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Okapis

Naturhistorisches Museum Wien

Naturhistorisches Museum Wien

Okapia johnstoni. Auch Waldgiraffe. Mbau, Kivu, Zaire, heute Kongo. 1910.

Als diese beiden Okapis 1910 im NHM ausgestellt wurden, galt die Entdeckung der Art in Europa
noch immer als Sensation. Bis heute werden Waldgiraffen in Museen selten gezeigt.

SENSATION UM 1900
Trotz seines auffälligen Aussehens zählte das Okapi – aufgrund seiner versteckten Lebensweise –
zu den letzten Großsäugetieren, die von Europäern entdeckt wurden. Die Art wurde erst 1901 wissenschaftlich beschrieben und galt weltweit als eine der großen zoologischen Sensationen der Jahrhundertwende. Den Einheimischen im Kongo waren die scheuen Waldbewohner natürlich lange vorher bekannt; sie wurden in Fallgruben oder mit Schlingen gefangen.
Okapis sind die nächsten Verwandten der Giraffen. Sie können eine Schulterhöhe von 1,5 Metern erreichen und 250 Kilogramm schwer werden. Die beiden ausgestellten Tiere sind nicht ausgewachsen; beim Männchen links in der Vitrine sind die für männliche Okapis charakteristischen behaarten Stirnzapfen daher noch nicht ausgebildet.
Waldgiraffen sind perfekt an das Leben in den dichten tropischen Regenwäldern Zentralafrikas angepasst. Farbe und Zeichnung ihres Fells sorgen im Pflanzendickicht des Urwalds für eine perfekte Tarnung. Mit ihrer langen, äußerst beweglichen Zunge können sie noch in drei Metern Höhe nach Blättern angeln. Die blauschwarz gefärbte Zunge, die 25 Zentimeter weit ausgestreckt werden kann, wird außerdem zum Reinigen der Augen und der Nasenlöcher benutzt.
Derzeit gibt es Schätzungen zufolge noch 10.000 bis 35.000 frei lebende Okapis. Ihr einziger Feind – außer dem Menschen – ist der Leopard. Die größte Gefährdung für die Waldgiraffe liegt in ihrer geringen Verbreitung. Sie kommt nur in einem relativ kleinen Gebiet im Nordosten des Kongo vor, das zwar teilweise als Nationalpark bzw. Wildtierreservat ausgewiesen, aber in anderen Teilen von Zerstörung bedroht ist.

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  • Titel: Okapis
  • Rechte: (c) NHM (Lois Lammerhuber)

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