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Klimt als Familienvater

Bekanntlich war die Modedesignerin Emilie Flöge Klimts langjährige Lebensgefährtin. Sie begleitete Klimt bei Auftritten in der großbürgerlichen Wiener Gesellschaft. Doch waren Klimt und Flöge nicht miteinander verheiratet, und sie lebten auch nicht in einem gemeinsamen Haushalt. Sie hatten auch keine gemeinsamen Kinder. Klimt hingegen war Vater mehrerer Kinder, deren Mütter zunächst als Modelle für ihn tätig gewesen waren. Wie viele Kinder er genau hatte, lässt sich kaum mehr feststellen. Angeblich wurden nach Klimts Tod für 14 illegitime Kinder Versorgungs- und Erbansprüche geltend gemacht, wofür es aber keine amtlichen Nachweise gibt. Behördlich dokumentiert sind nur sechs Kinder, von denen zwei jedoch bereits in jungen Jahren verstarben. Sie stammten von drei verschiedenen Müttern. Klimt hatte keine von ihnen geheiratet, er wohnte auch nicht mit ihnen zusammen. 

Gustav Klimt und Emilie Flöge, H. Böhler, um 1909, Aus der Sammlung von: Österreichische Nationalbibliothek
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Immerhin kümmerte sich der Meister um seine Kinder und auch um deren Mütter, indem er den Kontakt zu ihnen aufrechterhielt und darauf bedacht war, dass sie materiell gut versorgt waren. In manchen Fällen entwickelte sich vorübergehend auch eine annähernd familiäre Beziehung, so etwa im Fall von Marie Zimmermann, genannt Mizzi, und dem gemeinsamen Sohn Gustav (1899–1976).

Ansichtskarte von Gustav Klimt am Attersee an Marie Zimmermann in Villach, Gustav Klimt, o.D. Vermutlich 08.1900, Aus der Sammlung von: Klimt-Foundation
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Über einige Jahre hinweg, als Gustav noch im Kleinkindalter war, interessierte sich Klimt sehr für dessen Entwicklung. Dies zeigen etwa auch zahlreiche Briefe, die er damals an Marie Zimmermann schrieb. Im folgenden Brief etwa erteilt Klimt seinem kleinen Sohn zu dessen ersten Geburtstag Ratschläge: „Mein liebes Gusterl! Ich gratuliere Dir von ganzem Herzen zu Deinem Geburtstage und wünsche Dir das Allerbeste für die Zukunft. Nun bist Du schon ein ganzes Jahr alt, das heißt also du bist schon ein ganz kleiner Mann von dem man verlangt daß er allein gehen kann, daß er Mama und Papa sagen kann oder lernt, daß er verschiedene Dinge höchsteigen verlangt und zwar mit dem Worte, Dinge welche er bis jetzt ohne das Wort zu nehmen unter gewisser Stille vor sich gehen ließ. Ich bin neugierig ob Du das Alles fein treffen wirst damit man dich ein feines Büblein nennen kann. Nochmals die besten Wünsche.

Gustav Klimt am Attersee, Moriz Nähr, 1904, Aus der Sammlung von: Klimt-Foundation
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Zwei Jahre später freut sich Klimt über das Wohlergehen seines nunmehr dreijährigen Sohnes und schreibt in einem Brief an die Mutter: „Es freut mich zu hören daß Ihr gesund seid bis auf den Ausschlag des kleinen Herrn, der ja nicht von Bedeutung sein wird. Daß der kleine ‚Kerl‘ schlimm und lebhaft ist – ist ja gut, zeigt von Temperament, und ist viel besser, als so ein stilles ruhiges ‚Hascherl‘ und du bist gewiß zufrieden, daß er ‚aufzulösen‘ gibt.

Mitwirkende: Geschichte

Text: Österreichische Galerie Belvedere / Franz Smola

© Österreichische Galerie Belvedere

www.belvedere.at

Quelle: Alle Medien
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