Als der erst 32jährige Hermann Levi (1839-1900) 1872 als Königlich-Bayerischer Hofkapellmeister nach München berufen wurde, hatte er bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich. Nach Stationen in Saarbrücken, Mannheim und Rotterdam hatte er acht Jahre lang als Musikdirektor am Großherzoglichen Theater in Karlsruhe gewirkt. Die neue Aufgabe in München erfüllte ihn mit Stolz und großer Vorfreude. Nie zuvor hatte er ein Orchester dieser Größe und Qualität geleitet. „Die Bedingungen in München sind glänzend“ schrieb er am 2. April 1872 an seinen Freund Johannes Brahms, und wenige Tage später an Ferdinand Hiller „Wie freue ich mich auf das Orchester!“
Die Ausstellung zeichnet die wichtigsten Stationen von Levis Leben und Wirken in München, wo er bis kurz vor seinem Tod tätig war, nach.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Die ZauberflöteBavarian State Library
Debüt in München
Die Bedingungen in München sind glänzend. […] Wüllner tritt wahrscheinlich mit der Zeit gänzlich zurück; einstweilen behält er noch die Direction von etwa 12 Opern. Ich habe mir herausgesucht, welche Opern ich dirigieren will; bei jeder neu auf das Repertoire kommenden Oper steht mir contractlich das erste Recht auf die Direction zu. […] Ich bin überglücklich, habe auch das Gefühl in München willkommen zu sein, und etwas leisten zu können. (Hermann Levi an Johannes Brahms, 2.4.1872)
Karl von Perfall (1824-1907), Fotogravur, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Karl von Perfall war 1868-1892 Intendant der Bayerischen Hof- und Residenztheater. Im Frühjahr 1870 bot er Hermann Levi – nach Absagen von Hans von Bülow und Hans Richter – die Münchner Uraufführung von „Die Walküre“ an. Levi sagte nach Rücksprache mit Richard Wagner ebenfalls ab. Auch Perfalls Versuch, Levi 1870 fest nach München zu engagieren, scheiterte zunächst.
Hermann Levi an Karl von Perfall Brief, 19.6.1870, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.45
Levi sagt das angebotene Engagement in München ab: „…beeile ich mich, Ihnen mitzutheilen, daß es mir nicht möglich ist, die Stellung eines Königl. Hofkapellmeisters in angebotener Weise anzunehmen, ich Sie vielmehr ersuchen muß, […] unsere Verhandlungen bezüglich derselben als abgebrochen zu betrachten“.
Sophie Stehle (1838-1921), Fotografie von Joseph Albert, München, © Joseph Albert/Bayerische Staatsbibliothek
Sophie Stehle trat zwischen 1860 und 1874 599mal in München auf. Sie sang unter Levi zahlreiche große Partien, darunter die Pamina bei dessen Münchner Debüt mit „Die Zauberflöte“. Nach ihrer Heirat mit Wilhelm Freiherr von Knigge (1840-1928) zog sie sich von der Bühne zurück.
Hermann Levi an Sophie Stehle Briefabschrift, 4.5.1872, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.49
Die in München engagierte Sopranistin Sophie Stehle hatte Levi bei ihrem Gastspiel in Karlsruhe im Januar 1872 kennengelernt. Sie war es wohl, die Karl von Perfall überzeugte, erneut mit Levi zu verhandeln, was letztlich zu dessen Engagement in München führte. Levi schreibt seiner „lieben Freundin“ über Details des Vertrages: „Die Intendanz hat alle meine Wünsche erfüllt; ich habe das Verzeichnis der mir zustehenden Opern offiziell erhalten…“
Diese und zahlreiche andere Briefabschriften Hermann Levis sind in seinem über Jahrzehnte sorgfältig geführten „Briefkopierbuch“ erhalten, das sich im Nachlass des Dirigenten befindet.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Die Zauberflöte Theaterzettel, Königliches Hof- und Nationaltheater, 20.10.1872, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Diese Aufführung war das mit Spannung erwartete Debüt Hermann Levis in München.
Ernst von Possart (1842-1921), Holzstich, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Der Schauspieler Ernst von Possart, ab 1893 Direktor der Münchner Oper, wirkte seit 1864 als Charakterdarsteller in München. 1868 heiratete er Anna Deinet, die bei Levis Debüt-„Zauberflöte“ als Königin der Nacht mitwirkte. Possart war bei der Generalprobe hinter der Bühne anwesend.
In seinen 1901 erschienenen Erinnerungen an Levi schildert er die Begeisterung von Publikum und Beteiligten über „den straffen Zug, die sichere Zusammenstimmung von Orchester und Sängern und das belebende Feuer des jungen Dirigenten“.
Heinrich Vogl (1845-1900), Holzstich, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Heinrich Vogl, der Tamino von Levis „Zauberflöten“-Debüt, war 1865 im Alter von 20 Jahren von Franz Lachner an die Münchner Oper engagiert worden. Er trat innerhalb von 35 Jahren über 2000mal in München auf, oft gemeinsam mit seiner Ehefrau Therese Vogl. Vogl wirkte auch als Oratorien- und Liedsänger in zahlreichen von Hermann Levi geleiteten Konzerten mit.
Franz Wüllner (1832-1902), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Nach der Pensionierung des in München hochgeachteten Hofkapellmeisters Franz Lachner 1868 hatte Franz Wüllner, Leiter der Königlichen Vokalkapelle, die von Wagner untersagte und dennoch von König Ludwig II. angeordnete Uraufführung von „Das Rheingold“ (1869) und nach den Absagen Hans von Bülows, Hans Richters und Hermann Levis auch die Uraufführung von „Die Walküre“ (1870) geleitet.
Durch die Berufung von Levi, der allgemein als eigentlicher Nachfolger von Lachner angesehen wurde, wurde Wüllner aus seiner Position immer mehr verdrängt. Das Verhältnis der beiden Dirigenten entwickelte sich zwangsläufig schwierig und kulminierte in einem heftigen Konflikt um eine Aufführung der „Haydn-Variationen“ von Johannes Brahms, mit dem beide befreundet waren. Wüllner wirkte neben Levi noch fünf Jahre in München und folgte dann einem Ruf nach Dresden.
Odeonskonzert in München, Zeichnung von René Reinicke, 1893, © René Reinicke/Bayerische Staatsbibliothek
Seit 1828 fanden die Konzerte der 1811 gegründeten „Musikalischen Akademie“, die aus Mitgliedern des Münchner Hoforchesters bestand, im einem 1826 errichteten, „Odeon“ genannten Konzertsaal statt. Unter Franz Lachner hatten die Odeonskonzerte einen großen Aufschwung genommen. Jährlich fanden acht Abonnementskonzerte und gelegentliche Sonderkonzerte statt. Die Zeichnung zeigt ein Konzert unter Leitung von Hermann Levi.
Odeonskonzert in München, Konzertzettel des ersten Odeonskonzerts unter Levis Leitung, 5.3.1873, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Mus.th. 1010
Hermann Levi und Franz Wüllner hatten vereinbart, sich ab 1873 die Leitung der sogenannten „Odeonskonzerte“ zu teilen. Levi schrieb am 17.2.1873 an Johannes Brahms: „Im März gehen meine Concerte los, worauf ich mich absonderlich freue“.
Sein Debütkonzert am 5.3.1873 verlief sehr erfolgreich, wie ein Pressebericht überliefert: „Beethovens ‚Eroica‘ wurde mit einer glanzvollen Frische, einer geistigen Durchdringung und einer Präzision gespielt, wie wir es leider seit Jahren nicht gehört. Von segensreichstem Einflusse war nämlich die bei diesem Konzerte zum ersten Mal in diesen Räumen tätige Direktion des Herrn Hofkapellmeisters Levi…“.
OdeonskonzertBavarian State Library
Meilensteine der ersten Jahre in München
Die ungeheure Arbeitslast ist aber auch das Einzige, über was ich mich zu beklagen hätte. Im Uebrigen hat sich Alles weit über Erwarten schön gestaltet. Das Orchester ist herrlich, und mir durchaus ergeben; Perfall kommt meinen Wünschen zuvor, die Sänger nehmen es mit ihrer Aufgabe ernster, als es sonst an Theatern üblich ist, und so denke ich, wir werden Etwas vorwärts bringen. (Hermann Levi an Johannes Brahms, 6.12.1872)
Josef Rheinberger. Thürmers Töchterlein, Theaterzettel der Uraufführung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 23.4.1873, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Josef Rheinberger (1839-1901) Fotografie von Franz Hanfstaengl, ca. 1866, © Franz Hanfstaengl/Bayerische Staatsbibliothek
Rheinberger war als Zwölfjähriger zum Musikstudium nach München gekommen und spielte über viele Jahrzehnte eine zentrale Rolle im Musikleben der Stadt. Seit 1867 war er Kompositionsprofessor an der „Königlich Bayerischen Musikschule“ (ab 1892 „Königliche Akademie der Tonkunst“). Schon kurz nach seinem Amtsantritt stellte sich Levi bei Rheinberger vor, der ebenfalls in der Maxvorstadt wohnte, und vereinbarte mit ihm die Uraufführung von dessen neuer Oper „Thürmers Töchterlein“.
Josef Rheinberger. Thürmers Töchterlein Klavierauszug. Bremen : Cranz, 1873, Bayerische Staatsbibliothek München, St.th. 974-19
Die Handlung von Rheinbergers Oper ist im München des Jahres 1632 angesiedelt. Auf dem Titelbild des Klavierauszugs ist oben rechts der Turm der Peterskirche zu erkennen, in dessen Wächterstube ein Teil der Handlung spielt.
Josef Rheinberger. Thürmers Töchterlein Partitur der Uraufführung. Kopistenabschrift mit autographen Anteilen. 1872, Bayerische Staatsbibliothek München, St.th. 974-1,1
Die Seite zeigt Hermann Levis Änderungen im Finale des ersten Aktes der Oper. Die gestrichene Passage hat Levi blau ausschraffiert, außerdem nimmt er, ebenfalls mit Blaustift, eine durch die Kürzung bedingte Änderung des gesungenen Texts vor.
Robert Schumann (1810-1856). Genoveva Theaterzettel der Münchner Erstaufführung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 16.11.1873, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Robert Schumann. Genoveva, Partitur der Münchner Erstaufführung. Kopistenabschrift. Einband und von Hermann Levi geschriebene Ergänzungsstelle, Bayerische Staatsbibliothek München, St.th. 912-1
Für die Münchner Aufführung von „Genoveva“ wurde eine Partiturabschrift erstellt, wie wir aus einem Brief Levis an Clara Schumann vom 11.8.1873 erfahren: „Von München aus werde ich Ihnen baldmöglichst über die Fortschritte der Partitur-Copie, und über den ungefähren Zeitpunkt der Aufführung berichten. Ich denke sofort mit den Proben zu beginnen.“
Die Partitur enthält im Anhang einen von Levi selbst geschriebenen kurzen Abschnitt. Die Münchner Kopistenabschrift wich offenbar von Schumanns Autograph ab, das Levi vorlag, denn er überschreibt die Stelle: „In Schumann’s Manuscript der Partitur lautet der Schluss von Golo’s Arie folgendermaßen“.
Clara Schumann (1819-1896), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Der junge Kapellmeister Levi hatte Clara Schumann 1862 in Baden-Baden kennengelernt. Es entwickelte sich eine lebenslange enge Freundschaft, die sich auch in Levis Fürsorge für Claras Kinder ausdrückte. Die umfangreiche Korrespondenz reicht bis 1894.
Levis Engagement für Wagner führte jedoch auch in dieser Freundschaft zur einer gewissen Distanzierung. So urteilte Clara nach dem Besuch einer von Levi geleiteten „Tristan“-Vorstellung: „Das ist doch das Widerwärtigste, was ich noch in meinem Leben gesehen und gehört“.
Sigmund König (1846-1881), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Der junge Sigmund König sang den Pfalzgraf Siegfried, Genovevas Ehemann, eine Baritonpartie. Hermann Levi erkannte Königs Potential als Heldentenor und verhalf ihm mit Hilfe eines königlichen Stipendiums zu einem weiteren Gesangsstudium in Karlsruhe, das er als Tenor abschloss. Er sang in München später u.a. Faust (Gounod), Max (Freischütz) und Pollione (Norma).
Hermann Levi an Johannes Brahms Briefabschrift, 21.11.1873, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.49
„Genoveva ist letzten Sonntag vom Stapel gelaufen . Die Aufführung hat mir viel Freude gemacht. Aber das Werk ist nicht zu halten, obgleich das Publikum sehr freundlich und respektvoll war. Das Buch ist gar schlimm; die scenische Rohheit des zweiten Aktes unerhört, die zweite Hälfte des dritten Aktes unmöglich, die dritte, mit Ausnahme der Solo-Scene der Margarethe langweilig; überall schöne Intentionen, die nicht zu Erscheinung kommen. […] Vogl war wirklich bedeutend, Stehle köstlich.“
Odeonskonzert, Konzertzettel, 13.3.1874, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Mus.th. 1010
Das von Levi gewünschte und in langem brieflichen Austausch mit dem Freund konzipierte Konzert war Brahms‘ erstes öffentliches Hervortreten als Komponist, Pianist und Dirigent in München. Brahms dirigierte seine Haydn-Variationen und die Ungarischen Tänze, spielte sein Klavierkonzert op. 15 und begleitete Heinrich Vogl bei dessen Liedvortrag. Levi dirigierte die Haydn-Sinfonie und das Klavierkonzert.
Johannes Brahms (1833-1897), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Levi kannte Brahms seit 1862, als er ihn in Hamburg aufsuchte. Das intensive Studium von Brahms‘ Kompositionen kam für Levi einer Offenbarung gleich. Aus dem bewunderten Komponist wurde bald Levis vertrautester Freund. Auch Brahms schwärmte geradezu von Levi, „der junge Mann“ sei „so frisch und sieht mit so hellem Auge in die schönste Höhe, daß alles eine wahre Freude ist.“
Am 30.4.1875 kam es zwischen Levi und Brahms zu einer heftigen Aussprache, in der es um Levis Hinwendung zu Wagner ging. Am nächsten Morgen verließ Brahms ohne Abschied das Haus. Der zutiefst getroffene Levi versuchte leidenschaftlich, den Freund zurückzugewinnen, letztlich erfolglos, obwohl noch jahrelang ein immer kühlerer Kontakt bestand.
Julius Allgeyer (1829-1900), Johannes Brahms und Hermann Levi, Fotografie, 1869, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Der Fotograf Julius Allgeyer, Brahms und Levi waren für viele Jahre auf das Engste miteinander verbundene Freunde. Allgeyer zog 1872 mit Levi von Karlsruhe nach München und wohnte anfangs sogar bei ihm. Das Foto zeigt die drei Freunde mit ihrem gemeinsamen Hochzeitsgeschenk für Robert und Clara Schumanns Tochter Julie.
Hermann Levi an Johannes Brahms, Briefabschrift, 13.1.1874, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.49
Levi schreibt seinem Freund Brahms in Vorbereitung des ihm gewidmeten Odeonskonzerts: „Wähle zwischen dem 5ten März und Palmsonntag irgend einen Tag. Eine Wiederholung der Variationen wäre sehr erwünscht; in dem Concerte, in welchem sie aufgeführt wurden, fielen hintereinander zwei Menschen in Ohnmacht, was allgemeine Bestürzung erregte und die Wirkung schädigte.
Wenn ich nun noch die ungarischen Tänze bekäme, so wäre mit dem Klavierkonzert und Liedern (Vogl) ein Brahms-Zweiter Theil zusammen. Wann werde ich einmal einen ersten Theil (Sinfonie) mit Brahms füllen können?“
Richard Wagner. Tristan und Isolde, Theaterzettel, Königliches Hof- und Nationaltheater, 10.5.1874, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
An diesem Tag leitete Hermann Levi erstmals Wagners „Tristan und Isolde“.
Richard Wagner (1813-1883) und Cosima Wagner (1837-1930), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Levi hatte bereits in Rotterdam „Lohengrin“ und „Tannhäuser“ dirigiert, in Karlsruhe leitete er „Lohengrin“, „Der fliegende Holländer“ und „Tannhäuser“. 1868 besuchte er in München „Die Meistersinger von Nürnberg“ und brachte das Werk schon im Februar 1869 mit großem Erfolg in Karlsruhe heraus. Ein persönlicher Kontakt zum Ehepaar Wagner bestand seit 1871.
Den „Wendepunkt in seinem Leben“ brachte für Levi jedoch erst sein Münchner Dirigat von „Tristan und Isolde“ 1874, wie er später Wagner schrieb. Er nahm fortan jede Gelegenheit wahr, Wagner nahezukommen und stellte sich uneingeschränkt in seinen Dienst.
Hans von Bülow (1830-1894), Stahlstich von August Weger, © August Weger/Bayerische Staatsbibliothek
Hans von Bülow, 1867-69 Hofkapellmeister in München, hatte 1865 die Uraufführung von „Tristan und Isolde“ und 1868 die Uraufführung von „Die Meistersinger von Nürnberg“ geleitet. Im Sommer 1872, kurz vor Levis Amtsantritt, dirigierte er die Wiederaufnahme des „Tristan“.
Heinrich und Therese Vogl (1845-1921), Holzstich, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Therese Thoma kam 1866 aus Karlsruhe an die Münchner Oper und lernte dort den schon etablierten ersten Tenor Heinrich Vogl kennen, den sie 1868 heiratete. Das Ehepaar wurde – quasi in der Nachfolge des Sängerpaars Schnorr von Carolsfeld – zu den wichtigsten Wagnersängern in München. Sie übernahmen 1869 die Rollen von Tristan und Isolde, sangen im gleichen Jahr in der Uraufführung von „Das Rheingold“ Loge und Wellgunde, 1870 in der Uraufführung von „Die Walküre“ Siegmund und Sieglinde.
Beim ersten vollständigen „Ring des Nibelungen“ in München unter Levis Leitung 1878 sang Heinrich Vogl Loge, Siegmund und Siegfried („Siegfried“ und „Götterdämmerung“), Therese Vogl interpretierte die Brünnhilde in „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“.
Heinrich und Therese Vogl als Siegfried und BrünnhildeBavarian State Library
"Der Ring des Nibelungen" in München 1878
Besetzungspläne Hermann Levis für „Der Ring des Nibelungen“, Kopie, 6.12. 1877, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.49
Levi hatte 1875 und 1876 an den Proben für die ersten Bayreuther Festspiele teilgenommen, die unter Beteiligung von dafür freigestellten Münchner Solisten, Choristen und Musikern stattfanden. Er korrepetierte und half an vielen Stellen assistierend aus. Es bildete sich ein verschworener Wagner-Kreis, zu dem Felix Mottl, Hans Richter, Heinrich Porges und Konrad Fiedler gehörten.
Levi reichte im Dezember 1877 seine Besetzungspläne bei der Hoftheaterdirektion ein. Zunächst wurden die in München bisher nicht gespielten Teile „Siegfried“ und “Götterdämmerung“ herausgebracht, es folgten Neueinstudierungen von „Die Walküre“ und „Das Rheingold“, bevor der gesamte Zyklus, nun in korrekter Reihenfolge, vom 17. bis 23. November aufgeführt wurde.
Ein Vergleich von Levis Plänen mit den erhaltenen Theaterzetteln zeigt, dass nicht alle vorgesehenen Besetzungen zustande kamen.
Richard Wagner. Siegfried, Theaterzettel der Münchner Erstaufführung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 10.6.1878, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Die eigentlich für den 22.4.1878 angesetzte Premiere musste verschoben werden, da sich Heinrich Vogl bei einem Bühnenunfall schwer verletzt hatte.
Richard Wagner. Götterdämmerung, Theaterzettel der Münchner Erstaufführung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 15.9.1878, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Richard Wagner. Die Walküre, Theaterzettel der Neueinstudierung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 20.10.1878, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Richard Wagner: Das Rheingold, Theaterzettel der Neueinstudierung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 17.11.1878, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Heinrich und Therese Vogl als Siegfried und Brünnhilde, Fotografie von Franz Hanfstaengl, © Franz Hanfstaengl/Bayerische Staatsbibliothek
Richard Wagner schickte an Heinrich Vogl anlässlich der Münchner „Siegfried“-Premiere ein Telegramm: „Wenn Sie im letzten Akt Ihre Frau eingeschlafen finden sollten, so wecken Sie sie und grüßen sie von mir“.
Therese Vogl lieferte im Finale der „Götterdämmerung“ einen legendären Auftritt, als sie auf ihrem Pferd quer über die Bühne in den brennenden Scheiterhaufen galoppierte.
Theodor Reichmann (1849-1903), Fotografie von Joseph Albert, 1878, © Joseph Albert/Bayerische Staatsbibliothek
Der besonders in Wagner-Partien hervortretende Bariton Theodor Reichmann war 1875-1883 in München engagiert. Im „Ring des Nibelungen“ 1878 sang er Wotan in „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ und Wanderer in „Siegfried“. In der Bayreuther Uraufführung des „Parsifal“ verkörperte er Amfortas.
Anton Fuchs (1849-1925), Fotografie von Friedrich Müller, 1884, © Friedrich Müller/Bayerische Staatsbibliothek
Der Bass Anton Fuchs kam 1873 an die Münchner Hofoper und blieb München bis zum Ende seiner Laufbahn verbunden. Im „Ring des Nibelungen“ 1878 sang er Alberich und Gunther. Seit 1883 führte der Sänger in München auch Regie. 1884-1899 hatte er in Bayreuth die szenische Leitung des „Parsifal“ inne und wurde für Cosima Wagner zur wichtigsten Vertrauensperson in der Münchner Oper.
Seine Inszenierung des „Parsifal“ 1903 an der Metropolitan Oper führte zum Bruch mit Bayreuth. In München inszenierte Fuchs noch bis 1922.
Josefine Schefzky (1843-1912), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Josephine Schefzky, seit 1868 in München engagiert, verkörperte die Sieglinde in der Bayreuther Uraufführung des vollständigen „Ring des Nibelungen“ 1876 und im Münchner „Ring“ 1878.
August Kindermann (1817-1891), Fotografie von Friedrich Müller, 1884, © Friedrich Müller/Bayerische Staatsbibliothek
Der altgediente Bariton August Kindermann war bereits seit 1846 in München engagiert, wo er sein gesamtes weiteres Leben verbrachte. Bei Levis Münchner Debüt mit der „Zauberflöte“ sang er den Papageno. Kindermann war der Wotan der Münchner Uraufführungen von „Das Rheingold“ (1869) und „Die Walküre“ (1870). In Levis Münchner „Ring des Nibelungen“ 1878 verkörperte er Fafner („Das Rheingold“ und „Siegfried“), Hunding und Hagen.
Franz Nachbaur (1830-1902), Fotografie von Lutze, 1896, © Lutze/Bayerische Staatsbibliothek
Hermann Levi kannte den Münchner Tenor bereits seit seinem Dirigat von „Die Meistersinger von Nürnberg“ 1869 in Karlsruhe, wo dieser als Stolzing eingesprungen war.
Nachbaur debütierte als Siegmund in der ersten Münchner Gesamtaufführung von „Der Ring des Nibelungen“ im November 1878. Ludwig II. bevorzugte Nachbaur vor Heinrich Vogl und war u.a. der „Siegfried“-Premiere im Juni 1878 ferngeblieben, weil Vogl die Titelpartie sang.
Hedwig Reicher-Kindermann (1853-1883), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Die Tochter von August Kindermann trat wie drei ihrer Geschwister in die Fußstapfen ihres Vaters. Sie war für ihren immensen Stimmumfang berühmt, sang aber überwiegend Altrollen. Im Münchner „Ring des Nibelungen“ 1878 sang sie Freia, Fricka und Zweite Norne. Die Sängerin führte in den Folgejahren ein unstetes Leben auf Tourneen in ganz Europa und starb 1883 während eines Gastspiels in Triest kurz vor ihrem 30. Geburtstag.
Richard Wagner. Siegfried, Klavierauszug. Mainz : Schott, 1871, verwendet als Soufflierbuch seit der Münchner Erstaufführung 1878, Bayerische Staatsbibliothek München, St.th. 956-3
Auf leeren Vorsatzblättern und Rückseiten dieses Münchner Soufflierbuchs wurden über Jahrzehnte hinweg die Besetzungen jeder Aufführung dokumentiert. Auf der gezeigten Seite sind die Aufführungen ab der Münchner Erstaufführung am 10.6.1878 bis zum September 1886 eingetragen, darunter mehrere Separatvorstellungen für König Ludwig II.
Richard Wagner. Götterdämmerung, ursprünglicher Schlussgesang der Brünnhilde, für König Ludwig II. zum 31. Geburtstag am 25.8.1876. Abschrift von Hermann Levi,
Die ersten Editionen von Wagners Dichtung „Der Ring des Nibelungen“ enthielten im Schlussgesang der Brünnhilde 16 Verse, die Wagner 1872 strich. Er vertonte diese Zeilen jedoch zweimal für Ludwig II. Im Nachlass Hermann Levis findet sich eine von Levi erstellte Abschrift dieses Geburtstagsgeschenks inklusive Wagners Datierung und Widmung an den König, jedoch mit geringen Abweichungen im Text.
Trinksaal der Künstlergesellschaft „Allotria“Bavarian State Library
Freunde und Wegbegleiter
Wir leben hier lustig fort, es ist dafür gesorgt, daß man nicht einschlafe! Ich möchte in keiner anderen Stadt leben, auch was die künstlerischen Verhältnisse betrifft. Wenn Dir Allgeyer schreiben sollte, daß mich die Carnevals-Fluthen verschlungen hätten, glaube ihm nicht. (Hermann Levi an Johannes Brahms, 21.2.1875)
Paul Heyse (1830-1914), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Hermann Levis Münchner Wohnung in der Arcisstraße 32 lag wenige Schritte von der Wohnung des Dichters Paul Heyse entfernt.
Beide freundeten sich ab Herbst 1872 immer mehr an und besuchten sich häufig. Levi versuchte auch, ein gemeinsames Opernprojekt von Johannes Brahms und Heyse als Librettist zu vermitteln, das letztlich nicht realisiert wurde.
Paul Heyse an Hermann Levi, Brief, 28.12.1874, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.53
Über hundert Briefe und kurze schriftliche Mitteilungen zwischen Levi und Heyse sind überliefert, stets in sehr vertrautem freundschaftlichen Ton, wie diese kurzfristige Einladung in Heyses Haus: „Kann ich hoffen, lieber Freund, Dich morgen Nachmittag 4 Uhr zum Kaffee bei uns zu sehen? Ich möchte einige Kurziana vorlesen. Mit Klavierspielen sollst du gewiß nicht gequält werden – ohne der Wohltätigkeit Schranken zu setzen.“
Michael Bernays (1834-1897), Fotografie von Friedrich Bruckmann nach einem Gemälde von Mathilde von Waldenfels, 1883/87, © Friedrich Bruckmann/Bayerische Staatsbibliothek
Michael Bernays, wie Levi aus einer Rabbiner-Familie stammend, aber im Unterschied zu diesem früh zum Christentum übergetreten, war 1873 von Ludwig II. als Professor für neuere Sprachen und Literatur an die Universität München berufen worden. Er bewunderte Wagner und verkehrte in Bayreuth, wo er wiederholt antisemitischen Ausfällen ausgeliefert war.
Levi und Bernay freundeten sich in München an und begegneten sich oft im geselligen Haus von Paul Heyse. Bernay beriet Levi auch in philologischen Fragen. Levi schrieb am 21.11.1873 über Bernay an Brahms: „Wenn wir noch weiter mit einander verkehren, und er etwas von meiner Leichtlebigkeit annimmt, ich von seiner Gründlichkeit und Ernsthaftigkeit, so kann aus uns Beiden noch Etwas werden“.
Franz von Lenbach (1836-1904), Fotografie, 1892, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Hermann Levi und Franz von Lenbach trafen sich über viele Jahre hinweg einmal wöchentlich zum Tarock-Kartenspiel. Lenbach war Levi herzlich und überschwänglich zugewandt. Levi vermittelte ihm zahlreiche Aufträge, u.a. malte Lenbach Porträts von Richard und Cosima Wagner, Franz Liszt und Clara Schumann.
Hermann Levi, Zeichnung von Franz von Lenbach, © Franz von Lenbach/Bayerische Staatsbibliothek
Lenbach porträtierte Levi vielfach, darunter zweimal orientalisch kostümiert und sogar als geköpfter Johannes der Täufer. Das hier gezeigte ausdrucksvolle Porträt zeigt den etwa vierzigjährigen Levi frontal vor neutralem Hintergrund mit unverwandtem, schmerzlichen Blick, blass und tiefernst. Das Bildnis spielt offensichtlich auf das Antlitz Christi auf dem Schweißtuch der Veronika an.
Franz von Lenbach an Hermann Levi, Brief, 28.12.1880, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.53
Wenn Lenbach außerhalb von München arbeitete, sandte er Levi häufig überschwängliche Briefe, so hier aus Berlin, überschrieben: „Mein Geliebter!“ und mit der Unterschrift „zärtlichst dein Lenbach“:
„Mit Freude les ich daß es dir wieder besser geht, schade daß ich dich nicht gleich umarmen kann […] Nimm aus meinem Atelier was du brauchst…“
Trinksaal der Künstlergesellschaft „Allotria“, Holzstich von Otto Strützel, 1887, © Otto Strützel/Bayerische Staatsbibliothek
Die Künstlergesellschaft „Allotria“, der Levi als außerordentliches Mitglied angehörte, bestand vor allem aus bildenden Künstlern. Im Mittelpunkt stand Franz Lenbach. Die Gesellschaft diente in erster Linie der Geselligkeit, man trank, diskutierte und feierte rauschende Feste. Zu den Mitgliedern gehörten Franz von Stuck, Wilhelm Busch sowie Gabriel und Emanuel von Seidl.
Wilhelm Busch (1832-1908), Fotografie von Franz Hanfstaengl, ca. 1870, © Franz Hanfstaengl/Bayerische Staatsbibliothek
Levi hatte Wilhelm Busch, der in München zeitweise ein Atelier mit Lenbach teilte, bei der Gesellschaft „Allotria“ kennengelernt. Beide wurden Freunde, duzten sich und korrespondierten über einen langen Zeitraum hinweg.
Hermann Levi im Kreis der Sängerinnen und Sänger des Hof- und Nationaltheaters München, Montage zahlreicher Fotografien von Friedrich Müller, 1884, © Friedrich Müller/Bayerische Staatsbibliothek
Heinrich Vogl an Hermann Levi, Brief, 26.5.1882, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.53
Das Ehepaar Vogl gehörte zu den wenigen Ensemblemitgliedern, mit denen Levi auch privat verkehrte. Levi besuchte die Vogls auf ihrem Anwesen am Starnberger See und unternahm mit ihnen Landpartien.
In diesem Brief berichtet Heinrich Vogl von einem Gastspiel in London aus über die Hintergründe des zwischen Wagner und dem Ehepaar Vogl entstandenen Konflikts wegen der Vergabe der „Kundry“-Partie für die Uraufführung des „Parsifal“, die drei Monate später stattfinden sollte. Levi hatte zunächst mit Heinrich Vogl (Parsifal) und Therese Vogl (Kundry) geprobt, Wagner hatte die Kundry anderweitig vergeben, daraufhin trat auch Heinrich Vogl zurück.
Kaspar Bausewein (1838-1903), Fotografie von Carl Kuhn, 1891, © Friedrich Müller/Bayerische Staatsbibliothek
Der Bass Kaspar Bausewein gehört fast ein halbes Jahrhundert zum Ensemble der Münchner Oper. Mit Levi arbeitete er bereits seit dessen Debüt mit „Die Zauberflöte“ zusammen, in der er als Sarastro mitwirkte. Bausewein war an vier Uraufführungen von Opern Wagners beteiligt, als Pogner („Die Meistersinger von Nürnberg“, 1868), Fafner („Das Rheingold“, 1869), Hunding („Die Walküre“, 1870) und Harald (posthume Uraufführung von „Die Feen“, 1888). Bei Levis „Tristan“-Debüt sang er König Marke.
Kaspar Bausewein, Gedicht zum 50. Geburtstag von Hermann Levi, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.53
Im Nachlass des Dirigenten ist dieses holprige Geburtstagsgedicht von Kaspar Bausewein für Levi überliefert:
„Music-Director-General –
Wie der Titel mein Herz erwärmt!
Gut dreißig Jahre sind’s zumal,
Da hab ich dafür schon geschwärmt.
[…]
So wirke lang und walte fort,
Mein neuer Musik-Generale!
Bis wir – nach vielen Jahren – dort
Musiciren im himmlischen Saale.“
Felix Mottl (1856-1911), Fotografie von Wilhelm Höffert, 1901, © Wilhelm Höffert/Bayerische Staatsbibliothek
Die Freundschaft Levis mit dem Dirigenten Felix Mottl rührte aus der Zusammenarbeit bei der Vorbereitung der Bayreuther Festspiele 1876 her. Levi schätzte ihn sehr. Am 29.11.1884 schrieb er an den Freund: „Du bist ein, gelinde gesagt, Tausend-Sappermenter. Sei so gut und theile mir demnächst mit, was Du eigentlich nicht kannst, sonst wird es mir noch bange vor Deiner Gottähnlichkeit.“
In seinen letzten Jahren an der Münchner Oper übernahm Levi mehrfach Werke, die Mottl zunächst in Karlsruhe aufgeführt hatte.
Hermann Levi, Felix Mottl und Hans Richter (1843-1916), Fotografie, ca. 1885/90, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Die drei Dirigenten standen nach Wagners Tod Cosima Wagner
bei der Leitung der Bayreuther Festspiele als unentbehrliches „Triumvirat“ zur Seite.
Adolf von Hildebrand (1847-1921), Fotografie von Heinrich Hoffmann, ca. 1910, © Heinrich Hoffmann/Bayerische Staatsbibliothek
Der Münchner Bildhauer Adolf von Hildebrand und Levi waren seit 1885 befreundet. Hildebrand entwarf 1896, nach Levis Heirat mit der verwitweten Mary Fiedler, die Villa des Ehepaars Levi in Partenkirchen. Mary und Hermann Levi besuchten die Familie Hildebrand in deren Anwesen bei Florenz.
Hanna Borchers (1870-1961) und Lili Dreßler als Hänsel und GretelBavarian State Library
Wichtige Premieren der letzten Dienstjahre
Bis jetzt lässt er [Intendant Ernst von Possart] mich ganz gewähren und ich andererseits habe voll und ganz die Verantwortlichkeit übernommen für Alles was geschieht [die Leitung der Oper]. Auf die Dauer wird allerdings diese Doppelthätigkeit meine Kräfte übersteigen […] – einstweilen aber arbeite ich wie ein Pferd, und habe mir in den Kopf gesetzt, meine Sache sehr gut zu machen. (Hermann Levi an seinen Bruder Wilhelm, Januar 1893)
Alexander Ritter. Der faule Hans und Peter Cornelius. Der Barbier von Bagdad, Theaterzettel der Uraufführung bzw. Münchner Erstaufführung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 15.10.1885, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Levis Wiederentdeckung von Peter Cornelius‘ heiterer Oper „Der Barbier von Bagdad“ in der einaktigen Bearbeitung von Felix Mottl war der größte Münchner Publikumserfolg der 1880er Jahre. Nach der Premiere berichtet Levi seinem Freund Mottl: „Ich kann dir gar nicht sagen, welche Freude ich bei den Proben hatte. Und das Publikum? Entzückt. Nach dem Schlusse der Vorstellung wollten die Leute gar nicht aus dem Haus heraus.“
Levi überarbeitete Mottls Fassung für den Druck nochmals. In dieser Version wurde das Werk in München bis 1936 gespielt, obwohl mittlerweile Cornelius‘ Originalfassung 1904 ebenfalls im Druck erschienen war.
Peter Cornelius (1824-1874), Reproduktion eines Ölgemäldes von Julia Schily-Koppers, © Julia Schily-Koppers/Bayerische Staatsbibliothek
Levi hatte Peter Cornelius zu dessen Lebzeiten unterschätzt. Nach der Premiere von „Der Barbier von Bagdad“ hielt er in Anwesenheit der Witwe und der Kinder des frühverstorbenen Komponisten eine Gedenkrede und entschuldigte sich für sein Versäumnis.
Alexander Ritter (1833-1896), Fotografie, ca. 1895, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Levi an Mottl: „Auch der faule Hans hatte einen sehr schönen Erfolg. Leider können wir ihn zunächst nicht mehr geben, da Vogl auf 3 Wochen in Urlaub ist. Auch werden wir ihn nicht mehr mit dem Barbier zusammen geben, weil der letztere ihn zu sehr in den Schatten stellt. Aber es ist ein sehr schönes, sehr gut gemachtes und poetisch wirkendes Stück, das mit einem guten „Hans“ überall gefallen muss.“
Eugen Gura (1842-1906), Fotografie von Friedrich Müller, 1884, © Friedrich Müller/Bayerische Staatsbibliothek
Der aus Böhmen stammende Eugen Gura sang die Titelpartie in „Der Barbier von Bagdad“. Er war seit 1883 in München engagiert und Levi schätzte ihn sehr. Zwei Tage nach der Premiere schrieb er an Felix Mottl: „Gura ganz exquisit“.
Lili Dreßler (1857-1927), Fotografie von Joseph Albert, 1886, © Joseph Albert/Bayerische Staatsbibliothek
Die jugendlich-dramatische Sopranistin Lili Dreßler, die Margiana der Münchner Erstaufführung von „Der Barbier von Bagdad“, war seit 1883 in München engagiert und über viele Jahre eine Hauptstütze des Ensembles. Sie sang unter anderem Pamina, Agathe, Elsa, Elisabeth und Santuzza. In Bayreuth trat sie 1889 als Eva auf.
Odeonskonzert, Konzertzettel, 10.3.1885, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Mus.th. 1010
Bruckners 7. Sinfonie war am 30. Dezember 1884 durch Arthur Nikisch in Leipzig uraufgeführt worden. Die gefeierte Münchner Aufführung unter Hermann Levis Leitung in Anwesenheit des Komponisten, gefolgt von der von Levi entscheidend unterstützten Drucklegung der Partitur, gab jedoch den eigentlichen Ausschlag für die Durchsetzung des Werkes.
Anton Bruckner (1824-1896), Fotografie von A. Huber, © A. Huber/Bayerische Staatsbibliothek
Levi hatte Anton Bruckner 1884 bei den Bayreuther Festspielen kennengelernt. Nach Wagners Tod fand er in Bruckner einen weiteren bedeutenden Komponisten, den er verehren und selbstlos unterstützen konnte. Er gründete in München sogar einen Bruckner-Verein, der Mittel für die Drucklegung von dessen 7. Sinfonie aufbrachte. Bruckner war Levi zutiefst dankbar und nannte ihn wiederholt „mein künstlerischer Vater“.
Hermann Levi an Anton Bruckner, Briefkopie, 30.11.1884, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.49
Bruckner, der für seine soeben beendete 7. Sinfonie nach Aufführungsmöglichkeiten suchte, hatte Levi die Partitur schicken lassen. Levi studierte das Werk eingehend und schrieb dem Komponisten: „Das Werk hat mich anfänglich befremdet, dann gefesselt, und schließlich habe ich einen gewaltigen Respekt vor dem Manne bekommen, der etwas so Eigenartiges und Bedeutendes schaffen konnte.“
Engelbert Humperdinck (1854-1921). Hänsel und Gretel, Theaterzettel der Münchner Erstaufführung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 30.12.1893, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Levi war im Sommer 1893 von Humperdincks neuer Oper „Hänsel und Gretel“ so angetan, dass er mit dem Komponisten die Uraufführung für Weihnachten 1893 vereinbarte. Zeitgleich wurde das Werk durch Felix Mottl in Karlsruhe und Richard Strauss in Weimar einstudiert.
Wegen Erkrankung der Münchner Sängerin der Gretel, Hanna Borchers, bekam dann doch Weimar die Uraufführung am 23.12.1893, München folgte am 30.12.1893, Karlsruhe am 5.1.1894. Die Oper wurde ein riesiger Publikumserfolg, bereits im ersten Jahr übernahmen 50 Opernhäuser das Werk.
Engelbert Humperdinck, Reproduktion eines Holzstichs von Franz Robert Richard Brend’amour nach einer Fotografie von Erwin Hanfstaengl, © Franz Robert Richard Brend‘amour/Bayerische Staatsbibliothek
Humperdinck und Levi waren seit ihrer Zusammenarbeit in Bayreuth 1881 eng befreundet, sie nannten einander „Melchior“ (Levi) und „Bonus“.
Humperdinck berichtet Levi: Wenige Wochen vor der geplanten Uraufführung ist der für die Proben notwendige Klavierauszug nur teilweise fertiggestellt, „die Ouvertüre wird nun auch bald fertig“. Am Schluss notiert Humperdinck als Bilderrätsel für Levi ein in der Oper mehrfach begegnendes Thema (Ouvertüre, Abendsegen, Finale), darüber eine sich aus einer Wolke streckende Hand.
Kopfstehend die „Auflösung“: „Wenn die Not am höchsten steigt, Gott der Herr die Hand uns reicht“. Am linken Rand unterzeichnet Humperdinck den Brief als „dein Bonissimus“.
Cornelie Meysenheim (1853-1923), Fotografie von Matthäus Pössenbacher, ca. 1875, © Matthäus Pössenbacher/Bayerische Staatsbibliothek
Die Darstellerin der Hexe, Cornelie Meysenheim, gehörte seit langem zu den beliebtesten Sängerinnen der Münchner Oper, wo sie mit einer kurzen Unterbrechung seit 1872 engagiert war. 1896 schied sie aus dem Ensemble aus und siedelte in die USA über, wo sie zunächst einer Gastspieltruppe angehörte und sich dann als Gesangslehrerin in New York niederließ.
Hanna Borchers (1870-1961) und Lili Dreßler als Hänsel und Gretel, Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Hannah Borchers wurde als Achtzehnjährige 1888 an die Münchner Oper engagiert und sang bereits im Folgejahr bei den Bayreuther Festspielen. Sie beendete früh ihre Karriere, nachdem sie 1900 den Verleger Alfred Bruckmann geheiratet hatte.
Engelbert Humperdinck. Hänsel und Gretel, Textbuch, Lithographie nach handschriftlicher Vorlage, durchschossen und als Regiebuch verwendet, Bayerische Staatsbibliothek München, St.th. 1190-4
Auf dem eingeschossenen Blatt links die Bühnenskizze zum ersten Bild, wohl von Ernst von Possart, mit Angaben zur Beleuchtung (Voller Tag. Sonne durchs Fenster) und Positionsangaben (vorn: G[retel]., H[änsel].
Engelbert Humperdinck. Hänsel und Gretel, Klavierauszug. Mainz : Schott, 1893, verwendet als Soufflierbuch, Bayerische Staatsbibliothek München, St.th. 1190-6
Im Rollenverzeichnis des Soufflierbuchs sind handschriftlich die Sänger der „Ersten Aufführung d. 30. Decbr. 1893“ eingetragen.
Hector Berlioz. Die Trojaner in Karthago, Theaterzettel der Münchner Erstaufführung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 29.1.1893, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
In seinen letzten Jahren in München nahm sich Levi der Bühnenwerke Hector Berlioz‘ an, stets in Verbindung mit dem Berlioz verehrenden Felix Mottl, der die Werke zuvor in Karlsruhe herausbrachte. Nach dem Erfolg von „Benvenuto Cellini“ nahm Levi „Die Trojaner“ in Angriff, die zuvor nur Mottl ungekürzt aufgeführt hatte. Levi übernahm dessen Aufteilung des Sechs-Stunden-Werks auf zwei Abende, übersetzte jedoch das Textbuch neu. Der wirkungsvollere zweite Teil, „Die Trojaner in Karthago“ wurde am 29.1.1893 herausgebracht, der erste Teil mit neuem Titel „Die Zerstörung Trojas“ erst zwei Jahre später, am 17.3.1895. Es folgte am 23. und 24.3.1895 die erste Gesamtaufführung.
Hector Berlioz. Die Zerstörung Trojas, Theaterzettel der Münchner Erstaufführung, Königliches Hof- und Nationaltheater, 17.3.1895, Bayerische Staatsbibliothek München, 2 Bavar. 827
Hector Berlioz (1803-1869), Fotografie, © unbekannt/Bayerische Staatsbibliothek
Levi hatte sich schon früh für Berlioz interessiert. 1874 führte er zum Befremden des Münchner Publikums „Harold in Italien“ auf und reagierte auf ablehnende Kritik mit den Worten „Es ist nicht möglich, mit dem Jahr 1827 [d.h. Beethovens Todesjahr] abzuschließen.“ Levis ehrgeiziges Projekt einer Gesamtaufführung von Berlioz‘
„Die Trojaner“ war der letzte Höhepunkt seiner Münchner Dirigentenlaufbahn.
Milka Ternina (1863-1941), Fotografie (als Tosca) von Aimé Dupont, © Aimé Dupont/Bayerische Staatsbibliothek
Die Darstellerin der Dido, Milka Ternina, stammte aus Kroatien (ihr eigentlicher Name war Trnina) und gelangte nach mehreren Karrierestationen 1889 nach München, wo sie bis zum Ende ihrer Karriere 1906 als hochdramatische Sopranistin große Erfolge feierte, u.a. als Fidelio, Isolde, Brünnhilde und Tosca. Ab 1913 unterrichtete sie an der Musikakademie Zagreb, wo Zinka Milanov zu ihren Schülerinnen gehörte.
Gustav Siehr (1837-1896), Fotografie von Friedrich Müller, 1884, © Friedrich Müller/Bayerische Staatsbibliothe
Der Bass Gustav Siehr, der den Narbal verkörperte, kam nach Stationen in Neustrelitz, Göteborg, Prag und Wiesbaden 1881 an die Münchner Oper, deren Mitglied er bis zu seinem Lebensende blieb. Siehr galt als großer Interpret der Opern von Richard Wagner, er sang Hagen in der Uraufführung der „Götterdämmerung“ 1876 in Bayreuth und über viele Jahre Gurnemanz in „Parsifal“. Wagner schätzte den Sänger sehr.
Victoria Blank (1859-1928), Fotografie von Friedrich Müller, 1884, © Friedrich Müller/Bayerische Staatsbibliothek
Victoria Blank, die Sängerin der Hekuba, war als Zwanzigjährige ins Münchner Ensemble gekommen und hatte bei der Uraufführung von Wagners „Die Feen“ unter Levis Leitung als Feenkönigin mitgewirkt. Der junge Richard Strauss widmete ihr zwei Lieder aus seinen Fünf Liedern op. 15.
Hermann Levi an Cosima WagnerBavarian State Library
Die Übersetzung von Mozarts Da-Ponte-Opern
Ernst von Possart, Fotografie von Josef Paul Böhm, 1902, © Josef Paul Böhm/Bayerische Staatsbibliothek
Hofschauspieler Ernst Possart, den Levi seit seinem Amtsantritt in München kannte, wurde 1893 in Nachfolge Karl von Perfalls Intendant des Hof- und Nationaltheaters. Possart regte einen neuen Mozart-Zyklus im Residenztheater an. In Zusammenarbeit mit Hermann Levi und Richard Strauss kam es zur „Münchner Mozart-Renaissance“ 1895-1899, in deren Zentrum Aufführungen der von Hermann Levi neu übersetzten Da-Ponte-Opern „Don Giovanni“, „Così fan tutte“ und „Le nozze di Figaro“ standen.
Richard Strauss (1864-1949), Fotografie von Hermann Leiser, 1894, © Hermann Leiser/Bayerische Staatsbibliothek
Der junge Richard Strauss, Sohn des langjährigen Münchner Hofmusikers Franz Strauss, war schon von 1886-1889 als dritter Kapellmeister in München tätig gewesen, danach wirkte er bis 1894 in Weimar. Von Levi unterstützt, wurde der Dreißigjährige 1894 als königlicher Kapellmeister in München engagiert.
Strauss leitete von 1896-1898 vier der fünf von Ernst von Possart neu inszenierten Mozart-Opern im Residenztheater. Als Komponist war Strauss außerhalb von München weitaus erfolgreicher als in seiner Heimatstadt. Mit den Arbeitsverhältnissen in München immer unzufriedener, verließ er die Stadt und wechselte 1898 als Hofkapellmeister nach Berlin.
Ernst von Possart. Ueber die Neueinstudierung und Neuinszenierung des Mozart’schen Don Giovanni (Don Juan) auf dem kgl. Residenztheater zu München, München : Bruckmann, 1896, Bayerische Staatsbibliothek München, Mus.th. 4916 yd
Ernst von Possart hatte Levi beauftragt, die in München seit 1871 verwendete Übersetzung von Franz Grandauer zu überarbeiten. In seiner Publikation beschreibt Possart detailliert Levis Vorgehen:
„Dann war die schwierige Aufgabe zu lösen, die in Prosa wortgenau vorliegenden Stellen in Rhythmus und Reim, wie die Originalpartitur es verlangt, den Mozart’schen Noten zu unterlegen. Dieser zeitraubenden Arbeit, welche nicht nur ein eingehendes Verständnis für den Wert des übersetzten Wortes, sondern auch eine gediegene Kenntnis und Würdigung der musikalischen Phrasierung erfordert und die pietätvollste Behandlung der einzelnen Noten bedingt,
da hier ein genaues Abwägen der für jede Silbe verwendeten Vokale notwendig wird, dieser Arbeit unterzog sich Generalmusikdirektor Levi während des letzten halben Jahres seiner unfreiwilligen Muße mit einem Eifer und einer Gewissenhaftigkeit, wie sie nur aus begeisterter Freude am Werk entspringen können.“
Lorenzo da Ponte. Don Giovanni, Libretto der deutschen Neufassung Hermann Levis, München : Ackermann, 1896, Bayerische Staatsbibliothek München, L.eleg.m. 1023 rh
Lorenzo da Ponte. Così fan tutte, Libretto der deutschen Neufassung Hermann Levis, München : Bruckmann 1897, Bayerische Staatsbibliothek München, L.eleg.m. 1021 n
Grundlage der Neuübersetzung von Levi war die deutsche Fassung Eduard Devrients. Levi übernahm viele Wendungen dieser Fassung, stellte jedoch die Originalfassung der Rezitative wieder her und übersetzte diese neu.
Ernst von Possart an Hermann Levi, Brief, 10.2.1897, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.53
Possart diskutiert Möglichkeiten einer Neufassung von „Così fan tutte“ durch Levi: “Wenn ich aber auch Ihre liebenswürdige Zusage, den Devrient’schen Text, den Sie als vortrefflich bezeichnen, einer gründlichen verbessernden Umarbeitung unterziehen zu wollen, freudigst begrüße, so möchte ich Sie doch unter den obwaltenden Umständen herzlich bitten, den Rietz’schen Text dabei vielleicht zu Grunde zu legen…“
Wolfgang Amadeus Mozart. Le nozze di Figaro Arie des Figaro „Non più andrai“. Niederschrift der Singstimme durch Hermann Levi (Ausschnitt) mit Übersetzungsvorschlägen von Cosima Wagner, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.31 a-c
Bei der Übersetzung von „Le nozze di Figaro“ ließ sich Levi gelegentlich von Cosima Wagner, die er „Verehrte Frau Meisterin“ ansprach, beraten, und schrieb ihr viele Seiten umfassende Briefe mit detailliertesten Fragestellungen. Die insgesamt fünf Seiten umfassende Abschrift der Singstimme der Arie „Non più andrai“ diente als Grundlage einer Diskussion der Textübersetzung zwischen ihm und Cosima Wagner.
Levi unterlegt mit Tinte vollständig den italienischen Originaltext und notiert über den Noten mit Bleistift die bisher übliche Übersetzung („Nun vergiß, leises Fleh’n, süßes Kosen“…). Cosima schreibt mit blasserer Tinte ihre Vorschläge über und unter den Notentext („Wirst nicht mehr, Schmetterling, leicht und lose…“).
Hermann Levi an Cosima Wagner, Brief, 18.3.1898, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.31 c
Levi antwortet auf Cosima Wagners Brief zur Übersetzung der Arie des Figaro „Non più andrai“: „Fast könnte ich es bereuen, Sie in meinen Uebersetzers-Nöthen um Hilfe angerufen zu haben, denn ich, der ich sonst gewohnt bin, Ihren Rathschlägen blind zu folgen und alles was Sie wollen, in Ehrfurcht zu vollziehen, komme nun in die Lage, Ihnen widersprechen zu müssen. […] So kann ich mich nicht entschließen, „Schmetterlíng“, mit der Betonung auf der letzten Silbe, zu setzen“.
Hermann Levi, 2 Fotografien, Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.29
Diese eindrücklichen Altersporträts Hermann Levis befinden sich in seinem Nachlass, der 1933 von der Bayerischen Staatsbibliothek angekauft wurde.
Hermann Levi, Gemälde von Franz von Stuck, 1900, © Franz von Stuck/Bayerische Staatsbibliothek
Bayerische Staatsbibliothek München, Leviana I.31 a-c
Karl von Perfall (1838-1737). Fotogravur. (c) unbekannt Bayeriche Staatsbibliotek
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