1945 - 1989

Zurück zu altem Glanz: Preußische Schlösser und Gärten 

Sanssouci Park, Prussian Palaces and Gardens Foundation Berlin-Brandenburg

Im Zweiten Weltkrieg wurden die preußischen Schlösser und Parks stark zerstört. Die Ausstellung dokumentiert die Kriegsschäden und den Wiederaufbau 1945 bis 1989.

Berlin, Schloss und Park Charlottenburg

Das Schloss Charlottenburg wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Insbesondere der Mittelbau des Schlosses wurde beschädigt.

Die Detailaufnahme zeigt das Ausmaß der Bombenangriffe. Die Kuppel wurde dabei vollständig zerstört und der darunter befindliche Rundbau stark beschädigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss Charlottenburg schrittweise wiederaufgebaut. 1957 fanden mit der Wiederherstellung der Kuppel die restauratorischen Arbeiten am Außenbau des Schlosses ihren Abschluss.

Anfang der 1960er Jahre war ein Großteil der Bauarbeiten am Hauptgebäude fertiggestellt. Die Aufnahme von 1963 zeigt das wiederaufgebaute Schloss in seinem alten Glanz.

Nicht nur das Schloss wurde beschädigt, sondern auch die Große Orangerie, die im Westen an den Mittelbau angrenzt. Nur die Außenmauern der Großen Orangerie blieben erhalten.

20 Jahre später ist die originalgetreue Restaurierung der Großen Orangerie abgeschlossen. Ein angrenzender Gartenbereich wurde ebenfalls wieder angelegt. Die Statue der „Flora“ hat die Bombenangriffe überstanden, heute steht sie nach wie vor auf dem Parterre der Großen Orangerie - aus konservatorischen Gründen jedoch als Kopie.

Auch der Neue Pavillon im Schlossgarten Charlottenburg, errichtet von Karl Friedrich Schinkel, wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Das Dach wurde zerstört. Lediglich die Grundmauern blieben stehen.

1957 begannen die Rekonstruktionsarbeiten am Neuen Pavillon. Rund 20 Jahre später war die Wiederherstellung des Gebäudes fast abgeschlossen, die den Neuen Pavillon in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzten.

Das Belvedere im Schlossgarten Charlottenburg wurde ebenfalls bis auf die Grundmauern zerstört. 1956 begannen die Aufbauarbeiten des Gebäudes.

Ab Mitte der 1950er Jahre erfolgte die Rekonstruktion des Belvederes nach alten Vorlagen. 1960 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Die Innenräume wurden nicht wieder originalgetreu hergestellt.

Das Ausmaß der Bombenangriffe im Innenbereich des Schlosses wird durch diese Aufnahme deutlich. In den 1960er Jahren begann man mit der Wiederherstellung der Innenräume. Von der Goldenen Galerie waren bis zu diesem Zeitpunkt nur die Grundstrukturen erhalten.

Rund drei Jahre später war die Restaurierung der Goldenen Galerie gut vorangeschritten, so dass ein erster Eindruck des ursprünglichen Raumes erkennbar wurde. Die Vergoldungen sind zu dieser Zeit schon detailreich ausgeführt.

In den 1970er Jahren war auch die Restaurierung im Weißen Saal gut vorangeschritten. Die Kriegsschäden sind jetzt kaum noch erkennbar.

Ab Anfang der 1950er Jahre wurde das Schloss Charlottenburg zunehmend für feierliche Anlässe genutzt. Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss besuchte bereits im April 1953 die Baustelle des Schlosses Charlottenburg.

Nach der weitgehenden Fertigstellung des Schlosses besuchte Queen Elizabeth II. mit ihrem Ehemann Prinz Philip Charlottenburg. Das Foto zeigt den damaligen Regierenden Bürgermeister Willy Brandt, der im Beisein von Ludwig Erhard der Queen ein Geschenk überreicht.

Auf Einladung des Bundespräsidenten Heinrich Lübke besuchte der Schah Mohammad Reza Pahlavi mit seiner Frau Farah Diba Pahlavi während einer Europareise das Schloss Charlottenburg.

Potsdam

Aus Angst vor Bombentreffern wurden im Zweiten Weltkrieg die Fenster von Schloss Sanssouci vermauert.

Anfang der 1970er Jahre waren die Weinbergterrassen noch im Stil von Friedrich Wilhelm IV. angelegt, der um 1845 eine Veränderung und Begrünung der Terrassen veranlasste. Hier wuchsen auf den Terrassen, vor den verglasten Mauern, zurechtgeschnittene Büsche und Bäume.

Von 1977 bis 1983 unternahm die Potsdamer Schlösserverwaltung mit Hilfe polnischer Restauratoren eine grundlegende Sanierung der Terrassen vor dem Schloss Sanssouci. Es erfolgte eine Rekonstruktion und Zurückversetzung in die friderizianische Zeit.

Nach der Restaurierung der Terrassen bepflanzte man diese originalgetreu im Sinne Friedrichs des Großen (1712-1786). Seitdem wachsen in den verglasten Nischen wieder Wein und Feigen.

In den Jahren von 1982 bis 1987 wurden die Neuen Kammern umfangreich restauriert. Hierbei wurden zahlreiche Räume von den Grundmauern bis zur Dekoration erneuert.

Der noch gut erhaltene Ausgangszustand der Räumlichkeiten ermöglichte eine umfassende Restaurierung der Neuen Kammern.

Obwohl der Park Sanssouci größtenteils von den Bombenangriffen der Alliierten verschont blieb, wurden doch einige Bauten zerstört. Das Belvedere auf dem Klausberg brannte dabei vollständig aus.

Die Wiederherstellung und Instandhaltung der Bauten im Park Sanssouci war und ist ein wichtiger Bestandteil bei der Erhaltung von Kulturgütern. Es wurde nicht nur die Neptungrotte saniert, sondern auch die Anlange des davor gelegenen Rondells.

Nach den Bauarbeiten an der Neptungrotte wurde das Rondell mit verschiedenen Blumen und Büschen bepflanzt.

Die Staffagebauten im Park wurden nach und nach saniert. Dem Besucher von Park Sanssouci konnte dadurch ein zunehmend historisches Bild der Anlage gezeigt werden.

Die Aufnahme verdeutlicht, wie die Bepflanzung über die Jahre hinweg variierte. Damals war die Wahl der Blumen und Pflanzen noch etwas schlichter und flacher gehalten als heute.

Diese Aufnahme zeigt eine Neupflanzung von Bäumen an der ehemaligen Lindenallee, heute Am Grünen Gitter.

Die Spuren des Zweiten Weltkriegs sind auch am Marstall, heute Filmmuseum, nicht vorübergegangen. Die Luftaufnahme zeigt die schweren Schäden und den ruinösen Zustand des Gebäudes.

Von 1977 bis 1981 wurde der ehemalige Marstall umfassend restauriert und umgebaut. Die Fassade wurde im barocken Stil wiederhergestellt, das Innere wurde allerdings den Anforderungen eines Museums entsprechend umgestaltet.

Die Aufnahme zeigt die letzten Restaurierungsarbeiten an der Fassade des Marstalls kurz vor dessen Fertigstellung. Im April 1981 wurde darin das Filmmuseum der DDR eröffnet.

Die Mopke vor dem Neuen Palais war ein beliebter Ort für Veranstaltungen, da die Zuschauer, von den Treppen der Communs aus, den Platz vor dem Ehrenhof gut überschauen konnten. Hier sieht man ein Tambour-Mädchen in einer FDJ-Spielmannuniform auf einem provisorischen Podest stehen.

Das Neue Palais und seine umgebenden Gebäude wurden durch die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg beschädigt. In den 1980er Jahren wurden die Communs restauriert. Heute werden sie von der Universität Potsdam genutzt.

1986 wurde im Neuen Palais die Ausstellung „Friedrich II. und die Kunst“ gezeigt. Aufgrund des hohen Besucherandrangs warteten die Besucher oft mehrere Stunden, um sich die Ausstellung ansehen zu können.

Die Aufnahme zeigt die Marmorgalerie des Neuen Palais, die 1986 als Ausstellungsraum für die Sonderausstellung „Friedrich II. und die Kunst“ genutzt wurde. Die Ausstellung präsentierte Objekte zu Friedrich II. und die Malerei, Philosophie, Literatur, Musik und Bildhauerkunst. Über 600 Exponate wurden damals ausgestellt.

Von 1961 bis 1989 fungierte das Marmorpalais als Armeemuseum der DDR. Ausgestellt wurden u.a. historische Waffen und Uniformen.

Die Meierei war vor Kriegsbeginn eine Gaststätte. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie nur teilweise beschädigt. Eine weitere Nutzung als Gastronomie war aufgrund des Grenzverlaufs und späteren Mauerbaus jedoch nicht mehr möglich.

Wegen des Mauerbaus 1961 verlief die Grenze zwischen Ost- und West-Deutschland durch den Neuen Garten und den Park Babelsberg. Die Aufnahme zeigt, dass dabei auch Kulturgüter als Grenzposten fungierten oder eingemauert wurden.

SPSG
Credits: Story

Impressum

Kurator
Dr. Jürgen Becher, SPSG

Bildnachweis
© SPSG, EFRE-Projekt DEGAS

Credits: All media
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