Wie weit soll man gehen?

Teil der Onlineausstellung "StilBRUCH?"

Der Wiederaufbau von Schloss Charlottenburg war ein außerordentlich beindruckender Prozess, der von nur wenigen engagierten Frauen und Männern initiiert und begleitet wurde. Zusätzlich zu allen organisatorischen Leistungen der Koordination beteiligter Gewerke galt es immer wieder, Entscheidungen über das künftige Aussehen einzelner Bauabschnitte zu treffen. Auf dem Weg zur Wiederherstellung des Denkmals mussten vorhandene Reste erfasst und untersucht sowie Dokumente – wie etwa Vorkriegsfotografien, grafische Darstellungen, Planmaterial oder Beschreibungen – gesammelt werden. Nach deren Bewertung im Hinblick auf die Aussagekraft für das Denkmal fing die eigentliche Diskussion erst an: Wie heute auch beeinflussten über die Quellenlage hinaus die finanziellen und technischen Möglichkeiten, die verfügbaren künstlerischen Kräfte, aber auch gesellschaftliche Interessen, politischer Druck, künftige Nutzungen und nicht zuletzt persönlicher Geschmack die Entscheidungen. Auch der Umfang der erhaltenen mobilen Ausstattung spielte eine Rolle. In diesem Spannungsfeld galt es, die Würde des Geretteten zu bewahren und dennoch eine Atmosphäre neu zu schaffen, über die das Denkmal zu vermitteln war. Dies erklärt, weshalb im Jahrzehnte dauernden Wiederaufbau keine starre Methode angewendet, sondern für jede Fragestellung, für jeden Abschnitt nach der bestmöglichen Lösung gesucht wurde. Was für unterschiedliche Ansätze zum Tragen kamen, sollen die nachfolgenden Beispiele aufzeigen.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Restaurierung eines Spiegelrahmens für die Goldene Galerie (zwischen 1961 und 1973)Schloss Charlottenburg

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Helmut Börsch-Supan

Ab 1961 Kustos und von 1983 bis 1995 Stellvertretender Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin.
Hier geht es zur Transkription des O-Tons.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett, südöstliche Ecke vor den Retuschen (um 1960)Schloss Charlottenburg

Gerettet

Die Zerstörung von Schloss Charlottenburg in den Bombenangriffen 1943/1945 und die unmittelbaren Folgen führten zu vielfältigen Schäden durch Brand, Explosionen und Wasser. Erst nach der statischen Sicherung und einem Witterungsschutz konnten Oberflächen untersucht und die Reste von Farben und Materialien gesichert werden. Nur wenige Räume blieben soweit erhalten, dass durch Auffrischen und teilweises Überarbeiten von Oberflächen oder durch kleinteilige Ergänzungen die Fehlstellen und Zerstörungsspuren überbrückt werden konnten, was hier als Restaurierung bezeichnet wird.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett, südöstliche Ecke mit der Porzellanausstattung und dem Deckenbild von Anthonie Coxie (vor 1945)Schloss Charlottenburg

Gerettet

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett, südöstliche Ecke mit der Porzellanausstattung und dem Deckenbild von Anthonie Coxie, Zustand vor 1945

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett, südöstliche Ecke vor den Retuschen (um 1960)Schloss Charlottenburg

Gerettet

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett, südöstliche Ecke vor den Retuschen, Zustand um 1960

Durch die Erschütterungen des Bombentreffers in der benachbarten Kapelle 1945 lösten sich Teile des bemalten Deckenputzes, fielen herunter und zerbrachen. Auch Teile der reichen Stuckdekorationen der Wände wurden zerstört. Bei der Restaurierung konnten größere Stücke der Decken wieder angebracht und die Fehlstellen ergänzt werden.

Fragmente der Decke des Porzellankabinetts von Schloss Charlottenburg vor der Wiederanbringung (um 1948)Schloss Charlottenburg

Gerettet

Fragmente der Decke des Porzellankabinetts von Schloss Charlottenburg vor der Wiederanbringung, Zustand um 1948

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett nach der Wiederherstellung Ende der 1960er Jahre (2017)Schloss Charlottenburg

Gerettet

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett nach der Wiederherstellung Ende der 1960er Jahre, Zustand 2017

Mit der Restaurierung der Decke wurden auch fehlende Ornamente der Wände durch Kopien ersetzt, indem vorhandene Teile abgeformt wurden. Die meisten Porzellane waren vor 1943 geborgen, aber nach dem Krieg in die Sowjetunion abtransportiert worden. Die verbliebenen Stücke gingen zu Bruch. Als Ersatz wurden ähnliche, historische Stücke erworben und kleine Vasen in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) neu hergestellt.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie während der Rekonstruktion (1965)Schloss Charlottenburg

Wiedergewonnen

Bei einigen Räumen in Charlottenburg waren die Verluste der Dekoration so umfassend, dass mit einer Restaurierung der verbliebenen Reste kein Eindruck der ursprünglichen Erscheinung hätte erreicht werden können. Waren aber Fotografien, Beschreibungen und Fragmente vorhanden, die detailliert über Formen, Proportionen, Materialien und Farben Auskunft gaben, so konnten die Verantwortlichen eine Rekonstruktion in Betracht ziehen. Dabei glich jede Wiedergewinnung eher einem künstlerischen Herantasten an das Vorbild als einer rein handwerklichen Wiederholung.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie (vor 1943)Schloss Charlottenburg

Wiedergewonnen

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie, Zustand vor 1943

Räume von kunsthistorischer Bedeutung wurden bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Regel gut dokumentiert und publiziert. Als Folge von Restaurierungen in der frühen Museumszeit nach 1927 waren zudem teilweise auch Detailfotografien, Zeichnungen und Abformungen erstellt worden, die nach der Zerstörung wertvolle Grundlagen zur Rekonstruktion bildeten.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie nach der Zerstörung (25.02.1944)Schloss Charlottenburg

Wiedergewonnen

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie nach der Zerstörung, Zustand 25.02.1944

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie während der Rekonstruktion (1965)Schloss Charlottenburg

Wiedergewonnen

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie während der Rekonstruktion, Zustand Februar 1965

Die Goldene Galerie ist ein herausragendes Beispiel einer umfassenden Rekonstruktion. Obwohl nahezu restlos ausgebrannt, halfen Reste des grünen Stuckmarmors und der reichen Reliefdekoration präzise Informationen über die früheren Farben und Formen zu  zu gewinnen. Unmittelbar vor der Zerstörung waren zudem mehrere hundert Detailfotos angefertigt worden. Die Wiederherstellung dauerte von 1961 bis 1973.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie (2018)Schloss Charlottenburg

Wiedergewonnen

Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel, Goldene Galerie, Zustand 2018

Die Galerie zeigt sich heute in einem authentischen Gesamteindruck. Nur im Vergleich mit dem Vorkriegszustand und mit geübtem Auge ist zu erkennen, dass zum Beispiel die Decke aus konstruktiven Gründen zu flach ist. Trotzdem: Die beim Wiederaufbau Beteiligten wussten, dass diese Rekonstruktionen keine Zeitmaschinen sind, sondern Raum gewordene Ideen des Vorzustands.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, sogenanntes Gläsernes Schlafgemach von Sophie Charlotte nach der Wiederherstellung (2017)Schloss Charlottenburg

Verzichtet

Eine wichtige Möglichkeit zur Wiedergewinnung eines Raumeindruckes war es, zunächst nur die Gliederung und die prägenden ornamentalen Elemente sowie Wandbespannungen oder Anstriche zu rekonstruieren. Erst nach und nach folgten dann die aufwändigeren Teile, wie Kaminwände oder Deckenbilder. Entscheidungen zu deren Rekonstruktion konnten auch Jahre später gefällt werden, nicht zuletzt in Abhängigkeit von der Dokumentation, verfügbaren Künstler:innen oder Geldmitteln. Wurde bewusst verzichtet, so ist die Rede von einer Teilrekonstruktion.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, sogenanntes Gläsernes Schlafgemach von Sophie Charlotte (um 1910)Schloss Charlottenburg

Verzichtet

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, sogenanntes Gläsernes Schlafgemach von Sophie Charlotte, Zustand um 1919

Der Raum hatte bereits im 19. und frühen 20. Jahrhundert Veränderungen erfahren. So wurde der Rhythmus der Spiegelbahnen an der Rückwand gelockert und der hier noch zu sehende Aufsatz auf dem Kamin entfernt. Die reich stuckierte Decke wird zwar nicht durch die Malerei dominiert, trotzdem ist sie ein wichtiges Element für den Gesamteindruck des Raumes.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, sogenanntes Gläsernes Schlafgemach von Sophie Charlotte nach der Wiederherstellung (2017)Schloss Charlottenburg

Verzichtet

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, sogenanntes Gläsernes Schlafgemach von Sophie Charlotte nach der Wiederherstellung, Zustand 2017

Bei der Teilrekonstruktion dieses 1943 völlig zerstörten Raumes wurde gegenüber dem Vorzustand der Rhythmus der Spiegelbahnen der barocken Ausstattung verdichtet, die Kaminwand dagegen schlichter gestaltet. Im Gegensatz zu diesen ornamentalen Elementen wurde auf die Rekonstruktion der Deckenbilder von Augustin Terwesten d. Ä. verzichtet.

Zeitzeugenbericht, bitte Ton anstellen
00:00

Helmut Börsch-Supan

Ab 1961 Kustos und von 1983 bis 1995 Stellvertretender Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin.
Hier geht es zur Transkription des O-Tons.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Ovaler Saal (Gartensaal) (2019)Schloss Charlottenburg

Angenähert

Schlösser sind keine starren Kulissen, sondern lebendige Gebilde, die durch die Jahrhunderte immer wieder verändert wurden. Seit dem späten 19. Jahrhundert bewertete die Kunstgeschichte in der Regel den ersten Zustand als original und damit höher, als spätere Zutaten. Bereits kurz nach der Verstaatlichung 1918 und der darauffolgenden Öffnung als Museen bemühten sich daher die Verantwortlichen, Räume und Gärten auf frühere Erscheinungsbilder zurückzuführen. Die Totalzerstörung von Charlottenburg gab an mehreren Stellen die Möglichkeit, durch freie Rekonstruktion historischer Zustände dieses Ziel auch im Großen zu verfolgen.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Ovaler Saal (Gartensaal) (vor 1940)Schloss Charlottenburg

Angenähert

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Ovaler Saal (Gartensaal), Zustand vor 1940

1843 ließ König Friedrich Wilhelm IV. zahlreiche bauliche Veränderungen im Alten Schloss vornehmen. Im mittigen ovalen Saal des Erdgeschosses wurde ein Kranz von freistehenden Säulen mit Gebälk zur Gliederung und statischen Festigung des Obergeschosses eingebaut.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Ovaler Saal (Gartensaal) (2019)Schloss Charlottenburg

Angenähert

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Ovaler Saal (Gartensaal), Zustand 2019

Beim Wiederaufbau wurde auf die Säulen verzichtet, um den Raum an den im Inventar von 1705 beschriebenen Zustand anzunähern. Statt der dort genannten textilen Wandbespannung bekam die Wand jedoch nur einen farbigen Anstrich. Die Annäherung an den barocken Zustand wurde auch deshalb gewählt, weil unmittelbar vor den Fenstern das ebenfalls rekonstruierte barocke Gartenparterre liegt.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett (2006)Schloss Charlottenburg

Verbessert

Für den Wiederaufbau von Schloss Charlottenburg stützten sich die Verantwortlichen nicht nur auf Fotografien des Vorzustands, sondern auch auf ältere Bildquellen, so zum Beispiel barocke Kupferstiche. Ihnen war bewusst, dass die damaligen Künstler oft nicht nur die Wirklichkeit wiedergaben, sondern auch Verschönerungsvorschläge oder nicht ausgeführte Planungen mit darstellten. In ihrem Bestreben, die Rekonstruktion nicht als Kopie des Vorkriegszustands, sondern als Umsetzung eines Ideals des Barockschlosses zu verstehen, waren sie selbst bereit, von historischen Bildquellen inspirierte Ergänzungen umzusetzen, die es so nie gegeben hatte.

Ansicht der Kaminwand des Porzellankabinetts von Schloss Charlottenburg, publiziert im Theatrum Europaeum Band 21, 1738 (ohne Jahr (1718)) von Johann Friedrich EosanderSchloss Charlottenburg

Verbessert

Johann Friedrich Eosander von Göthe, Ansicht der Kaminwand des Porzellankabinetts von Schloss Charlottenburg, ohne Jahr (1718), publiziert im Theatrum Europaeum Band 21, 1738, Kupferstich

Der am preußischen Hof tätige Architekt Johann Friedrich Eosander von Göthe war nicht nur der Entwerfer des Porzellankabinetts, er verewigte es auch in zwei großformatigen Ansichten. In den Details ging er so weit, dass er selbst die Dekorationen der Porzellane andeutete, jedoch schematisch und vereinheitlicht. Es gibt kein Inventar aus dieser frühen Zeit, so dass nicht überprüft werden kann, wie präzise er die tatsächliche Situation wiedergab.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett, Kaminwand (vor 1945)Schloss Charlottenburg

Verbessert

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett, Kaminwand, Zustand vor 1945

Das Porzellankabinett war bereits 1760 durch feindliche Truppen verwüstet und im frühen 19. Jahrhundert wieder ergänzt worden. Sein Porzellanbestand zeigte sich daher vor 1943 deutlich weniger einheitlich als auf dem Kupferstich. Auch die Bestückung des Kamins oder der Nischen wichen davon ab. Am auffälligsten waren die Unterschiede im Bereich des Spiegelabschlusses.

Modell zur kreativen Nachschöpfung der Drachen über dem Spiegel im Porzellankabinett von Schloss Charlottenburg (um 1965) von unbekanntSchloss Charlottenburg

Verbessert

Hans Joachim Ihle (?), Modell zur kreativen Nachschöpfung der Drachen über dem Spiegel im Porzellankabinett von Schloss Charlottenburg, wohl um 1965, Zustand 2021, Gips, teilweise schellackiert, 115 x 90,5 x 35 cm

Ein Blick in die älteren Beschreibungen und Fotografien zeigt, dass die beiden Drachen und die sitzende Buddha-Figur, die auf dem Kupferstich den Spiegel an der Kaminwand zieren, eine spontane Erfindung von Eosander für den Stich, aber tatsächlich nie ausgeführt worden waren. Da sich die Rekonstruktion des Raumes aber nach der barocken Grafik und nicht nach Vorkriegsfotos richtete, wurden sie neu modelliert und ergänzt.

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett (2006)Schloss Charlottenburg

Verbessert

Berlin, Schloss Charlottenburg, Altes Schloss, Porzellankabinett, Zustand 2006

Nahezu der gesamte Bestand der heute über 2700 Porzellane in diesem Raum wurde in der Nachkriegszeit im Kunsthandel erworben, wobei der Kupferstich als Orientierung für die Suche nach den „richtigen“ Dekorationstypen und Objekten diente. Deshalb zeigt beispielsweise die Bestückung des Kamins mit Figuren und Vasen heute weitgehende Übereinstimmung mit der Grafik, und auch die Bekrönung des Spiegels mit Drachen ist „barocker“, als sie je war.

Berlin, Schlossgarten Charlottenburg, Balustrade am Karpfenteich (2019)Schloss Charlottenburg

Erfunden

Beim Wiederaufbau von Schloss und Garten Charlottenburg gab es immer wieder Lücken in der Dokumentation des Vorzustandes, so dass für Details freie Entscheidungen getroffen werden mussten. Dennoch versuchten die Verantwortlichen stets, ihre Interpretationen aus der Geschichte und „dem Geist“ des Schlosses abzuleiten. Eine markante Ausnahme stellt dabei die Balustrade am Karpfenteich dar, die nicht Teil der Wiederherstellung war, sondern als freie Erfindung bewusst eine Zäsur im Garten setzen sollte.

Berlin, Schlossgarten Charlottenburg, Blick auf die Mittelachse des Garten-Parterres (2020)Schloss Charlottenburg

Erfunden

Berlin, Schlossgarten Charlottenburg, Blick auf die Mittelachse des Garten-Parterres, Zustand 2020

Die Mittelachse des Gartens wurde von Anfang an vom ornamentierten sogenannten Broderie-Parterre und dem sich dahinter anschließenden großen Teich dominiert. Nach der Rekonstruktion des Parterres wurde dieses durch links und rechts gepflanzte Alleen von der  umgebenden, kontinuierlich gewachsenen und veränderten Gartenstruktur abgegrenzt.

Berlin, Schlossgarten Charlottenburg, Balustrade am Karpfenteich (2019)Schloss Charlottenburg

Erfunden

Berlin, Schlossgarten Charlottenburg, Balustrade am Karpfenteich, Zustand 2019

Um das im Geist des Barock rekonstruierte Parterre in der Mittelachse deutlich vom landschaftlichen, restaurierten hinteren Gartenbereich abzusetzen, wurde 1968 als eine Art Schlusspunkt eine Balustrade links und rechts einer Treppe zum Wasser erfunden, die es so nie gegeben hatte. Das Vorbild für Pfeiler und Baluster lieferte eine Brüstung im Garten von Schloss Weilburg an der Lahn.

Allegorie der Luft (1768) von Wilhelm Christian Meyer (Entwerfer)Schloss Charlottenburg

Erfunden

Wilhelm Christian Meyer, Allegorie der Luft, 1768, Porzellan, 21,9 x 11 x 8,8 cm, SPSG, KPM Porzellansammlung des Landes Berlin

Um die freie Erfindung der Balustrade einerseits noch deutlicher als solche zu deklarieren, andererseits um sie noch barocker wirken zu lassen, wurden 1984 acht kleine allegorische Figuren des 18. Jahrhunderts aus Berliner Porzellan vergrößert und in weiß  gefasstem Aluminiumguss zusammen mit Vasen aufgesetzt.

Mitwirkende: Geschichte

Wie weit soll man gehen?

Projektleitung: Samuel Wittwer
Konzept und Umsetzung: Jule Sophie Christ
Mitarbeit: Florian Dölle
Text: Samuel Wittwer

Quelle: Alle Medien
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