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Der Bildhauer René Fremin in seinem Atelier

Nicolas de Largillièreum 1713

Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin

Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Berlin, Deutschland

Der Hutmachersohn Nicolas de Largillierre erhielt am 10. Oktober 1656 die Taufe in Saint-Barthélemy in Paris. Bereits 1657 ging die wohlhabende Kaufmannsfamilie nach Antwerpen. Dort wurde Nicolas im Jahr 1672 Mitglied der Malergilde und arbeitete schon 1674 in London in der Werkstatt des Van-Dyck-Schülers Sir Peter Lely für den Hof Charles II.
Nach der Rückkehr de Largillierres 1682 an die Seine wurde er auf Empfehlung des renommierten flämischen Schlachtenmalers Adam Frans van der Meulen in die Académie Royale de Peinture et Sculpture aufgenommen. Zwischen 1683 und 1686 fertigte de Largillierre das dafür notwendige Aufnahmestück, das lebensgroße Bildnis des Charles Le Brun (Paris, Musée du Louvre). Fortan trug Nicolas de Largillierre den Titel "peintre de portrait et d’histoire". Als zweifelsfrei bedeutendster französischer Bildnismaler außerhalb des Versailler Hofs wurden ihm auch an der Pariser Akademie hohe Ehren zuteil: Seit 1705 war de Largillierre Professor, seit 1722 Rektor, von 1728 bis 1732 Direktor und seit 1743 Kanzler dieses Instituts.
Etwa 1500 Porträts seiner Hand sind allein in Paris und in der Île de France nachgewiesen. Das hier vorgestellte Berliner Bildhauerporträt wurde lange Zeit als das Bildnis des Nicolas Coustou betrachtet. Dann häuften sich aber die Zweifel an dieser Identifizierung, sodass sich die Forschung spätestens 2003 (Nicolas Sainte Fare Garnot und Dominique Brême) dafür entschied, es als eine Darstellung des René Frémin (1672–1744) anzuerkennen. Frémin war ein Neffe der Madame de Largillierre und Schüler der stilprägenden Bildhauer des "grand goût" Louis XIV., François Girardon und Antoine Coysevox. Nicolas de Largillierre zelebriert hier den barocken Topos genialen Künstlertums. Der Bildhauer René Frémin "bewegt" sich souverän in legerem Habit zwischen ungestalteter Materie, einem roh gebrochenen Stein im Vordergrund, und Vollendetem im Hintergrund, der Gestalt des sogenannten Torso von Belvedere. Der damalige, strenge akademische Kanon verlangte entschieden die programmatische Orientierung an hellenistischer und römisch-kaiserzeitlicher Kunst sowie deren Aufhebung in zeitgenössischen Artefakten. Vor diesem Ideal vollzieht sich der Schaffensprozess auf dem Modellierbock an einem Bozetto aus Ton, der Zephir und Flora repräsentiert. René Frémin legt hier, die lebendige Formgebung demonstrierend, mit dem Modellierstab seine Hand an die plastische Studie. Es könnte sich dabei um eine Vorarbeit für den 1713 an Frémin ergangenen Auftrag für das Schloss Trianon im Park von Versailles handeln, zu deren Ausführung es wahrscheinlich nicht mehr kam. Vielleicht steht dieser Umstand im Zusammenhang mit einer 1716 erfolgten Einladung Philipps V. von Spanien auf die iberische Halbinsel, der René Frémin ("premier sculpteur du roi de France") im Jahre 1721 folgte.
Auf dem Bord im Hintergrund erkennt man zwei Putten sowie die verkleinerte Kopie des berühmten Antinous, einer seit ihrer Entdeckung im 16. Jahrhundert sehr geschätzten antiken Skulptur im Vatikanischen Museum. Die drei Bildwerke werden dem Flamen François Duquesnoy zugeschrieben. Die "Antinousgruppe" hatte Nicolas de Largillierre 1707 auch in einem Selbstbildnis (französische Privatsammlung) verwendet.
Elf Gemälde Nicolas de Largillierres befinden sich in öffentlichen deutschen Kunstsammlungen. Die Berliner Galerie besitzt neben dem Bildnis des Bildhauers René Frémin auch das Porträt des Landschaftsmalers Jean-Baptiste Forest (Kat. Nr. 484A). Rainer Michaelis | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

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  • Titel: Der Bildhauer René Fremin in seinem Atelier
  • Ersteller: Nicolas de Largillierre
  • Datierung: um 1713
  • Abmessungen: 135,5 x 109,2
  • Typ: Bild
  • Externer Link: Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin
  • Material: Leinwand
  • Stil: Französisch
  • Sammlung: Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin
  • Künstlerdaten: 1656 - 1746
  • Künstler Sterbeort: Paris, Frankreich
  • Künstler Geschlecht: männlich
  • Künstler Geburtsort: Paris, Frankreich
  • Inv. Nr.: 80.1
  • ISIL-Nr.: DE-MUS-017018
  • Erworben: 1979 Ankauf aus der Kunsthandlung Agnews, London
  • Copyright Bild: Photo: © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Image by Google
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