Von "BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH"
Deutsches Korbmuseum
Lange Zeit wurden die Kinder nur getragen. Im 17. Jahrhundert gab es vereinzelt Ziehwagen, bei denen ein Korb auf Räder gebracht wurde. Diese verbreiteten sich im 19. Jahrhundert zunehmend in Deutschland, während in England bereits Kinderwagen zum Schieben in Serie produziert wurden.
Der Beginn der deutschen Kinderwagenindustrie liegt in Zeitz. Nachdem hier vom Schlosser Degelow zunächst noch Ziehwagen in Einzelanfertigung hergestellt wurden, entwickelte der Wagner und Stellmacher Ernst Albert Naether Form, Funktion und Aussehen des Kinderwagens weiter.
Unverzichtbar waren die fränkischen Weidenkörbe, in denen die Kinder sicher liegen konnten. So belieferte beispielsweise die Michelauer Firma Stölzel, in deren ehemaligem Geschäftsgebäude sich heute das Deutsche Korbmuseum befindet, ab 1932 Kinderwagenkörbe nach Zeitz, Salzburg und Prag.
Die Zusammenarbeit mit dem Naether Werk in Zeitz, dem bis zum Zweiten Weltkrieg größten deutschen Kinderwagenhersteller, wurde durch die Teilung Deutschlands beendet. In Oberfranken entwickelte sich ein neues Zentrum der Kinderwagenherstellung. 1950 gab es 36 Kinderwagenfabriken in Oberfranken, wie die Michelauer Firma Knorr und die Lichtenfelser und Hirschaider Hourdeaux-Bergmann AG, mit ihren Frankonia Kinderwagen. In Oberfranken wurden jährlich etwa 100.000 Kinderwagen hergestellt.
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