Der Klang der Farben

Wassily Kandinskys "Gelb. Rot. Blau", 1925

Von "Stiftung Bauhaus Dessau"

Stiftung Bauhaus Dessau

Wassily Kandinsky's "Yellow-Red-Blue", 1925

Jaune, rouge, bleu / Gelb. Rot. Blau. Nr. 314 (1925, 1960) von Wassily KandinskyStiftung Bauhaus Dessau

Kannst du Farben hören, gar schmecken oder riechen?

Wassily Kandinsky (1866-1944), der berühmte Maler und Bauhaus-Meister, konnte es. Einen Synästhetiker nennt man das.

Diese Farblithografie (das Pendant in Öl hängt im Centre Pompidou in Paris) nannte er schlicht „Gelb. Rot. Blau.“

Und, du ahnst es, dahinter steckt mehr, als reine Farbtheorie ...

... hier offenbart sich ein kleines Instrumentalwerk!

Hohe Trompetentöne hörte Kandinsky in Zitronengelb …

… in den Blaunuancen tönten für ihn:

Flöten (helles Blau),
Cello (dunkles Blau),
Kontrabass (tiefer gehendes Blau) und
eine tiefe Orgel (tiefes, feierliches Blau) ...

... und erklingt hier nicht ein Klavier?

Die Formen und Farben waren seine Tasten und Saiten eines Instrumentes. Als Kind lernte Kandinsky Klavier und Cello spielen. Der studierte Jurist verehrte die Zwölftonmusik von Arnold Schönberg und nannte, seine Bilder daran angelehnt „Improvisation“ oder „Komposition“.

Der außerordentlich begabte Künstler ordnete „Farbklänge“ zu „Farbsymphonien“.

Kandinsky folgte dabei der Farbenlehre des deutschen Dichters Goethe, in der Gelb und Blau, die er hier kraftvoll gegenüber stellt, als das stärkste Gegensatzpaar gilt.

Dazwischen schiebt er ein konfliktdämmendes Rot.

Das helle warme Rot erinnerte ihn an Fanfaren,
Zinnoberrot an eine Tuba.

Rot war für ihn die männliche Farbe. Das Quadrat die männliche Form.

Blau war für ihn das weibliche Pendant ...

... und der Kreis die weibliche Form.

Der Charakter der Farben spiegelte sich für ihn in Harmonien und Dissonanzen einer Melodie wider.

Als Kandinsky seine ersten abstrakten Bilder malte, hielten die Kritiker ihn übrigens für verrückt. Dabei wollte er nichts weniger als die menschliche Seele berühren.

Und fühlst du die kleine Sinfonie in „Gelb. Rot. Blau"?

Mitwirkende: Geschichte

Text / Konzept / Umsetzung: Astrid Alexander

Redaktion: Astrid Alexander, Cornelia Jeske

© Stiftung Bauhaus Dessau

www.bauhaus-dessau.de

Quelle: Alle Medien
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