Die achämenidisch-persische Kunst des 6.-4. Jahrhunderts v. Chr. blieb unter Verwendung von Stilmerkmalen anderer Völker und benachbarter Gebiete eine ureigene Schöpfung des Herrscherhauses und eng an den König gebunden. Die Eigenständigkeit der Denkmäler ist hinsichtlich ihrer Funktion als Ausdruck der Staatsreligion und Herrscherideologie sowie aufgrund stilistischer und ikonographischer Besonderheiten unverkennbar. […] Trotz ihrer geringen Abmessungen vermittelt die kleine massiv gegossene Silberstatuette mit ihrer in der Tradition achämenidischer Kunst erstarrten Strenge durchaus nicht das Erscheinungsbild einer Plastik im Kleinformat. Die Darstellung fällt kaum durch plastische Ausdruckskraft auf, vielmehr scheint es um eine Zurschaustellung typischer Trachtelemente bzw. die Charakterisierung des Reichtums des Trägers dieser Kleidung mit dem Schwerpunkt der genauen Wiedergabe aller Details zu gehen. […] Der bärtige Mann verharrt in starrer Haltung und führt sich gewissermaßen selbst in gefälliger Drapierung seines Gewandes vor. Er trägt die charakteristischen langen Faltenhosen iranischer Völker und darüber ein gegürtetes Ärmelgewand. Über Schultern und Arme ist locker ein vorne offener Mantel mit verzierter Borte gelegt (griech. Kandys), die leeren Armel hängen seitwärts herab. Eine spitzzipflige Kapuze fällt von den Schultern auf den Rücken. […] Geschlossene Schuhe und die traditionelle Kopfbedeckung nomadisierender Völker, der Baschlik, vervollständigen die Tracht.
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