Pferde, Gräser und Klima

Museum für Naturkunde Berlin

Die Entwicklung von Pferden, Graslandschaften und Klima ist eng miteinander verknüpft

Die Evolution der Pferde und die Entwicklung und Ausbreitung der Graslandschaften in den letzten 50 Millionen Jahren sind eng miteinander verknüpft.

Die Vorfahren der heutigen Pferde, Esel und Zebras waren kleine Tiere, nicht viel größer als ein Dackel.

Sie lebten in dichten Regenwäldern – strukturell ähnlich dem hier gezeigten Regenwald. Kein guter Lebensraum für heutige Pferde!

In Deutschland ist aus dieser Zeit vor allem das Messeler Urpferdchen, Eurohippus, bekannt. Mehrere Exemplare wurden in der Ölschiefergrube Messel gefunden. Vor ca. 48 Millionen Jahren wurden sie mit zahlreichen anderen Tieren am Grunde eines tiefen Sees fossilisiert.

Tip
Wenn Sie in der Nähe von Frankfurt oder Darmstadt sind, empfehlen wir einen Besuch im <a href="http://www.grube-messel.de/">Besucherzentrum des UNESCO Weltnaturerbes Grube Messel</a>, Roßdörfer Straße 108, 64409 Messel. Schauen Sie sich auch einmal die "Google expedition" zu Messel vom Senckenberg Museum für Naturkunde an.
Gras
Pferde ernähren sich überwiegend von Gräsern. Die ersten echten Gräser der Erdgeschichte entstanden bereits zur Zeit der Dinosaurier. Ihr Lebensraum war jedoch auf Wälder und Sümpfe beschränkt.
Graslandschaften
Graslandschaften wie Prairien, Steppen oder Savannen breiteten sich großflächig erst in den letzten 30 Millionen Jahren aus. Hier ein Besipiel aus Afrika! – Gleichzeitig begannen Pferde und andere Weidetiere mehr und mehr Gras zu fressen. Einige Arten wurden zudem deutlich größer um den Herausforderungen eines Lebensraum, der nur wenig Deckung und Schutz vor Jägern bot, besser entsprechen zu können.
Klima
Es besteht ein enger Zusammenhang mit der globalen Klimaentwicklung. Gräser kommen aufgrund ihrer effektiveren Fotosynthese besser mit weniger CO₂ und Wasser zurecht als viele andere Pflanzen. Der seit der Kreidezeit rückläufige CO₂-Gehalt in der Atmosphäre und die zunehmende Trockenheit hat die Ausbreitung der Gräser daher begünstigt. (Foto: Gjon Mili, TimeLIFE Photo Collection)

Die Reduktion von atmosphärischem CO₂ seit dem Eozän und die daraus resultierenden Kaltzeiten sind das Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren. Ein wichtiger Faktor war das verstärkte Wachstum von marinem Phytoplankton (im Meer schwebenden Algen). Wenn diese Algen sterben und zum Meeresgrund sinken, entziehen sie den enthaltenen Kohlenstoff aus dem Kreislauf der Natur. Die Meeressedimente halten diesen Kohlenstoff bis heute fest. Im Ergebnis wird der Atmosphäre CO₂ entzogen und der Treibhauseffekt nimmt ab. Im Ergebniss sanken damals die globalen Durchschnittstemperaturen und bereiten den Weg für die Eiszeiten. Heute befinden wir uns in einer Phase der rapiden globalen Erderwärmung, bedingt durch die Verbrennung fossiler Kohlenstoffquellen wie Erdgas, Erdöl oder Kohle.

(Image: A modern phytoplankton species, Asterolampra marylandica, J.R. Dolan, G. Hagedorn, CC BY-SA 3.0)

Vom kleinen Eurohippus ...

... bis zum stolzen Pferd war es ein langer Weg – Klima und Gräser waren entscheidende Begleiter!

(Pferdeskulptur aus Halikarnassos, 350 B.C., British Museum)

Mitwirkende: Geschichte

Bilder: Antje Dittmann, Carola Radke (Museum für Naturkunde Berlin), Google Streetview, Lothar Rössling, British Museum, J.R. Dolan
Text: Gregor Hagedorn, Faysal Bibi, David Lazarus (Museum für Naturkunde Berlin)

Für weitere Informationen über die Grube Messel empfehlen wir Ihnen die Online Ausstellung unseres engen Partners Senckenberg: Gesellschaft der Naturfreunde": UNESCO Welterbe Grube Messel – Ein Ökosystem in Hessen vor 48 Millionen Jahren

Quelle: Alle Medien
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