Was ist die Museumsinsel Berlin?

Fünf Museen, eine Insel

Von Google Arts & Culture

Fassade des Alten Museum Berlin (1830) von Karl Friedrich SchinkelAltes Museum, Staatliche Museen zu Berlin

Die Museumsinsel Berlin – hier ist der Name Konzept: Fünf der renommiertesten Museen der Stadt auf einer Insel in der Spree. Die zwischen 1824 und 1930 erbauten Museen erzählen eine Geschichte, die von den alten Ägyptern und den Kulturen Vorderasiens bis hin zur griechischen und römischen Antike und von der christlichen und islamischen Kunst des Mittelalters bis zur europäischen Malerei des 19. Jahrhunderts reicht.

Auf dem nördlichen Teil der Insel im heutigen Bezirk Mitte befand sich Anfang des 19. Jahrhunderts noch ein Gewerbegebiet. 1823 bis 1830 wurde dort das Alte Museum erbaut. Es sollte die königlichen Kunstsammlungen beherbergen, um diese für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Jahr 1841 verfügte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, die hinter dem Museum liegende Spreeinsel zu einer „Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ umzugestalten. So entwickelte sich die Museumsinsel nach und nach zum kulturellen Knotenpunkt der Stadt. In den nächsten 100 Jahren wurden vier weitere Museen auf der Insel errichtet. Sie sind gute Beispiele dafür, wie sich die Museumsarchitektur im Laufe des 20. Jahrhunderts weiterentwickelte. Jedes Museum wurde auf die Kunstwerke und Artefakte abgestimmt, die es beherbergen sollte. Dabei wurde jedoch auch auf architektonische Geschlossenheit zwischen den einzelnen Bauten geachtet.

Aus der Spreeinsel wurde bis Ende der 1870er-Jahre die Museumsinsel, die seit 1999 zum UNESCO-Welterbe gehört. Das sind ihre fünf Museen:

Altes Museum

Das Alte Museum wurde am 3. August 1830 eröffnet. Bei seiner Eröffnung und bis 1845 hieß es Königliches Museum, da es ursprünglich die königlichen Kunstsammlungen beherbergte. Nach Baubeginn des Neuen Museums wurde es in Altes Museum umbenannt. Das Museum wurde von Karl Friedrich Schinkel, dem wichtigsten preußischen Architekten des 19. Jahrhundert, im Stil des Klassizismus entworfen. Sein neoklassizistischer Bau, darunter eine riesige Säulenhalle, wurde von der Architektur des antiken Griechenland und Rom inspiriert. Heute sind hier vor allem Werke der Antikensammlung ausgestellt.

Neues Museum

Die Arbeiten zum Bau des Neuen Museums begannen 1841. So sollte Platz für die Artefakte geschaffen werden, die das Alte Museum nicht mehr aufnehmen konnte. Das Gebäude wurde vom Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler entworfen und galt als wichtiger Meilenstein der Technik für die Entwicklung von Großbauten. Erstmalig fanden neue Bautechniken Anwendung. Aufgrund des schlechten Baugrunds auf der Spreeinsel kam zum Beispiel eine Dampfmaschine zum Einsatz. Das Museum wurde während des Zweiten Weltkriegs stark zerstört und blieb für Jahrzehnte eine Ruine. Nach der Restaurierung und dem Wiederaufbau durch den englischen Architekten David Chipperfield wurde es 2009 neu eröffnet. Es beherbergt Objekte des Museums für Vor- und Frühgeschichte, der Antikensammlung und des Ägyptische Museums und Papyrussammlung, darunter die berühmte Büste der Nofretete.

Alte Nationalgalerie

Der Grundstein für die Sammlung der Alten Nationalgalerie wurde mit einer Schenkung des Bankiers Joachim H. W. Wagener gelegt. Er hinterließ dem König von Preußen 262 Gemälde deutscher und europäischer Maler des 19. Jahrhunderts. Stüler begann mit den Planungen des Gebäudes, verstarb aber, bevor er es beenden konnte, so dass der Bau unter Heinrich Strack fertiggestellt wurde. Das an einen antiken Tempel erinnernde Museum wurde 1876 eröffnet. Wie das Neue Museum wurde es im Zweiten Weltkrieg stark zerstört; nach dem Mauerfall wurde es generalsaniert und 2001 wiedereröffnet. Es beherbergt Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, darunter Werke von Monet, Manet, Renoir und Caspar David Friedrich.

Bode-Museum

Das Bode-Museum wurde 1904 eröffnet und befindet sich am nördlichen Ende der Museumsinsel. Bei der Eröffnung hieß es Kaiser-Friedrich-Museum nach Friedrich III. Das Bauwerk im Stil des Neobarock wurde von Hofarchitekt Ernst von Ihne errichtet, um europäische Kunst des Mittelalters und der Renaissance zu beherbergen. 1956 wurde es zu Ehren seines ersten Direktors Wilhelm von Bode umbenannt, der erstmals Skulpturen und Gemälde gemeinsam ausgestellt hatte. Im Museum können sich Besucher heute die Skulpturensammlung mit Ausstellungsstücken vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert, Werke der Gemäldegalerie, Byzantinische Kunst sowie Medaillen und Münzen ansehen.

Pergamonmuseum

Das Pergamonmuseum wurde 1930 fertiggestellt. Es beherbergt Monumentalobjekte aus aller Welt, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, darunter das Ischtar-Tor von Babylon und das Markttor von Milet. Das Pergamonmuseum ist das bekannteste der fünf Museen und eines der meistbesuchten in Deutschland. Es wurde von Alfred Messel und Ludwig Hoffmann entworfen und beherbergt drei Sammlungen: das Museum für Islamische Kunst, die Antikensammlung und das Vorderasiatische Museum. Aufgrund von Renovierungsarbeiten ist die Halle mit dem Pergamon-Altar (nach dem das Museum benannt ist) bis mindestens 2023 geschlossen, aber ab November 2018 können Besucher sich im temporären Ausstellungsgebäude „Pergamonmuseum. Das Panorama“ Meisterwerke der alten Metropole Pergamon und ein 360°-Panorama von Yadegar Asisi ansehen.

Mitwirkende: Geschichte
Quelle: Alle Medien
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