In der Darstellung des Alten Vorderasien hat die Schriftkultur einen zentralen Stellenwert. Hier kam es zu einer der wohl bedeutendsten kulturgeschichtlichen Leistungen der Menschheit – der Erfindung der Schrift als Wissensspeicher und Mittel der Kommunikation. Dieser Vorgang ist zuerst im Süden des Zweistromlandes zu beobachten. Bereits Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. entwickelten die komplex organisierten Stadtkulturen dort die Schrift als ein Hilfsmittel der Verwaltung. Rasch bildete sich aus den einfachen, mit Rohrgriffeln auf kleine Tontafeln geschriebenen Notizen ein System von Schriftzeichen heraus, das es erlaubte, notwendige Informationen aufzuschreiben und Nachrichten jedweder Art zu transportieren. Nach dem Erscheinungsbild ihrer Zeichen nennt man diese Schrift heute Keilschrift.
Die Keilschrift notiert Gesprochenes vorwiegend als Silben, daneben benutzte man noch Zeichen, die ganze Wörter wiedergaben und andere, die erläuterten, wie bestimmte Textteile zu verstehen sind. Vor allem die Nutzung der Silbenwerte einer Sprache ermöglichte es, die Lautwerte in ihren unterschiedlichen Bedeutungen in mehreren Sprachen zu verwenden.