Smart Home, Smartphone, Smart Speaker – intelligente Geräte sind allgegenwärtig. Das Angebot ist groß und die Funktionen sind vielfältig. Wearables und Gadgets messen Körperfunktionen, werden zu digitalen Freunden oder schützen vor modernen Überwachungssystemen. Die digitalen Helfer verbinden die analoge Welt mit dem digitalen Raum. Ausgewählte Objekte geben Einblicke in die Innovationen von heute und die Visionen von morgen.
Erweiterte Realität
Datenbrillen eröffnen den Blick für virtuelle Räume. Sie vertiefen, erweitern und ergänzen die Realität durch Immersion in virtuelle Spiele oder Teilhabe an digitalen Welten.
Die Digitalkamera der Datenbrille „Google Glass“ erfasst die reale Welt und überlagert sie mit digitalen Daten. Die „Erweiterte Realität“ (Augmented Reality) wird über ein optisches Display direkt in das natürliche Sichtfeld integriert.
Die Computerbrille „CyberBoy PC-VR“ versetzte Gamer 1995 direkt ins Spielgeschehen, indem zwei LCD-Displays eine 3D-Darstellung erzeugten. Die Technologie der Virtual Reality (VR) war damals noch unausgereift, entführt heute aber in verblüffend reale virtuelle Welten.
Im Gestell der intelligenten Brille „Ray-Ban Meta Wayfarer“ ist eine 12-Megapixel-Kamera verbaut. Die Brille verbindet sich über Bluetooth mit einem Smartphone und teilt das Erlebte per Live-Stream über die Social Media-Plattformen Facebook oder Instagram.
Kommunikation am Handgelenk
Wearables sind gefragte Accessoires. Smartwatches zeigen eingehende Nachrichten oder Wetterinformationen an und messen Körperdaten. Das Smartphone kann in der Tasche bleiben. Bei Varianten mit eigener SIM-Karte, überträgt das Wearable als Armbandtelefon auch eigenständig Daten.
Kontrollierte Körper
Wearables messen Körperfunktionen, sammeln Daten und stellen sie für Auswertungen zur Verfügung. Die persönlichen Körperdaten sind jederzeit einsehbar und klären über Fitness und Wohlbefinden auf.
Sehen, was nicht sichtbar ist: Die Sensoren dieser intelligenten Geräte machen auf Luftverschmutzung und unbewusste Verhaltensmuster aufmerksam. Die Atemmaske „Active+ Halo Smart Mask“ misst die Luftverschmutzung und sammelt Daten über das eigene Atemverhalten. Das Armband „Immutouch“ vibriert, wenn die Hand zum Gesicht geführt wird. Es soll helfen, unfreiwillige Bewegungsmuster und Zwangshandlungen abzutrainieren.
Digitalfotografie "Kontrollierte Körper und Köroerwerte" (2024/2024) von Fotograf: Bostelmann BertMuseum für Kommunikation Frankfurt, Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Temperatur, Puls, Atmung, Durchblutung. Intelligente Geräte überwachen Körperfunktionen, um Gesundheitsswerte zu berechnen und biologische Prozesse zu überwachen.
Der Wellness-Tracker „Tinké“ misst das Stresslevel und hilft, die persönliche Vitalität im Blick zu halten.
Der Fruchtbarkeits-Tracker „Ava“ erfasst den weiblichen Zyklus und sammelt Daten, mit deren Hilfe eine App die fruchtbaren Tage ermittelt.
Moderne Arbeit
Intelligente Geräte stehen mit moderner Arbeitskultur in Verbindung und verändern klassische Abläufe. Sie steigern die Effizienz im Büro oder dokumentieren Leistungen und körperliche Aktivität.
Daten lügen nicht! Oder doch?
Diese Gadgets simulieren körperliche Aktivitäten, um softwaregestützte Überwachungssysteme zu täuschen.
Smartphones registrieren Bewegungen und erstellen Statistiken über körperliche Leistungen. Dieser "Smartphone-Beweger" führt die intelligenten Telefone hinters Licht, indem er die Aufzeichnung der Schrittzähler-App manipuliert. Der "Computer Mouse Jiggler" simuliert Mausbewegungen. Die digitale Überwachung von Mitarbeitenden im mobilen Arbeiten und Homeoffice registriert dadurch Aktivität, obwohl keine Arbeit stattfindet.
Audio- Dockingstation "HiDock H1" mit Künstlicher Intelligenz ( KI) (2023/2023) von Hersteller: HiDock (*2014)Museum für Kommunikation Frankfurt, Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Der intelligente Assistent „HiDock H1“ zeichnet Gespräche und Telefonate auf und erstellt mithilfe Künstlicher Intelligenz eine strukturierte Zusammenfassung. Das Tischgerät dient gleichzeitig als Dockingstation mit USB-C und HDMI Anschlüssen und einem SD-Karten Reader.
Neue Freunde
Smarte Assistenten, Smart Pets und andere intelligente Geräte erweitern den Freundeskreis. Sie wirken menschlich, weil sie auf Stimmen oder Bewegungen reagieren und teilweise auch selbst sprechen können. Mit Mikrofonen, Kameras und neuerdings auch Künstlicher Intelligenz ausgestattet, unterhalten die digitalen Freunde und sind zugleich nützliche Helfer im zunehmend digitalen Alltag.
Die Puppe „Hello Barbie“ ist eine intelligente Gesprächspartnerin. Ein Sprachassistent reagiert beim Spielen mit passenden Antworten auf die Kinder und zeichnet die Gespräche auf. Einmal pro Woche sendet die digitale Freundin die Audioaufzeichnungen an die Eltern.
Digitalfotografie "Neue smarte Freunde" (2024/2024) von Fotograf: Bostelmann BertMuseum für Kommunikation Frankfurt, Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Diese fünf digitalen Freunde sorgen für Unterhaltung und unterstützen im Alltag. Sie erinnern durch ihre Form oder ihren Namen an Haustiere und erhöhen damit den persönlichen Bezug.
Durch das Display und das Mikrofon eines iPhones erhält dieser Roboterhund „Augen“ und „Ohren“. Mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken reagiert das Smart Pet auf Stimmen und Bewegungen.
Der Sprachassistent „Nabaztag“ (armenisch: Hase) informiert über eingehende Mails, Wetterberichte oder Börsenkurse. Er kommuniziert durch Töne und Lichtsignale und ist auch als Media Player einsetzbar. Besonders lebendig wirkt der Hase, wenn sich seine Ohren bewegen.
Auf das Display eines Smartphones gesetzt, verwandelt sich der Roboter „Smapon“ zu einem gesprächigen Freund. Er beantwortet Fragen und drückt Gefühle als Emojis aus, die er auf einem LED-Display anzeigt.
Das KI-Gadget „Rabbit r1 Pocket Companion“ erledigt selbstständig Aufgaben im Internet. Durch das neuartige Large Action Model (LAM) kann der digitale Butler per Sprachbefehl online Buchungen durchführen und Einkäufe tätigen.
Das Hacker-Tool „Flipper Zero“ verschafft Zugriff zu NFC- und RFID-Systeme. Ein freundlicher Cyber-Delfin führt auf der Displayanzeige durch das Menü und verleiht dem digitalen Helfer eine spielerische Persönlichkeit.
Smart Speaker hören immer zu und lauschen auf ihr Signalwort. Der Sprachfilter „Alias“ beschallt das Mikrofon des intelligenten Lautsprechers „Amazon Echo“ mit Störgeräuschen, damit Alexa nicht mithören kann. Ein selbst gewähltes Signalwort unterbricht die Störung für Sprachbefehle.
Verschlüsselte Werte
Kryptowährung erweitert den Geldverkehr in den digitalen Raum. Während Hardware-Wallets die digitalen Vermögenswerte schützen, ermöglichen Krypto-Miner das Erzeugen neuer Werteinheiten.
Digitalfotografie "Verschlüsselte Werte" (2024/2024) von Fotograf: Bostelmann BertMuseum für Kommunikation Frankfurt, Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Analoge Sicherheit für digitales Geld. Kryptowährung muss in einem Onlinekonto gespeichert werden. Die Daten sind dort aber nur bedingt geschützt. Mehr Sicherheit bieten Hardware-Wallets, die von einem PC oder Smartphone ausgelesen werden können.
Der „AntMiner U1“ ist ein kompakter USB-Miner, der eigenständig Bitcoins generiert. Mit der Rechenleistung von 1,6 Gigahashes pro Sekunde lassen sich allerdings nur kleine Mengen schürfen. Der Ertrag liegt bei circa 0,00000006 Bitcoins täglich. Das entspricht ungefähr 0,006 Euro.
Getarnte Identität
Datenschutz und Privatsphäre stehen im Zentrum der Diskussionen rund um die Digitalisierung. Analoge Lösungen schützen die eigene Identität im digitalen Raum. „Adversarial Fashion“ verwirrt dazu moderne Erkennungssoftware mit störenden Mustern auf Kleidungsstücken.
Die Gesichtsmaske „Resist Facial Recognition" überlistet durch verzerrte Gesichtsmerkmale die Algorithmen in Kamerasystemen.
Digitalfotografie "Getarnte Identitäten" (2024/2024) von Fotograf: Bostelmann BertMuseum für Kommunikation Frankfurt, Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Die drei Kleidungsstücke sind Beispiele für „Adversarial Fashion", die Überwachungssysteme mit subversivem Camouflage-Look in die Irre führt.
Die abstrakten Muster auf dem Shirt irritieren Algorithmen, sodass die Kamera keine Person wahrnimmt.
Die Aufdrucke auf dem Kapuzenpullover werden als Kfz-Kennzeichen registriert. Der Mensch, der ihn trägt, bleibt unerkannt.
Die Metallbeschichtung des „Anti-Drone-Hoodies“ lässt keine Wärme durch. So entgehen Wärmesignaturen den Sensoren von Flugdrohnen.
"Schöne smarte Welt"
Eine virtuelle Ausstellung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation.
Kuratorin: Marina Schilke
Mitwirkender: Joel Fischer
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