Editorial Feature

Die zauberhafte Sammlung des Museum of Witchcraft & Magic

Von Hexenbesen bis Kristallkugeln, hier gibt es alles

Das Museum of Witchcraft & Magic (Museum für Hexenkunst und Magie) befindet sich beim Hafen von Boscastle, einem malerischen Dorf in Cornwall. Es wurde 1951 von Cecil Williamson gegründet, der Zeit seines Lebens am Okkulten interessiert war, und das Museum ursprünglich in Castletown auf der Isle of Man eröffnet hatte. Das Museum wurde 1960 schließlich in Boscastle angesiedelt und bot den Besuchern damals eine sonderbare Mischung aus Schaukästen und Tableaus in Kombination mit einer seltenen Auswahl an Objekten aus dem Südwesten Englands.

Boscastle wurde nicht zufällig gewählt, sondern Williamson war der Ansicht, dass der Ort tief in der alten Magie verwurzelt sei und die Welt der Geister dort seit Jahrhunderten besonders nahe wäre. Von ihm stammt folgende Aussage: "Drei Meilen von diesem Ort entfernt befindet sich ein prähistorisches Labyrinth, das in eine lebendige Felswand gehauen wurde, ein Beweis dafür, dass der Mensch mit seiner Zauberei schon seit dem Altertum in diesem Gebiet aktiv war."

Handlesekunst, Museum of Witchcraft & Magic (aus der Sammlung der British Library)
Zauberstab in Schlangenform, Museum of Witchcraft & Magic (aus der Sammlung der British Library)

Das Museum of Witchcraft & Magic enthält mit über 3.000 Objekten aus der jenseitigen Welt und über 7.000 Büchern die weltweit älteste und größte Sammlung von Exponaten im Zusammenhang mit Hexerei, Magie und Okkultismus. Simon Costin ist gegenwärtig der Direktor des Museums und leitet den Museumsbetrieb seit 2013. Costins Geschichte mit dem Museum begann im Jahr 2004, nachdem Sturzfluten Boscastle heimgesucht und das Museum beschädigt hatten. Er sah sich die Verwüstung damals von London aus an. "Ich hatte schon seit vielen Jahren von dem Museum gewusst, aber es schien immer zu weit entfernt für mich zu sein", sagt Costin. Nachdem er mit dem damaligen Besitzer, Graham King, Kontakt aufgenommen hatte, sorge Costin als Vermittler beim Geology Museum in London dafür, dass alte dort ausgesonderte Mahagoni-Vitrinen an das Kings Museum gespendet wurden. "Graham fragte mich 2012, ob ich der neue Inhaber und Verwalter werden möchte, und 2013 wurden die Dokumente am 31. Oktober unterschrieben", einem Tag, der fast schon unheimlich gut passte.

Seitdem kann Costin seiner Leidenschaft für die Dinge der Magie frönen, die ihn seit seiner Kindheit angezogen haben, als er unersättlich Bücher las, "die sich mit unheimlichen Geschichten beschäftigten" und die Ausgaben der Eltern von Reader's Digest und "Folklore, Myths and Legends of Britain" verschlang.

Magischer Spiegel einer Hexe, 20. Jahrhundert, Museum of Witchcraft & Magic (aus der Sammlung der British Library)
Teetasse für Wahrsager, Museum of Witchcraft & Magic (aus der Sammlung der British Library)


"Die Mehrzahl der Objekte stammt aus Cecils ursprünglicher Sammlung, aber wir erhalten auch viele Spenden von praktizierenden Magiern und suchen auf Auktions-Websites und natürlich bei eBay", sagt Costin über die wachsende Sammlung des Museums. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf magischen Gegenständen aus Großbritannien, die vor der Aufnahme genauestens daraufhin überprüft werden, "wer der Besitzer war und wie das Objekt verwendet wurde".

Obwohl die Sammlung bereits eine umfassende Mischung aus außergewöhnlichen Exponaten darstellt, sind Costin und sein Team oft im Internet unterwegs, um nach neuen Objekten zu suchen. So versuchen sie schon seit Langem, einen Ring mit einem Krötenstein zu finden. "Der Krötenstein ist auch unter der Bezeichnung Borax bekannt und wurde für ein Gegengift gehalten, das sich im Kopf einer Kröte befindet", erläutert Costin. "Krötensteine sind eigentlich die versteinerten Zähne des Lepidotes, einem ausgestorbenen Fisch aus der Jura- und Kreidezeit. Die ersten Aufzeichnungen über Ringe mit Krötensteinen stammen aus dem 14. Jahrhundert und sie wurden bis ins 18. Jahrhundert hergestellt. Es ist schwer, sie zu beschaffen, deshalb stehen sie ganz oben auf unserer Liste!"

Hexenbesen von Olga Hunt, Museum of Witchcraft & Magic (aus der Sammlung der British Library)
Kristallkugel "Schwarzer Mond" von Smelly Nelly, Museum of Witchcraft & Magic (aus der Sammlung der British Library)

Im Rahmen der Beteiligung des Museums an der Ausstellung der British Library Harry Potter: A History of Magic (Harry Potter: Die Geschichte der Magie) wurde eine Vielzahl an zauberhaften Exponaten, u. a. ein explodierter Kessel aus dem 20. Jahrhundert, ein Zauberstab in Schlangenform, ein magischer Spiegel für die Wahrsagerei und eine Kristallkugel in Form eines schwarzen Mondes verliehen.

Während diese Gegenstände den Anhängern der Bücher möglicherweise bekannt vorkommen, hat das Museum of Witchcraft & Magic im Laufe der Jahre noch viele unerwartete Artefakte zusammengetragen. "Wir haben einen erhaltenen menschlichen Kopf, der für eine mittelalterliche Reliquie gehalten und liebevoll Harry genannt wurde", erklärt Costin. "Vor einigen Jahren wurde der Kopf forensisch untersucht, wobei sich herausstellte, dass er zu einer ägyptischen Mumie gehört und kein Er, sondern eine Sie ist! Ihr Name ist jetzt Harriet."

Während die Sammlung des Museum of Witchcraft & Magic weiterwächst und immer noch zauberhafter wird, bietet es uns die Möglichkeit, auf die vielfältige Geschichte der Magie zurückzublicken und mehr über die vielen Wege zu erfahren, wie Menschen das Übernatürliche in ihrem Leben willkommen geheißen haben.

Magische Gartengeräte aus Horn und Knochen, Museum of Witchcraft & Magic (aus der Sammlung der British Library)
Explodierter Kessel, 20. Jahrhundert, Museum of Witchcraft & Magic (aus der Sammlung der British Library)
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