Die Serie "13 Versuche ein Hahn zu werden" entstand in den Jahren 1977/78.
Die Serie kann als surrealer Lebenslauf betrachtet werden.
Der Arbeitstitel dieser Serie war zunächst:
„12 Versuche einen Hahn zu malen.“
So endet dieser Zyklus logischerweise zunächst mit dem Tod des Hahns, bildlich mit dem Absturz des (aus)brennenden Hahns in die Blumenwiese, die in der Ikonographie Lettls in Anlehnung an Henri Rousseau (1844-1910) irgendwie das ursprünglich-paradiesische symbolisiert.
Wolfgang Lettl malte dieses Bild mit 58 Jahren. Er konnte damals nicht ahnen, dass er 30 Jahre später, bis zum Ende seiner Kräfte malend am 10. Februar 2008 umgeben von seinen Bildern und seinen Lieben mit einem „Ja“ auf den Lippen diese Welt verlässt.
Aber so wie seiner Überzeugung nach das Dasein nicht mit dem Tod eines Menschen endet, so endet auch diese Serie nicht mit Bild Nummer 12. Als Surrealist erfährt er, dass hinter dieser Wirklichkeit weitere Wirklichkeiten existieren.
Und so schreibt er bezugnehmend auf das Bild „Was schaut ihr? - Seht euch selber an!“ (2001):
Will uns das Bild in seiner Rätselhaftigkeit sagen, dass unsere Wirklichkeit und alles was wir darüber hinaus noch glauben, wissen und ahnen können noch nicht das Letzte ist? Dass der Abgrund und die Rätselhaftigkeit keine Gefahr bedeuten, sondern ... die unvorstellbare Vollkommenheit der Erlösung?