Die Erfindung des Rades: Wie das Rad die Mobilität revolutionierte

Die antike Töpferscheibe, das erste Auto, Gummiräder als Luxus der 50er-Jahre… Hier zeigen wir Ihnen, wie die Evolution des Rades verändert hat, wie wir uns fortbewegen.

Journey of WheelHeritage Transport Museum

Ein Meilenstein der Zivilisation

Unter den bahnbrechenden Entdeckungen und Erfindungen der Menschheitsgeschichte ist die Erfindung des Rades mit Sicherheit eine mit der größten Tragweite.

Ein Blick auf die verschiedenen Formen des Rades im Laufe der Zeit

Der Aufbau des Rades hat sich mit der Zeit verändert, zusammen mit den Anforderungen der Menschen und der Verfügbarkeit neuer Materialien.

Journey of WheelHeritage Transport Museum

Eine Revolution in vielerlei Hinsicht

Das Rad wird als eine Vorrichtung beschrieben, die sich um ihre Achse dreht. Seine Funktion war im Transportbereich von großer Bedeutung, denn es machte das Tragen und Befördern von Gütern einfacher. Seit seiner Erfindung wurde das Rad in großem Umfang eingesetzt und im Verlauf der Geschichte immer weiter verbessert. Archäologische Funde aus der Altsteinzeit – etwa 750.000 Jahre alt – deuten darauf hin, dass der frühe Mensch wusste, dass sich schwere Objekte durch Rollen leichter bewegen lassen. Untersuchungen von Diagrammen auf uralten Tontafeln beweisen jedoch, dass Räder für den Transport erst nach den Töpferscheiben in Mesopotamien, dem heutigen Irak, existierten.

Oldest Woodden WheelHeritage Transport Museum

Hier sehen Sie eine Nachbildung des ältesten Holzrades aus der Sammlung des Heritage Transport Museum. Es stammt aus Mesopotamien.

Das Rad wurde 300 Jahre nach der Erfindung der Töpferscheibe für den Transport genutzt.

Aktuellen Untersuchungen zufolge stammt das älteste bisher entdeckte Holzrad aus Ljubljana, Slowenien.

Dieses Rad ist aus der Zeit um 3.200 v. Chr. Damals nutzte man Räder für Wagen, die von Nutztieren gezogen wurden.

Early hubbed wheelHeritage Transport Museum

Die Räder wurden anfangs einfach und massiv gebaut und hatten in der Mitte ein Loch für die Achse.

Die Fertigung von Rädern erforderte viel Arbeit und Geschicklichkeit.

Zur Fixierung der Achse im Rad wurden Metallwerkzeuge eingesetzt und es wurden Methoden entwickelt, um vollkommen gleichmäßige und runde Räder herauszuarbeiten.

Später wurden Naben ergänzt, um das Auf und Ab der Wagen zu regulieren.

Wheel of Ekka CartHeritage Transport Museum

Damit der Mechanismus richtig funktioniert, muss sich das Rad frei um die Achse drehen können.

Dazu wird die Achse direkt in die Mitte des Rades eingepasst, wodurch die größtmögliche Stetigkeit während der Bewegung gewährleistet ist.

Die Achse und das Loch müssen senkrecht sein, um die Reibung möglichst gering zu halten.

Die Achse muss außerdem so dünn wie möglich sein, um die Oberfläche zu minimieren, aber gleichzeitig stark genug, um die Last tragen zu können.

Die hier gezeigten Ochsenkarrenräder sind durch eine Achse verbunden.

Bird Cart (800/1000)Heritage Transport Museum

Hier sehen Sie eines der frühesten Beispiele für die Verwendung von Rädern in Indien. Das Foto zeigt einen Miniaturwagen mit Vogel aus der Indus-Kultur.

Der kleine Wagen diente möglicherweise zur Unterhaltung oder als Spielzeug für Kinder.

Auf jeden Fall demonstriert er aber, dass das Rad den Menschen dieser Zeit als Fortbewegungsmittel bekannt war.

Dieses Artefakt stammt aus der Zeit zwischen 1.000 und 800 v. Chr.

Von Larry BurrowsLIFE Photo Collection

Andere Beispiele für Miniaturwagen aus der Indus-Kultur weisen Ähnlichkeit mit heutigen Karren auf, die von einem Büffelgespann gezogen werden.

In der Indus-Zivilisation stieg die Anzahl der aus Terrakotta gefertigten Karren und Räder stark an, wie archäologische Funde belegen.

Der frühe Einsatz von Karren im Indus-Tal deutet darauf hin, dass sie das Ergebnis einer einheimischen technologischen Entwicklung waren.

Spoked wooden wheel with iron rim.Heritage Transport Museum

Frühe Vollräder waren zwar robust, mit 3 bis 12 Teilen aber auch schwer.

Hohe Geschwindigkeiten waren damit nicht möglich. Außerdem ließ die Manövrierfähigkeit zu wünschen übrig.

Das Bedürfnis nach höheren Geschwindigkeiten führte um 2.000 v. Chr. zur Erfindung der Speichenräder durch die Ägypter.

Zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von keltischen Wagen wurden diese mit einem Eisenreifen versehen.

Spoked wooden wheelHeritage Transport Museum

Holzspeichenräder mit Eisenreifen waren viele Jahrhunderte lang der Standard.

Erst 1802 gab es bei den Speichenrädern wieder eine größere Veränderung.

Wheel & Suspension of Post Chaise Horse carriageHeritage Transport Museum

Das Speichenrad einer Pferdekutsche

Journey of WheelHeritage Transport Museum

Im Jahr 1802 wurde das erste Drahtspeichenrad vorgestellt – patentiert von G. F. Bauer.

Einige Jahre später entwickelten sich daraus runde Drahtspeichen, wie sie noch heutige für Fahrrädern genutzt werden.

Modern wheelsHeritage Transport Museum

Die Herstellung von Rädern war arbeitsaufwendig und erforderte viel Geschick.

Damit die Räder vor Beschädigungen geschützt waren, wurden sie mit Gummi abgedeckt. Dieser Gummi bildete den Vorläufer heutiger Reifen.

Von John PhillipsLIFE Photo Collection

Am Anfang verformte sich das Gummi – bei heißem Wetter wurde es klebrig, in der Kälte steif.

1839 führte Charles Goodyear die Vulkanisation ein, mit der Gummi endlich für Reifen nutzbar gemacht werden konnte.

Von John PhillipsLIFE Photo Collection

Bei diesem Prozess wird Gummi mit Schwefel erhitzt, um es elastischer zu machen.

Vollgummireifen waren widerstandsfähiger und weniger anfällig für Schnitte und Abrieb, absorbierten aber keine Erschütterungen.

Im 1885 von Karl Benz patentierten Motorwagen kamen Drahtspeichenräder mit Hartgummi zum Einsatz.

Wheel of Horse carriage LandauHeritage Transport Museum

Ein Speichenrad mit Hartgummi – ein Beispiel für Hartgummi auf dem Rad einer Pferdekutsche aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Wire tension wheelHeritage Transport Museum

Den nächsten Entwicklungssprung markierte die Erfindung von Luftreifen.

Der schottische Ingenieur R. W. Thompson ersetzte 1885 Hartgummi durch Luftreifen – luftgefüllte Gummireifen, die Vibrationen reduzierten und die Bodenhaftung verbesserten.

Die ersten kommerziell erfolgreichen Luftreifen wurden 1888 von John Dunlop aus Irland hergestellt.

Example of Wire tension wheelHeritage Transport Museum

Die Räder von Automobilen mussten nicht nur robust genug sein, um heftigen Belastungen standzuhalten, sondern auch ausgewuchtet werden, um eine gleichmäßige Drehung zu gewährleisten.

Frühe Autos hatten hölzerne Speichenräder, die denen von Viehwagen nicht unähnlich waren.

Sie waren jedoch nicht robust genug und wurden durch schwere Lasten und Schrumpfung verzerrt.

Ein Beispiel für Drahtspeichenräder am Chevrolet Phaeton von 1932.

Examplde of Hub CapHeritage Transport Museum

Die einfachste Form eines modernen Rades ist das Stahlblech-Scheibenrad.

Später ermöglichten Aluminiumguss-Räder die Verwendung von breiteren Reifen mit niedrigerem Profil, die für eine bessere Bodenhaftung sorgten.

Ein weiterer großer Fortschritt in der Reifenindustrie erfolgte mit der Einführung von Radialreifen in den 1950er-Jahren. Ein Beispiel ist auf diesem Bild zu sehen.

Die flexiblen Seitenwände sorgen für besseres Kurvenverhalten und eine längere Lebensdauer des Profils.

An Example of White Wall TyreHeritage Transport Museum

Die Weißwandreifen wurden von einem kleinen Reifenhersteller in Chicago gefertigt, der sich Vogue Tyre & Rubber Co. nannte.

Für die ersten Automobilreifen wurde noch reiner Naturkautschuk verwendet. Für die Laufflächenmischung wurde das Gummi mit verschiedenen Chemikalien versetzt, um die Abnutzungseigenschaften zu verbessern.

Der beste Zusatz war Zinkoxid – ein reinweißer Stoff, der die Bodenhaftung erhöhte und den gesamten Reifen weiß färbte. Die Weißwandreifen wurden zum Symbol für modernen Luxus.

Dissected Cycle InstallationHeritage Transport Museum

Kreativität inspirieren

Ohne die Erfindung von Rädern würde die Welt (buchstäblich) zum Stillstand kommen. Kreativität und Vorstellungskraft haben keine Grenzen.

Wheels & MoreHeritage Transport Museum

Hier sehen Sie eine Installation aus den Rädern von Fahrrädern. Ältere Räder können zu Einrichtungsgegenständen umgewidmet werden.

L'invenzione della moto-ruotaIstituto Luce Cinecittà

Das hier ist eine eigenwillige Innovation einer motorisierten Version des Rades.

Rhoen WheelIstituto Luce Cinecittà

Räder waren auch schon immer Hilfsmittel von Turnern und Akrobaten.

Firenze: il signor Moscogiuri è l'inventore di un trabiccolo a tre ruote dalla struttura leggera che, nelle ambizioni del fiorentino, dovrebbe un giorno poter volare.Istituto Luce Cinecittà

Im Laufe der Zeit hat das Rad unzählige Erfindungen möglich gemacht. Einige davon haben unser Leben und die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, verändert. Andere bleiben aufgrund ihres Unterhaltungswerts im Gedächtnis.

Mitwirkende: Geschichte

Kuratorenteam des Heritage Transport Museum

Herr Tarun Thakral (Gründer und Managing Trustee)
Frau Ragini Bhat (Kuratorin)

Quelle: Alle Medien
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