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Am 7. Juni 1905 schlossen sich in Dresden Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff zu der Künstlervereinigung Brücke zusammen und leiteten damit die Geschichte des Expressionismus in Deutschland ein. Das Bremer Werk zählt zu Kirchners Doppelbildern. Vermutlich war es Geldmangel, der ihn dazu bewog, beide Seiten der Leinwand zu bemalen. Der Liegende Akt mit Fächer geht in seinen malerischen und abstrakten Qualitäten auf Kirchners fruchtbare Auseinandersetzung mit dem französischen Fauvismus zurück, insbesondere auf das Werk von Henri Matisse, über dessen Rezeption Kirchner seinen „weichen“ Stil entwickelte. Das Modell ist ganz unmittelbar, mit unvermalten, lockeren Pinselstrichen in einer leuchtenden Farbpolyphonie erfasst, ohne konkret in den Raum eingebettet zu sein.
Das Gemälde Schlafende Milly von 1909/11 beschreibt ein exotisch anmutendes Gemach, auf dem sich das Modell auf einem Diwan räkelt. Kirchner hat hier zu seinem „harten“ Stil gefunden. Das Bild ist in dunkleren, kräftigen Farben angelegt. Die eckigen Formen sind mit schwarzen Umrisslinien eindeutig geklärt und über die tektonische Flächenhaftigkeit verfestigt. Anregung dazu boten Kirchner die afrikanische und die ozeanische Plastik, insbesondere die Palau-Schnitzereien, die er im Dresdener Völkerkundemuseum gesehen hatte. Bei Milly handelte es sich um eine schwarzafrikanische Artistin, die häufiger Gast in Kirchners Atelier war. Kirchner hatte sie 1909 bei einem Besuch des Zirkus Schumann in Dresden kennengelernt.

Details

  • Titel: Liegender Akt mit Fächer
  • Ersteller: Ernst Ludwig Kirchner
  • Datierung: 1909
  • Abmessungen: 64.0 x 92.0 cm
  • Typ: Gemälde
  • Rechte: Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen
  • Material: Öl auf Leinwand

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