Massaker der Unschuldigen

Von Massaker zu Plünderung: Die Umwandlung eines Meisterwerks

Touch & Hold

Im Evangelium nach Matthäus ordnet König Herodes, nachdem ihm von den Heiligen Drei Königen die Geburt Jesu Christi zugetragen wurde, die Tötung aller Knaben unter dem Alter von zwei Jahren in Bethlehem an.

Bruegel übertrug diese Episode in den zeitgenössischen Kontext der flämischen Gräueltaten: Die Uniform der Soldaten unterscheidet sich von der der spanischen Armee und ihrer deutschen Söldner.

Die Inspiration des Künstlers geht im Übrigen auf seine Erfahrung im besonders harten Winter 1564-1565 zurück, die ihn veranlasste, das Dorf mit seinem gefrorenen Teich und den an den Dächern hängenden Eiszapfen unter einer Schneedecke zu malen.

Der Bethlehemitische Kindermord war ein Einblattholzschnitt, der von Bruegel selbst und seinem Sohn, Pieter Bruegel der Jüngere, immer wieder gemalt wurde.

Kurz nach seiner Entstehung gelangt das Gemälde in den Besitz von Rudolf II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, in Prag.
Die getöteten Kleinkinder waren mit Details, wie kleine Ballen, Nahrung oder Tiere, übersät, damit die Szene eher an eine Plünderung als an ein Blutbad denken lässt.

Die Flammen, die im Himmel über den Häusern hinzugefügt wurden, wurden 1941 entfernt. Anlässlich der vollständigen Restaurierung des Gemäldes im Jahre 1988 wurde jedoch die Entscheidung getroffen, die wichtigsten (und aus historischer Sicht markantesten) Änderungen beizubehalten, mit denen Tiere und leblose Objekte die getöteten Kinder überdeckten.

Im Hintergrund untermittelbar unter der Kirche versucht ein Vater, sein Baby in Sicherheit zu bringen, auch wenn der Soldat zu Pferd auf der Brücke hinter ihm und die vielen angebundenen Pferde, deren Reiter scheinbar dabei sind, die Häuser zu durchsuchen, darauf hindeuten, das ihm dies sicher nicht gelingen wird.

Links im Hintergrund uriniert ein Soldat gegen eine Mauer.

Links im Bild treibt ein Soldat die Frauen in einem Haus zusammen; ein anderer trägt ein Baby (eines der wenigen, die nicht überdeckt wurden) aus einem Haus, während die Nachbarn an der Hauswand scheinbar versuchen, eine trauernde Mutter zu trösten.

Weiter rechts weint eine stehende Frau um ihr leblos im Schnee liegendes Kind (das mit Schinken und Käse überdeckt ist).

Ein Paar scheint einen Soldaten anzuflehen, anstelle ihres Babys, ein Junge (von einer Gans und einem Schwan überdeckt), ihre Tochter zu nehmen.

Eine sitzende Frau beweint ihr in ihrem Schoss liegendes totes Kind (das mit einem Ballen abgedeckt ist).

Eine Soldatengruppe sticht ihre Lanzen in einen Babyhaufen (mit Vieh bedeckt), um sicher zu sein, dass alle tot sind, während die Frauen im Angesicht des Schreckens vor einem anderen Landsknecht fliehen, der ein (mit einem Frischling bedecktes) Kleinkind erdolcht.

An dieser Stelle bildet sich ein gesondertes Grüppchen: Hässliche und lächerliche Dorfbewohner protestieren vor einem elegant gekleideten Boten, der ursprünglich den (mit einer einfachen Verzierung verdeckten) Adler, Symbol der Habsburger, auf seinem Uniformrock zur Schau stellte.

Ganz rechts auf dem Bild erzwingen sich Soldaten den Zutritt in eine Herberge. Drei von ihnen klettern hoch und dringen über das Fenster ein,

Ein anderer schwenkt eine Axt, ein anderer stemmt einen Rammbock und ein Dritter rennt das Zugangstor zum Hof ein,

...so dass sich ein Eiszapfen löst, der ihm wie eine göttliche Rache auf den Kopf fällt.

Im Vordergrund von rechts nach links sehen wir ein (mit einem Ballen abgedecktes) Kleinkind, das seiner Mutter entrissen wurde, sowie ihre Tochter.

Zwei Generationen einer Familie beweinen ein Kleinkind, das (mit einem Kalb abgedeckt) gerade erdolcht wird.

Im Vordergrund links verfolgt ein weiterer Unteroffizier eine Mutter und ihr Kind, die auf der Flucht sind; die Gruppe wurde nicht abgedeckt, aber ging teilweise verloren, als diese Seite der Tafel abgetrennt und vom Gemälde entfernt wurde.

Die Reitergruppe in ihrer Rüstung wird von einem Mann angeführt, dessen Gesichtszüge geändert wurden. In den anderen Versionen des Gemäldes weisen seine schlaffen Lider und sein langer Bart darauf hin, dass es sich um den Herzog von Alba handelt, der die Niederlande im Auftrag von Philipp II. von Spanien zwischen 1567 und 1573 mit eiserner Hand regierte.

Vor seiner Wiederentdeckung wies die von einem der Soldaten geschwungene Fahne fünf goldene Kreuze auf weißem Untergrund, das Wappen von Jerusalem, auf, das von Philipp II. von Spanien von Zeit zu Zeit als Symbol verwendet wurde.

Massaker der Unschuldigen by Pieter Bruegel the ElderRoyal Collection Trust, UK

Quelle: Alle Medien
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