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Perseus befreit Andromeda

Peter Paul Rubens1620/1622

Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin

Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Berlin, Deutschland

Der römische Dichter Ovid hat in seinen Metamorphosen die Sage von Perseus und Andromeda popularisiert. An einen Felsen gefesselt, sollte Andromeda, die Tochter des äthiopischen Königs Cepheus, einem Meeresungeheuer preisgegeben werden. Das grausame Opfer war dem König von Poseidon auferlegt worden, um den Hochmut seiner Frau Cassiopeia zu sühnen, die ihre Tochter und sich selbst an Schönheit mit den Nereiden gemessen hatte. Als Perseus nach seinem Sieg über die gefürchtete Gorgo Medusa auf dem Flügelross Pegasus heimkehrte, erblickte er die an einen Küstenfelsen gefesselte Prinzessin. Von ihrer Schönheit überwältigt, hielt er im Fluge inne und trat an sie heran. Mit diesen Worten charakterisiert Ovid die Begegnung zwischen Perseus und Andromeda, die er in der Gliederung des Handlungsablaufs dem Kampf des Helden mit dem Untier zeitlich voraufgehen lässt. Dagegen hat Rubens, dessen Erzählkunst am denkbar höchsten Maßstab, Homer, gemessen worden ist, die Begegnungsszene mit der Befreiungsszene verbunden. Das getötete Meeresungeheuer treibt links in der Brandung. Im tiefroten Mantel des Siegers löst Perseus Andromedas Fesseln. Zwei Putti sind ihm hierbei behilflich, während drei weitere sich um Pegasus tummeln, an dem sie einander heraufhelfen bzw. ihm die Zügel halten. Das Geschehen ist auf dem vom Betrachter leicht abgerückten Felsplateau in der Abfolge von links nach rechts chronologisch sinnvoll vor Augen geführt und findet seinen Höhepunkt in den sich wechselseitig bedingenden Haltungsmotiven der Hauptakteure. Die kraftvolle Bewegung des Helden und die verinnerlichte Hingabe der im hellen Licht zart modellierten Frauenfigur künden im Sinne der zitierten Verse von der gerade erwachenden Liebe, die sich mit der Befreiung erfüllt. Rubens, der um anspruchsvolle, die Bildaussage unterstreichende Antikenzitate nie verlegen war, hat die Gestalt Andromedas und des Puttos neben ihr, der die Fesseln löst, der Statue der Venus Felix (Rom, Vatikanische Sammlungen) nachgeformt. Der Maler kann das Bildwerk während seines Romaufenthaltes gesehen haben, möglicherweise diente ihm aber auch eine Zeichnung von Hendrick Goltzius nach der römischen Venus-Statue als Inspirationsquelle. Rubens hat den Andromeda-Mythos in variierender Themendeutung mehrfach veranschaulicht: unter anderem in einem Spätwerk, ebenfalls in der Berliner Galerie, und in einer nahezu formatidentischen Fassung in St. Petersburg (Eremitage), das dem hier vorgestellten Bild zeitlich unmittelbar vorangeht. In diesem Beispiel ist der Gestalt des Perseus mit der furchterregenden Waffe des Medusenschildes im Zentrum der vielfigurigen Komposition entschiedene Vorrangstellung verliehen. Das zu seinen Füßen platzierte Meeresungeheuer, der von Putti gezügelte Pegasus und die von Putti entfesselte Andromeda sind ihm in konzentrischer Anordnung gleichsam als Attribute seines Heldentums zugeordnet. Fama, die sein Haupt bekränzt, erhebt ihn in den Rang des ruhmvollen Siegers. Eine solche Prägung des Themas dürfte allegorisch-politischen Sinnbezügen unterstellt sein, die in unserem Bild jedoch nicht enthalten sind. Jan Kelch | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

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  • Titel: Perseus befreit Andromeda
  • Ersteller: Peter Paul Rubens
  • Datierung: 1620/1622
  • Abmessungen: 099,7 x 139,6
  • Typ: Bild
  • Externer Link: Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin
  • Material: Eichenholz
  • Stil: Flämisch
  • Sammlung: Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin
  • Künstlerdaten: 1577-1640
  • Künstler Sterbeort: Antwerp, Belgium
  • Künstler Informationen: Peter Paul Rubens was a Flemish Baroque painter in the 17th century who mainly created religious works and portraits. He received a humanist education and studied under the late Mannerist artists Adam van Noort and Otto van Veen. He finished his apprenticeship in 1598 and started his career as an independent master. He lived in Italy for nine years (1600-1609), where he was influenced by Titian, whose impact is reflected in such works as 'The Fall of Man' (1628-29). After his return to Antwerp he lived and worked there until 1622, when he was called to Paris to create works for the Luxembourg Palace. He subsequently travelled to Spain and England where his diplomatic services were highly appreciated. Gout-ridden he died in Antwerp. He is classified as a representative of a style that emphasized movement, colour and sensuality. Rubens is known for his Counter-Reformation altarpieces, portraits, landscapes and history paintings that are characterized by mythology and allegory. One of his best known images is 'The Artist and His First Wife, Isabella Brant in the Honeysuckle Bower' (1609-10).
  • Künstler Geschlecht: männlich
  • Künstler Geburtsort: Siegen, Germany
  • Inv. Nr.: 785
  • ISIL-Nr.: DE-MUS-017018
  • Erworben: 1829/30 Überweisung aus den Königlich Preußischen Schlössern
  • Copyright Bild: Photo: © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Image by Google
Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin

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