Die von Carl Blechen gemalte Ölskizze zeigt den Zugang zu der Werkstatt seines Freundes Rudolf Schadow in der Via delle Quattro Fontane in Rom. Wie viele andere Künstler war auch Schadow zu Studienzwecken in die Ewige Stadt gereist, wo er 1811 die Werkstatt von Christian Daniel Rauch übernommen hatte, der – wie er selbst – Schüler bei seinem Vater Johann Gottfried Schadow gewesen war. Blechens Ölskizze lässt durch die Ateliertür schemenhaft eine Skulptur erkennen, wahrscheinlich Schadows unvollendete Tanzende Bacchantin, die nach dessen frühen Tod 1822 im Atelier verblieben war. Blechens undatierte Ölskizze entstand, als die Werkstatt bereits im Besitz von Emil Wolff, einem Neffen und Schüler Johann Gottfried Schadows, war. Ob das Werk 1829 in Rom oder 1830 in Berlin gemalt wurde, ist offen: Während die lockeren Pinselstriche für eine vor Ort hingeworfene Ölskizze sprechen, deuten die gezielt konstruierte Perspektive und das differenziert dargestellte Spiel von Licht und Schatten auf eine durchdachte Atelierarbeit hin. Bekannt ist, dass Blechen die Ölskizze 1830 Johann Gottfried Schadow schenkte. Für diesen hatte das Werk als Andenken an seine eigene Zeit in Rom und an seinen verstorbenen Sohn einen besonderen Erinnerungswert.
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