Noch 15 Tage bis zum Anpfiff: Samba, Bossa Nova und ein bisschen Pelé
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Noch 15 Tage bis zum Anpfiff: Samba, Bossa Nova
und ein bisschen Pelé
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Brasilianisches Kulturprogramm zur Fußball-WM - Konzerte,
Lesungen, Ausstellungen und Filme
Holger Mehlig
AP
25.05.2006 11:05
Brasiliens Kulturminister Gilberto Gil bei der Pressekonferenz über
den 'Copa da Cultura 2006' am 24 Mai in Berlin. (AP Photo/Markus
Schreiber)
Berlin. «Fußball ist bei uns in Brasilien nicht nur ein Spiel, sondern ein kulturelles Phänomen", sagt Gilberto Gil. Die Verbindung zur
Kultur sei sehr eng, da Fußball Tanz, Rhythmus, Kommunikation und Kreativität beinhalte. Also entwickelte der brasilianische
Kulturminister und gefeierte Sänger Gil zusammen mit Fußballlegende Pelé ein Kulturprogramm zur Fußball-Weltmeisterschaft in
Deutschland. Das Festival Copa da Cultura- soll zeigen: wie Ronaldinho und Co., so hat auch die brasilianische Kulturszene
weltmeisterliches Format.
Pure Lebensfreude, heiße Samba-Rhythmen, aber auch Ausstellungen, Lesungen und Filme sind ab sofort bis zum Tag des Endspiels, den
9. Juli, in Berlin zu erleben. In ganz Deutschland gibt es Veranstaltungen. Zentrum aber ist das Haus der Kulturen der Welt in Berlin.
Hier werden große brasilianische Partys steigen, mit Live-Musik, DJs und Tanz. Und nebenbei werden auf Großbildleinwänden die WM-
Spiele gezeigt.
Die Namen der Künstler sind klangvoll: Elza Soares soll kommen. Sie sei die "Grande Dame des Samba, lobt Gil. Bebel Gilberto, die
-Prinzessin- des Bossa Nova, wird ihren Auftritt haben. Und -Großmeister- Chico Buarque ist auch mit dabei. Es gibt aber auch
Kammermusikkonzerte, Funk, Rap und HipHop.
Die Ausstellung "Tropicalia - a Revolution in Brazilian Culture - (ab 10. Juni) zeigt, wie eine neue brasilianische Pop-Bewegung vor rund
40 Jahren immer mehr Einfluss gewann. Sie entstand in Opposition zur damals herrschenden Militärdiktatur: In der Musik verband sich
brasilianische Folklore mit psychodelischen Träumen, Jimi Hendrix und Brit Pop. Die Bewegung wurde inspiriert vom Schriftsteller
Oswald de Andrade. Anhand von Filmpostern, Installationen, Bildern, Plattencovern und Klängen stellt die Ausstellung die ganze
Kulturbewegung vor.
Darüber hinaus werden die besten brasilianischen Filme der vergangenen fünf Jahre in einer Retrospektive vorgeführt. 20 Kinofilme
sollen beweisen, dass sich Ginga - der Begriff für die Kreativität der brasilianischen
Fußballer - auch im Kino wiederfindet. Zwei Abend
sind den Regisseuren Fernando Mereilles und Walter Salles gewidmet. Darüber hinaus gibt es wissenschaftliche und literarische Vorträge
zur Kulturhistorie und gegenwärtigen Kultur Brasiliens. Und im - Hebbel am Ufer- Theateraufführungen.