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Blick in Griechenlands Blüte (Kopie nach Karl Friedrich Schinkel)

August Wilhelm Julius Ahlborn1836

Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin

Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Berlin, Deutschland

Vor dem Hintergrund einer idealen griechischen Stadtlandschaft errichten nackte Heroen einen ionischen Tempel mit doppeltem Säulengang. Die Prozessionsmotive der Reliefzone zwischen den beiden Geschossen erinnern an den Parthenonfries. Gerade ist man dabei, unter ersichtlich großen Anstrengungen einen noch fehlenden Marmorblock des Frieses an die vorgesehene Stelle zu hieven. Der Block kommt aus der provisorisch errichteten Bildhauerwerkstatt,wo bereits andere Skulpturen in Arbeit sind. Die von Schinkel erdachte Säulenordnung geht auf antike Vorbilder zurück. Möglicherweise ließ er sich von Stichen der Hadrian-Villa zu Tivoli anregen, die im Besitz seines Lehrers Friedrich Gilly waren. Die griechische Inschrift links auf der Tempelwand zitiert Aristoteles’ Loblied auf die Tugend des Kampfes und des Heldentodes. Die darüber stehenden Männer halten in ihrer Arbeit inne und schauen heimkehrenden Kriegern nach. Wie auch in anderen Werken nimmt Schinkel hier Bezug auf die Freiheitskriege Preußens gegen Napoleon. Darüber hinaus ist der Gedanke an die Befreiung der Griechen von der türkischen Vorherrschaft präsent, deren Kampf sich zur Entstehungszeit des Bildes einem siegreichen Ende näherte. Schinkels programmatisches Werk offenbart seine Weltsicht und Kunstanschauung: »Die Landschaft läßt die ganze Fülle der Kultur eines höchst ausgebildeten Volkes sehen,welches jeden Gegenstand der Natur geschickt zu benutzen wußte, um daraus einen erhöhten Lebensgenuß für das Individuum und für das Volk im allgemeinen zu ziehen.« Der Bau eines Tempels war für Schinkel Bekrönung einer geordneten Gemeinschaft und Sinnbild einer verbesserten Weltordnung. Mit der Vision eines neuen Athens nahm er Bezug auf seine Berliner Architekturprojekte, auf sein Spree-Athen. Im Entwurf der Säulenhalle des Museums am Lustgarten verwandte er dieselben Stilmittel wie in diesem Tempel.Auch das Denkmal im Mittelgrund erinnert an den Löwenkämpfer von Albert Wolff und die Amazone von August Kiß, die die Treppenwangen des Alten Museums schmücken. Das Original Schinkels ist verschollen. 1826 und nochmals 1836 kopierte Wilhelm Ahlborn dieses Gemälde, wodurch es der Nachwelt erhalten blieb.

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  • Titel: Blick in Griechenlands Blüte (Kopie nach Karl Friedrich Schinkel)
  • Ersteller: August Wilhelm Julius Ahlborn (after Schinkel)
  • Datierung: 1836
  • Abmessungen: w235.0 x h94.0 cm
  • Typ: Gemälde
  • Technik und Material: Öl auf Leinwand
  • Sammlung: Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
  • Künstlerdaten: 1781-03-13/1841-10-09
  • Künstlerbiographie: Karl Friedrich Schinkel (* 13 March 1781, Neuruppin, Germany; † 9 October 1841, Berlin, Germany) Karl Friedrich Schinkel was the foremost Prussian architect, city planner and a painter. From 1772 to 1800 he studied architecture under Friedrich Gilly and his father in Berlin. After a journey to Italy, he began work as an independent painter in 1805. In 1816 he created the scenery for Mozart’s opera The Magic Flute, including the stage for the Queen of the Night scene, adorned with stars, which has since become iconic. Despite such successes, he decided to devote himself to architecture. He became famous as one of the most prominent German architects and created Neoclassical as well as Neo-Gothic buildings, mainly in Berlin and surrounding towns. Well known landmarks of his making include the Berlin Altes Museum on Museum Island, the Neue Wache (1816–18) and the Schauspielhaus (1819–21) at Gendarmenmarkt. In 1826 he also produced the plans for Charlottenhof Palace and St. Nikolaikirche, both in Potsdam. His style stands out for its pronounced Greek influence, while in his later years he applied Neo-Gothic elements such as can be seen in the brickwork of Friedrichswerder Church (1824–31).
  • Künstler Sterbeort: Berlin, Deutschland
  • Künstler Geburtsort: Neuruppin, Deutschland
  • Inv.-Nr.: NG 2/54
  • ISIL-Nr.: DE-MUS-815114
  • Externer Link: Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
  • Copyrights: Text: © Prestel Verlag / Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Photo: © b p k - Photo Agency / Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Andres Kilger
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