Washerwoman (1720 - about 1725) von Giacomo Ceruti known as PitocchettoFondazione Brescia Musei
Giacomo Ceruti, Waschfrau, um 1725
Giacomo Ceruti ist ein italienischer Maler und einer der bedeutendsten Vertreter des europäischen 18. Jahrhunderts. Die Werke des Künstlers, der zwischen Mailand, Brescia und Venedig tätig ist, zeichnen sich durch die Vielfalt der dargestellten Themen aus.
Von den armen Menschen aus einfachen Verhältnissen, die mit realistischer Klarheit dargestellt werden, bis hin zu den Porträts von Adelsfamilien und des Großbürgertums, die eher dem internationalen Geschmack entsprechen. Bald nach seinem Tod in Vergessenheit geraten, wird er erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts dank des Gemäldes „Lavandaia“ (Waschfrau) wiederentdeckt.
Das Werk wurde 1922 für die „Ausstellung der Italienischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts“ in Florenz ausgewählt und von dem Kunsthistoriker Roberto Longhi entdeckt. Das markiert den Beginn der Neubewertung des Malers in der italienischen Kunstgeschichte.
Giacomo Ceruti stellt auf diesem Gemälde eine Szene aus dem Volksleben dar. In der Mitte befindet sich eine Frau, die uns anzuschauen scheint und ihre Tätigkeit am Waschtrog für einen Augenblick unterbricht. Hinter ihr überquert ein Junge langsam den Hof. Er trägt einen Stock mit Wäsche auf seiner rechten Schulter.
Die Szene spielt in häuslicher Umgebung, die an die Bauernhöfe in der Gegend südlich von Brescia erinnert. Im unteren Teil des Gemäldes ist eine pflanzliche Umrahmung zu erkennen, die typisch für Cerutis Werke aus der Brescianer Zeit ist. Bei den Farben handelt es sich überwiegend um matte und kalte Grau- und Ockertöne.
Diese gewöhnliche und ruhige Szene wird von der Waschfrau dominiert. Ihr müder und trauriger, aber gleichzeitig würdevoller Blick, weckt. Die Bedeutsamkeit der Figur wird von den leuchtenden Farben ihres Kleides hervorgehoben: hellblau, rot und gelb, die einen Kontrast mit dem grauen und erdigen Hintergrund erzeugen.
The little Porter (1730 - about 1734) von Giacomo Ceruti known as PitocchettoFondazione Brescia Musei
Giacomo Ceruti, Korbträger, um 1725
Der „Portarolo“ (Korbträger) gibt ein wahres Bild der Realität der Zeit wieder. Hier ist das Motiv, in völliger Farbharmonie mit der Umgebung, ein kleiner Junge in bescheidenen und abgenutzten Kleidern, der einen Korb mit Eiern und einem gefalteten Blatt auf den Schultern trägt.
Working Women (1720 - about 1725) von Giacomo Ceruti known as PitocchettoFondazione Brescia Musei
Giacomo Ceruti, Nähschule, um 1720-1725
Die „Scuola di cucito“ (Nähschule) gehört zum „Padernello-Zyklus“, eine Reihe der Brescianer Werke von Giacomo Ceruti, in denen die einfachen Menschen seiner Zeit dargestellt werden. Insbesondere werden in diesem Gemälde die Arbeit und Bildung der Frauen thematisiert.
In diesem Bild stellt Ceruti eine Gruppe von Frauen unterschiedlichen Alters dar, die in einem kahlen Zimmer nähen. Wie in einem Schnappschuss malt Ceruti einen Moment aus dem Alltag dieser Frauen, die einer häuslichen Arbeit nachgehen. Zwei Mädchen scheinen für einen Moment wegzuschauen und uns anzustarren, während wir die Szene beobachten.
Im Vordergrund lehrt die älteste Frau der Gruppe einem kleinen Mädchen das Lesen. Es fällt die fleißige Bewegung der Hände auf, in der Natürlichkeit der Geste eingefangen, sowohl beim Umgang mit Nadel und Faden als auch beim Hinweisen auf den Text.
Spinner (1730 - about 1734) von Giacomo Ceruti known as PitocchettoFondazione Brescia Musei
Giacomo Ceruti, die Weberin, um 1730-1733
Auch „La Filatrice“ (die Weberin) gehört zum „Padernello-Zyklus“. Ein junges Mädchen - mit dem Spinnrocken unter dem Arm und der Spindel zwischen den Fingern - ruht für einen Moment die ermüdeten Hände auf den Knien und richtet den Blick auf uns.
Die zerschlissene und zerfledderte Kleidung betont ihr Elend, aber die Szene als Ganzes vermittelt auch ihre große Würde.
Portrait of Young Gentleman (about 1760) von Giacomo Ceruti known as PitocchettoFondazione Brescia Musei
Giacomo Ceruti, Porträt eines jungen Herren, um 1760
Das Gemälde zeigt einen gut gekleideten, adeligen jungen Mann mit einer grünblauen Samttasche und goldenen Stickereien. Das Gesicht ist sehr zart, mit fast weiblichen Zügen. Der Blick ist schwer fassbar, kann dennoch die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen.
Das Werk ist ein klares Beispiel für die Anpassung an internationale Modelle, mit denen Ceruti während seines Aufenthalts in Venedig in Kontakt kam. Diese zeichneten sich durch leuchtende Farben und einen raffinierten Charakter aus.
Neben den kostbaren Verzierungen der Kleidung ist es vor allem die Frisur, die es uns ermöglicht, das Gemälde auf das Spätwerk des Künstlers zurückzuführen. Die horizontalen Locken und die graue Perücke "à la catogan" genannt, die unten mit einer schwarzen Schleife zusammengeknotet sind, sind typisch für die sechziger Jahre des achtzehnten Jahrhunderts.
Giacomo Ceruti, Porträt von Don Erasmo Aliprandi, um 1740
Die eleganten Porträts zeigen den Marquis Don Erasmo und seine Frau Laura Vitali, Spitzenvertreter des Mailänder Adels. In der Darstellung von Kostümen, anatomischen Details und Persönlichkeitszügen der porträtierten Figuren erreicht Ceruti erstaunliche qualitative Ergebnisse.
Giacomo Ceruti, Porträt von Laura Vitali Aliprandi, um 1740
Beeindruckend sind die Genauigkeit und die Kunstfertigkeit, mit der Ceruti die vergoldeten Stickereien der Quasten und der Knebelknöpfe nachzeichnet, die die Seidentasche des Marquis und die Spitze schmücken, die das Korsett der Dame ziert.
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