Im Jahr 1895 gelang der Worpsweder Künstlervereinigung der künstlerische Durchbruch im Münchener Glaspalast, wo nach dem Vorbild des Pariser Salons seit 1889 internationale Jahresausstellungen ausgerichtet wurden. Das stimmungsvolle Gemälde Herbst im Moor gehörte zu Modersohns acht Exponaten. Im April desselben Jahres war das Bild auf der ersten Ausstellung der Worpsweder Maler in Bremen zu sehen und wurde daraufhin von Kunstfreunden für den Kunstverein zu Bremen erworben. Es zeigt eine typische Worpsweder Heide- und Moorlandschaft, die zum Teil überschwemmt ist, sowie zwei Birken und ein reetgedecktes Gehöft unter tief geballten Wolken. Rainer Maria Rilke erkannte Modersohns besondere Fähigkeit zur Anschauung und Einfühlung und bezeichnete den geschätzten Freund in seiner Worpswede-Monographie von 1902 als „schauende[ n] Mensch[en] mit einer weiten Seele, in der alles Farbe und Landschaft wurde“. Modersohn bereitete das Bremer Gemälde in der Zeichnung Herbst im Moor (Inv. Nr. 1966/498) vor. Sie zählt zu den sogenannten „Abendblättern“, die seine Frau Paula Modersohn-Becker als „direkteste[n] Ausdruck seines Gefühls“ besonders schätzte.
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