Das Urteil des Paris (um 1529) von Doman (Thomas) HeringBode-Museum, Staatliche Museen zu Berlin
Wie sah die Welt eigentlich aus, als es noch kein Next Top Model gab und keine dreiköpfige Jury regelmäßig die Schönste im Land fand? Klar, es herrschte Chaos und Krieg.
Ein Beispiel: Als sich auf einer Hochzeitsparty die Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite darum stritten, wer die schönste von ihnen sei ...
... sollte der arme Paris, Sohn des trojanischen Königs, entscheiden. Der arme Kerl war total überfordert. Also hörte er sich an, was die Damen zu bieten hatten.
Hera versprach ihm die Herrschaft über die Welt, Athene Weisheit und Aphrodite die schönste Frau der Welt.
Jung, unerfahren und hormongesteuert entschied sich Paris also für Aphrodite, in der Hoffnung, sie organisiere ihm die Ehe mit der schönen Helena.
Keine kluge Entscheidung: Denn Helena war schon vergeben und die Frau des mächtigen Königs von Sparta. Wie das für die Trojaner endete, wissen wir alle.
In dem Relief von ca. 1529 übernimmt Pfalzgraf Ottheinrich die Rolle des Paris, aber als vornehm gekleideter Ritter.
Die Szene wird als Traum dargestellt, was Ottheinrich die Chance gibt, die Geschichte zu verändern und eine andere Wahl zu treffen.
Er entscheidet sich für Hera, die Göttin der Frauen und der Ehe, die hier nicht nur die traditionelle Kapuze einer Braut trägt, sondern auch die Gesichtszüge seiner neuen Frau Susanna. Vor allem aber ist Hera die Göttin der Macht.
Doch auf die Macht musste Ottheinrich noch lange warten. Und dann war es auch nicht die Herrschaft über die Welt, sondern lediglich über ein kleines Reich: Drei Jahre vor seinem Tod wurde Ottheinrich – damals bereits 200 Kilo schwer – Kurfürst von der Pfalz.
Reihe #HistoryOfUs
Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
www.smb.museum
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