Internationale Bewegung in Kunst und Architektur, die zwischen ca. 1905 und 1920 ihren Höhepunkt vor allem in Deutschland hatte und sich außerdem auch auf Literatur, Musik, Tanz und Theater erstreckte. Der Begriff wurde ursprünglich weiter gefasst und auf unterschiedliche Avantgardebewegungen angewendet. Beispielsweise wurde er von Roger Fry in Ausstellungen in London 1910 und 1912 als Alternativbegriff zu "Post-Impressionismus" aufgegriffen. Ferner wurde er zeitgleich in Skandinavien und Deutschland gebraucht und erst nach und nach auf bestimmte Gruppen von Künstlern und Architekten eingeschränkt, für die er heute gilt. Expressionismus in der bildenden Kunst entstand aus den symbolistischen und expressiven Trends in der europäischen Kunst am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Periode des „klassischen Expressionismus“ begann 1905 mit der Gründung der Gruppe "Die Brücke" und endete ca. 1920. Zwar war die Bewegung zum Teil eine künstlerische Reaktion sowohl auf die akademische Kunst als auch auf den Impressionismus, sie sollte jedoch auch als Form eines „neuen Humanismus“ verstanden werden, in dem versucht wurde, mit dem Seelenleben des Menschen zu kommunizieren. Sie spiegelte die tiefe intellektuelle Unruhe um ca. 1900 wider, die sich in zeitgenössischen literarischen Quellen niederschlägt und bei der es um die Zerstörung der traditionellen Vertrauensbeziehung zwischen dem Menschen und der Welt geht.