Levi kannte Brahms seit 1862, als er ihn in Hamburg aufsuchte. Das intensive Studium von Brahms‘ Kompositionen kam für Levi einer Offenbarung gleich. Aus dem bewunderten Komponist wurde bald Levis vertrautester Freund. Auch Brahms schwärmte geradezu von Levi, „der junge Mann“ sei „so frisch und sieht mit so hellem Auge in die schönste Höhe, daß alles eine wahre Freude ist.“ Am 30.4.1875 kam es zwischen Levi und Brahms zu einer heftigen Aussprache, in der es um Levis Hinwendung zu Wagner ging. Am nächsten Morgen verließ Brahms ohne Abschied das Haus. Der zutiefst getroffene Levi versuchte leidenschaftlich, den Freund zurückzugewinnen, letztlich erfolglos, obwohl noch jahrelang ein immer kühlerer Kontakt bestand.
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