Die Münzprägung der Kelten begann mit der Imitation griechischer und römischer Vorbilder, wobei im westlichen Bereich der keltischen Welt, wie im vor allem das heutige Frankreich umfassenden Gallien, der Goldstater des Königs Philipp II. von Makedonien als Vorlage für lokale Münzen diente. Der ursprünglich Apollon darstellende Kopf auf der Vorderseite dieses Exemplars zeigt das durchmodellierte Gesicht und die feine Nase eines griechischen Gottes, doch die Locken sind hier in keltischer Manier zu dicken Schleifen und Tropfen aufgelöst, bekrönt von einem aus Linien und Kugeln bestehenden Lorbeerkranz. Noch deutlicher ist die keltische Hand des Stempelschneiders auf der Rückseite erkennbar: Die zwei galoppierenden Pferde vor dem Wagen mit dem sie antreibenden Lenker scheinen aus verschiedenen Formen zusammengesetzt, sie bestehen aus kantigen Körpern und Köpfen sowie kugeligen Ohren und Hufen. Die im Original griechische Schrift im Münzabschnitt wird hier durch eine doppelte Punktreihe imitiert, die Ähre im Münzfeld ist einem Beizeichen der makedonischen Prägestätte Pella nachgebildet. Die beschriebenen Eigenschaften verbinden eine Gruppe von etwa zwanzig Fundmünzen, die mehrheitlich im Raum des heutigen Baden-Württemberg entdeckt wurden und nach dem Fundort des hier gezeigten Exemplars unter dem Typ Brackenheim zusammengefasst sind. Das Besondere an diesem Münztyp, der von etwa 250 bis 175 v. Chr. datiert wird, ist die Ausgabe von Teilstücken des etwa 8,2 Gramm schweren Vollstaters: Bei dem hier gezeigten Stück handelt es sich um einen sehr seltenen Halbstater, häufiger sind Viertelstatere zu finden. Die Verteilung der bisher bekannten Fundorte des Münztyps Brackenheim könnte für eine Prägestätte in Baden-Württemberg sprechen. Vorderseite: Kopf des Apollon mit Lorbeerkranz nach rechts. Rückseite: Ein Wagenlenker fährt in einer Biga nach rechts. Im Feld rechts unten Ähre (Beizeichen). Im Abschnitt befinden sich Punkt- und Strichreihen.
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