  Thomas Anessi, Barbara Kościa
IT — Artur Szymański

Quelle: Alle Medien
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