Die Staatsoper Unter den
Linden – das ist das Opernhaus in der Mitte Berlins und zugleich eine
Institution von hohem künstlerischen Rang und internationaler Ausstrahlungskraft.
Musiktheater und Ballett von exzellenter Qualität sind hier zu Hause, aber auch
eines der weltbesten Orchester: die Staatskapelle Berlin mit ihrem
Generalmusikdirektor Daniel Barenboim an der Spitze. Die
Geschichte der Staatsoper und der Staatskapelle umfasst jedoch weit mehr und
wurzelt tief. So lässt sich die Tradition des Orchesters die Ersterwähnung der
Kurbrandenburgischen Hofkapelle im Jahr 1570 zurückführen. Und mit der Eröffnung der Oper Unter
den Linden 1742 fand die Berliner Hofkapelle eine neue Heimstatt und ein neues
Wirkungsfeld, mit denen sie seit nunmehr mehr als 270 Jahren verbunden ist. Die
Erfolgsgeschichte dauert bis heute an.
1570
Die erste Kapellordnung wird vom brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. Hektor erlassen.
Johannes EccardStaatsoper Unter den Linden
1608
Johannes Eccard, einer der prominentesten Komponisten seiner Zeit, wird als Kapellmeister nach Berlin berufen. Sein Nachfolger Nikolaus Zangius, dem von 1612 bis 1618 die Leitung obliegt, erhöht die Zahl der Musiker deutlich.
Friedrich Wilhelm I.Staatsoper Unter den Linden
1648
Infolge des für die Mark Brandenburg verheerenden Dreißigjährigen Krieges wird die Berliner Hofkapelle stark dezimiert, aber nicht aufgelöst. Unter dem »Großen Kurfürsten« Friedrich Wilhelm I. erfolgt ein neuer Aufschwung.
Stadtschloss um 1696Staatsoper Unter den Linden
1684
Im Berliner Schloss finden unter Beteiligung der Hofkapelle die ersten Opernaufführungen statt.
Carl Philipp Emanuel BachStaatsoper Unter den Linden
1738
Carl Philipp Emanuel Bach wird als Cembalist in die Hofkapelle aufgenommen.
Georg Wenzeslaus von KnobelsdorffStaatsoper Unter den Linden
1740
Nach seiner Thronbesteigung beauftragt Friedrich II. den Architekten Georg Wenzeslaus Knobelsdorff, ein Opernhaus in der Allee Unter den Linden zu errichten.
Ansicht des Königlichen OpernhausesStaatsoper Unter den Linden
1742
Die königlich-preußische Hofkapelle findet im neuen Opernhaus Unter den Linden ihr Zuhause. Zur Eröffnung wird Carl Heinrich Grauns Oper »Cleopatra e Cesare« gegeben. Die Hofkonzerte leitet Johann Joachim Quantz, der Flötenlehrer Friedrichs II.
Johann Friedrich ReichhardtStaatsoper Unter den Linden
1783
Eine erste Konzertserie unter Hofkapellmeister Johann Friedrich Reichardt wird ins Leben gerufen.
Gendarmenmarkt um 1815Staatsoper Unter den Linden
1806
Nach Preußens Niederlage gegen Napoleon werden vorerst keine Vorstellungen in der Hofoper mehr gegeben. Die Hofkapelle wird verkleinert, spielt aber weiterhin im Nationaltheater am Gendarmenmarkt.
August Wilhelm IfflandStaatsoper Unter den Linden
1811
Hofoper und Nationaltheater vereinigen sich unter Leitung von »Generaldirektor« August Wilhelm Iffland zu den »Königlichen Schauspielen«, ebenso erfolgt der Zusammenschluss der beiden Orchester.
Gasparo SpontiniStaatsoper Unter den Linden
1820
Gasparo Spontini wird erster preußischer »General-Music-Director«. Während seiner 21-jährigen Amtszeit erhöht er die Zahl der Orchestermitglieder auf 94 und steigert auch die Qualität des Orchesters beträchtlich.
1821
Carl Maria von Webers Oper »Der Freischütz« wird im neu erbauten Schinkelschen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt uraufgeführt. Es spielt die Berliner Hofkapelle.
Felix Mendelssohn BartholdyStaatsoper Unter den Linden
1829
Mitglieder der königlichen Hofkapelle sind gemeinsam mit der Sing-Akademie an der ersten Aufführung von Bachs »Matthäuspassion« im 19. Jahrhundert beteiligt. Der junge Felix Mendelssohn Bartholdy dirigiert diese musikgeschichtlich hochbedeutsame Wiederentdeckung.
Giacomo MeyerbeerStaatsoper Unter den Linden
1842
Mit der ersten »Symphonie-Soiree« beginnen die regelmäßigen Sinfoniekonzerte der Hofkapelle in Berlin. Sie werden in diversen Spielstätten abgehalten, vornehmlich im Apollo-Saal der Lindenoper. Der berühmte Opernkomponist Giacomo Meyerbeer wird zum neuen Generalmusikdirektor berufen.
Der Brand 1843Staatsoper Unter den Linden
1843
In der Nacht vom 18. zum 19. August brennt das Opernhaus bis auf die Grundmauern ab.
Richard WagnerStaatsoper Unter den Linden
1844
Im Januar dirigiert Richard Wagner die Berliner Erstaufführung seines »Fliegenden Holländer«. Am Ende des Jahres eröffnet das wieder aufgebaute Haus Unter den Linden mit der Uraufführung von Meyerbeers »Ein Feldlager in Schlesien«.
Richard StraussStaatsoper Unter den Linden
1898
Richard Strauss wird Hofkapellmeister, ab 1908 Generalmusikdirektor. Mehr als 1.000 Mal wird er das Orchester bei Opern- und Konzertaufführungen dirigieren.
Wilhelm FurtwänglerStaatsoper Unter den Linden
1920
Für zwei Jahre dirigiert Wilhelm Furtwängler die Sinfoniekonzerte. Unter der Intendanz des Komponisten und Dirigenten Max von Schillings (bis 1925 im Amt) beginnt der künstlerische Höhenflug von Staatsoper und Staatskapelle.
Erich KleiberStaatsoper Unter den Linden
1923
Der neu berufene Generalmusikdirektor Erich Kleiber dirigiert am 5. Dezember sein erstes Sinfoniekonzert. Die Uraufführung von Alban Bergs »Wozzeck« unter Kleibers Leitung 1925 wird zu einem Meilenstein der Kulturgeschichte der Weimarer Republik.
1927-1931
In der Staatsoper am Platz der Republik (der sogenannten »Kroll-Oper«) initiiert Generalmusikdirektor Otto Klemperer mit seinem eigenen Ensemble eine Reihe von legendären Opern- und Konzertaufführungen, sowohl des klassischen als auch des modernen Repertoires.
Otto KlempererStaatsoper Unter den Linden
1933
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten werden zahlreiche jüdische Solisten, Dirigenten und Orchestermusiker in die Emigration getrieben. Wilhelm Furtwängler wird Operndirektor.
Herbert von KarajanStaatsoper Unter den Linden
1940
Herbert von Karajan dirigiert bis 1945 die Sinfoniekonzerte der Staatskapelle. Zuvor hatte er bereits als Operndirigent im Haus Unter den Linden große Erfolge feiern können.
Wiederaufbau 1942Staatsoper Unter den Linden
1941/1942
Die Staatsoper Unter den Linden wird durch Bomben zerstört, aus Prestigegründen jedoch sofort wieder aufgebaut. Ende 1942 wird das Haus mit Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg« unter der Leitung Furtwänglers eingeweiht.
1945
Die Lindenoper wird am 3. Februar abermals zerstört. Die letzten Sinfoniekonzerte während des Krieges finden an verschiedenen Spielstätten, u. a. im Schauspielhaus, statt.
Nur wenige Wochen nach der »Stunde Null« tritt die Staatskapelle wieder mit Konzerten in Erscheinung. Am 30. Juni beginnt die »Deutsche Staatsoper Berlin« im Admiralspalast in der Friedrichstraße mit ihrem Spielbetrieb im zerstörten Berlin.
Daniel Barenboim, 1951Staatsoper Unter den Linden
1952
Die Familie Barenboim zieht von Argentinien nach Israel. Als Pianist tritt Daniel Barenboim erstmals in Wien und Rom auf.
Daniel Barenboim, 1953Staatsoper Unter den Linden
1953/54
Daniel Barenboim nimmt in Salzburg an Dirigierklassen von Igor Markevich teil. Er lernt Wilhelm Furtwängler kennen, der ihn zu Auftritten mit ihm und den Berliner Philharmonikern einlädt. Es folgen erste Schallplattenaufnahmen als Pianist.
Franz KowitschnyStaatsoper Unter den Linden
1955
Nach Konflikten mit den politischen Amtsträgern tritt Erich Kleiber als künstlerischer Leiter der Staatsoper zurück. An seiner Stelle wird Franz Konwitschny zum geschäftsführenden Generalmusikdirektor ernannt. Am 4. September dirigiert Konwitschny die Eröffnungspremiere (Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg«) der wiedererrichteten Lindenoper.
Otmar Suitner dirigiert die Staatskapelle BerlinStaatsoper Unter den Linden
1964
Der Österreicher Otmar Suitner wird zum Generalmusikdirektor berufen, bis 1990 wird er dieses Amt ausüben. Die Staatsoper steht unter der Intendanz von Hans Pischner, der mit seinem Team einen ausgewogenen Spielplan von Klassikern des Repertoires (vor allem Mozart, Wagner, Verdi und Strauss) und Zeitgenössischem (u. a. Werke von Dessau, Schostakowitsch, Penderecki) realisiert.
1991
Daniel Barenboim wird Künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Staatsoper, Intendant ist Georg Quander. Am 30. Dezember gibt Daniel Barenboim sein erstes Konzert mit der Staatskapelle und Beethovens 9. Sinfonie. Zudem tritt er sein Amt als Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra an, das er bis 2006 ausübt.
2002
Im Rahmen der FESTTAGE 2002 werden die zehn Hauptwerke Richard Wagners in zwei Zyklen aufgeführt, flankiert von Konzerten mit den Brahms-Sinfonien. Die Staatskapelle spielt fortan ihre Sinfoniekonzerte sowohl im Konzerthaus als auch in der Philharmonie.
Mit Beginn der Spielzeit 2002/03 tritt Peter Mussbach sein Amt als Intendant der Staatsoper Unter den Linden an.
2007
Zum ersten Mal gibt es »Staatsoper für alle« in Zusammenarbeit mit BMW Berlin, bestehend aus der Live-Übertragung einer Musiktheateraufführung aus dem Opernhaus sowie einem Oper-Air-Konzert der Staatskapelle auf dem Bebelplatz.
renovierte Staatsoper mit Blick vom Bebelplatz von Marcus Ebener und Marcus EbenerStaatsoper Unter den Linden
2017
Die Staatsoper zieht nach sieben Jahren zurück in das Stammhaus Unter den Linden. Die Eröffnungspremiere ist »Zum Augenblicke sagen: Verweile doch« von Robert Schumann.
Interessiert am Thema „Basteln“?
Mit Ihrem personalisierten Culture Weekly erhalten Sie Updates
Fertig!
Sie erhalten Ihr erstes Culture Weekly diese Woche.