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Hausen

Naturhistorisches Museum Wien

Naturhistorisches Museum Wien
Wien, Österreich

Huso huso. Mündungsbereich Raab/Donau, Ungarn. 1897.

Ein Hausen mit einer Körperlänge von drei Metern galt bereits 1897, als dieses Exemplar bei
Györ (Raab) in der Raab gefangen wurde, als spektakuläre Rarität.

DONAU-UNGEHEUER
Donauweibchen, Wassermänner und Monster, dreimal so lang wie ein gestandener Flussfischer – 
die Sagen von furchterregenden Donau-Ungeheuern entsprangen nicht nur der Fantasie der Anrainer. Die bis zu sieben Meter langen und bis zu eineinhalb Tonnen schweren Hausen, die einst in der Donau anzutreffen waren, trugen zweifellos zur Entstehung dieser Mythen bei. Der Europäische Hausen, ein sehr urtümlicher Knochenfisch, war unter anderem im Schwarzen Meer verbreitet und wanderte jedes Jahr flussaufwärts, um seine Eier abzulegen. In der Donau konnte er bis 2.500 Kilometer von der Mündung entfernt beobachtet werden; die Hauptlaichplätze lagen jedoch in Ungarn – im Mittelalter schien die Donau zu „kochen“, wenn sich dort hunderte der gewaltigen Fische im Wasser tummelten. Große Hausen hatten damals den Wert mehrerer Kühe. Um die Fische am Weiterziehen zu hindern, wurden „Hausenzäune“ errichtet; entlang dieser Absperrungen holte man die riesigen Störe jahrhundertelang massenweise aus dem Fluss. Daraufhin kam der Hausenzug im 19. Jahrhundert völlig zum Erliegen.
Heute verhindern Kraftwerksanlagen, dass der Hausen donauaufwärts wandern kann, und sämtliche natürliche Bestände sind vom Aussterben bedroht. Doch noch immer wird er in großen Mengen gefangen – weniger wegen seines Fleisches, als vor allem wegen seiner Eier. Der größte aller Störe liefert den kostbaren Beluga-Kaviar, die begehrteste aller Kaviarsorten. Ein einziges Hausenweibchen kann über hundert Kilogramm Eier in sich tragen – ein enormer Anreiz zur Überfischung, trotz vermehrter Bestrebungen, Kreuzungen zwischen Hausen und Sterlet für die Kaviargewinnung zu züchten.

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  • Titel: Hausen
  • Rechte: (c) NHM (Lois Lammerhuber)
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