Hendrick ter Brugghen lernte zunächst bei dem Utrechter Maler Abraham Bloemaert. Von 1604 bis 1614 reiste er nach Italien und wurde von der Kunst Michelangelo da Caravaggios tief beeindruckt. Ter Brugghen zählt heute zu den Hauptmeistern des Utrechter Caravaggismus. Die Gestaltung der Szene aus dem 1. Buch Moses (25, 29-34), in der der hungrig von der Jagd heimkehrende Esau seinem Bruder Jakob das Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht verkauft, lebt von dem ausdrucksvollen, wenngleich stummen, nur durch Bewegung inszenierten Dialog zwischen den Brüdern. Der verhängnisvolle Handel konzentriert sich in den Händen beider, die den Linsennapf umfassen. Direkt über dieser Geste erhellt ein weißgelbes Kerzenlicht als Bildzentrum die im Profil einander zugewandten Köpfe der Knaben mit den beredten Blicken. Das Licht gliedert auch den Raum. Die Eltern sind scheinbar gleichgültig gegenüber dem Geschehen. Links am Tischende löffelt der Vater, tief über den Tisch gebeugt, seine Suppe. In verhaltener Geschäftigkeit trägt Rebekka, die Mutter, in steifer Haltung mit geradezu würdevollem Blick hinter dem Tisch einen kupfernen Teller, einen Schatten auf die Rückwand werfend. Vereinzelte Gegenstände bilden karge Stillleben.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017
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