1799 floh Jakob Philipp Hackert vor der französischen Besetzung aus Neapel nach Florenz. Den Verlust aller Privilegien eines königlichen Hofmalers und der Abschied vom prunkvollen Leben in Neapel wird der inzwischen 63jährige Künstler schmerzhaft empfunden haben. Seit dieser Zeit fand er bisweilen zu stimmungshaften, empfindsamen Bildmotiven.
Mit Wanderungen durch die Toskana erschloß sich Hackert die für ihn neuen Gegenden um Florenz. Wie viele andere Künstler besuchte auch er den östlich des Arno am tannenbewaldeten, dunklen Hang des Pratomagno-Gebirges gelegenen Ort Vallombrosa. Auf dem Weg durch das schattige Gebirgstal von der Abtei Vallombrosa zum höher gelegenen Paradisino fand Hackert am Felsen Masso del Diavolo (Teufelsfelsen) das Motiv für sein Gemälde »Felsenlandschaft mit Landsknechten«.
Die Darstellung eines Wald-Innenraumes ohne Ausblick, belebt mit Figuren in mittelalterlichen Rüstungen, ist im Werk Hackerts ungewöhnlich und weist auf Walddarstellungen des 19. Jahrhunderts voraus. Die Staffage könnte auf die Ursprungslegende des 1015 gegründeten Klosters Bezug nehmen: Danach soll der Florentiner Giovanni Gualberto im Wald dem Mörder seines Bruders begegnet sein. Obwohl in Begleitung bewaffneter Krieger, habe er auf Rache verzichtet. Stattdessen wurde er Mönch und gründete das Kloster. | Birgit Verwiebe