Selbstbildnis mit fiedelndem Tod (1872) von Arnold BöcklinAlte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Kannst du es hören? Die melancholische Schönheit einer einsamen Geige. Das sanfte Klopfen knochiger Finger auf poliertem Holz und das Flüstern an deinem Ohr: „Ich bin nah."
Arnold Böcklin hört ganz bestimmt etwas auf diesem eindringlichen „Selbstbildnis mit fiedelndem Tod".
Sein Blick schweift in die Ferne, während er konzentriert lauscht ...
... und mitten im Pinselstrich innehält. Das Gemälde erinnert uns daran, dass das Leben am seidenen Faden hängt. Oder in diesem Fall: an einer einzelnen Saite.
Für viele ist der eigene Tod abstrakt. Er tritt erst ins Bewußtsein, wenn der Bus, in dem wir sitzen, plötzlich ins Schlingern gerät, ein Freund oder Verwandter stirbt ...
Böcklin, Schweizer Maler des Symbolismus, widmete sich immer wieder dem Thema Tod. Vielleicht, weil er wusste, wie schnell es vorbei sein kann.
Von den 14 Kindern, die er mit seiner Frau Angela hatte, starben acht im Säuglingsalter. Außerdem musste die Familie zweimal vor der Cholera fliehen.
Böcklins bekannteste Werke sind seine fünf Versionen der „Toteninsel“.
Insbesondere die dritte Fassung erlangte durch Drucke und Fotografien große Berühmtheit. Heute ist dieses Gemälde neben dem „Selbstbildnis mit fiedelndem Tod" in der Alten Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel zu sehen.
Reihe #HistoryOfUs
Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
www.smb.museum
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