1842 bis 1915

Hamburgs Aufbruch in die Moderne

Museum für Hamburgische Geschichte, Historische Museen Hamburg

Erfahre mehr über die Entwicklung der Stadt Hamburg ab 1900.

Frühmorgens in der Nacht zum 5. Mai 1842 rief das Signal der Brandwächter die Hamburger Löschmannschaften zu einem Warenlager in der Deichstraße: Ein Feuer war ausgebrochen. Die Mannschaften galten als gut ausgebildet, das Hamburger Feuerlöschwesen als vorbildlich. Doch ließ sich das Feuer nicht eindämmen. Die eng aneinander gebauten Häuser mit ihrem hölzernen Fachwerk sowie leicht brennbare Warenvorräte gaben dem Feuer immer neue Nahrung. In nur 82 Stunden vernichteten die Flammen mehr als ein Viertel der Innenstadt. Beim Wiederaufbau wurde der abgebrannte Stadtteil nach modernen Maßstäben mit breiteren Straßen angelegt und mit gasbetriebener Straßenbeleuchtung und zentraler Frischwasserzufuhr versorgt. Hamburg machte sich auf den Weg in die Moderne.

Between 1850 and the 1930s, nearly 5,000,000 emigrants left the country via the port of Hamburg. Most of the passengers boarding the Frisia in Hamburg were emigrants, that is to say they had purchased one-way tickets to New York. For many, it was a voyage into the unknown and a considerable material risk.

Hamburg war mittlerweile Teil des wilhelminischen Reiches, ein Teil des Hafens ein so genannter „Freihafen“, ein Gebiet, das gegenüber Stadt und Reich Zollausland blieb. Hier konnte man Waren schnell und zollfrei umschlagen.

Mit dem Freihafen veränderte sich die gesamte Struktur des Hamburger Hafens. Das Gebiet verlagerte sich nicht nur endgültig aus der Altstadt heraus auf das südliche Elbufer, sondern wuchs auch an Fläche schnell über das Gebiet der Hamburger Innenstadt hinaus.

Die traditionelle Verbindung zwischen Speicher, Kontor und Wohnung brach auseinander, denn da die meisten Waren auf dem Freihafengelände umgeschlagen wurden, wurden Kontore und Speicher in der Innenstadt überflüssig. Es entstand an Stelle der barocken Wohnbebauung eine neue Speicherstadt auf der Kehrwieder- und Wandrahminsel. In der ehemaligen Innenstadt, nunmehr „City“, wurden neue Bürohäuser, die so genannten „Hamburger Kontorhäuser“ gebaut.

„Deutschlands Zukunft liegt auf dem Meer“ – so klang das Zukunftsversprechen Kaiser Wilhelms II. an seine Nation. Hamburg profitierte von dieser Zukunftsmusik: die Stadt bekam einen Freihafen. Als der damals hoch geschätzte Maler Hans Olde 1915 dieses Porträt des Kaisers malte, war Deutschland nach England zur weltweit zweitgrößten Wirtschaftsmacht aufgestiegen und der Erste Weltkrieg tobte.

Die berüchtigten Hamburger Hafenkneipen waren mehr als bloße Entspannungsorte für Matrosen und Hafenarbeiter. Sie dienten als Nachrichtenbörse, Arbeitsvermittlung und Sozialstation. Als Zeche oder Gegenleistung für ihre Dienste akzeptierten die Wirte mitunter auch Mitbringsel aus aller Welt: präparierte Tiefseefische oder Reptilien, getrocknete Korallen, handgeschnitzte Masken, Schiffsmodelle oder Gemälde, die den Charme der Kneipen ausmachten.

Hamburgs Entwicklung war zu allen Zeiten eng mit der Elbe verknüpft. Der Fluss fließt keineswegs in natürlichen Bahnen. Seit dem Mittelalter regulierten die Hamburger den Strom, ließen Deiche anlegen oder Elbarme still legen. Das Modell zeigt eine Hamburger Besonderheit, denn der Hamburger Hafen liegt über 100 Kilometer von der offenen See entfernt. Dennoch ist die Lage so verkehrsgünstig, dass Hamburg als südlichster Hafen Nordeuropas und westlichster Hafen Osteuropas bezeichnet wird. Die Fahrwassermarkierung sind von hoher Bedeutung, weil sie die Elbe für die immer größer werdenden Schiffe befahrbar machten.

Mitwirkende: Geschichte

Projektkoordination und Umsetzung: Anna Symanczyk, Martina Fritz
Texte: SHMH
Fotos: SHMH

Quelle: Alle Medien
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