Die Statue des Apollo von François Sigisbert Adam (1710-1761) zeigt den jugendlichen Gott, der sich zu der als Pendant im Marmorsaal des Schlosses Sanssouci aufgestellten Statue der Venus Urania hinwendet. Er hält eine Schrifttafel mit dem Vers „Te Sociam Studeo Scribundis Versibus Esse, Quos Ego De Rerum Natura Pangere Conor.“ („Hilf mir, wenn ich versuche, die Natur in Verse zu fassen.“). Der Vers ist dem Venus-Hymnus des römischen Dichters und Philosophen Lukrez (zw. 99 und 94–55 oder 53 v. Chr.) entnommen, mit dem dessen Schrift „De rerum natura“ beginnt. In dem Venus-Hymnus besingt er die Liebe als Motor allen Seins. In der Konstellation beider Skulpturen im Marmorsaal wird der Prozess der Erkenntnis mit dem Begriff von Liebe und Schönheit verknüpft. Insgesamt ist die Schrift von Lukrez „der Erkenntnis der Wahrheit“ und „dem Wirken der Natur“ verpflichtet. König Friedrich II. von Preußen (1712-1786) besaß diesen Text in seiner Bibliothek mehrfach in lateinisch-französischen Ausgaben. Beide Statuen im Marmorsaal sind in den ersten beiden Jahren der Tätigkeit von François Gaspard Balthasar Adam als Leiter des Französischen Bildhauerateliers in Berlin entstanden, das Friedrich II. eigens gegründet hatte. Adam wirkte bis 1760 in Berlin und schuf mit dem Atelier vor allem Skulpturen für den Park Sanssouci. Mit dem Wirken der Franzosen wurden künstlerischer Anspruch und methodische Erfahrung in der Herstellung von Marmorskulpturen nach Berlin gezogen. (Saskia Hüneke)
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